Neue Bürogebäude auf dem Werftdreieck

Gewerbegebiet an der Warnow wächst – der Planungs- und Gestaltungsbeirat wünscht sich von der Stadtverwaltung einen Masterplan für diesen Bereich

23. März 2019, von
Blick auf das Baugelände am Werftdreieck vom gegenüberliegenden Warnowufer
Blick auf das Baugelände am Werftdreieck vom gegenüberliegenden Warnowufer

Die Skyline an Rostocks Warnowufer in Höhe Werftdreieck wird sich weiter verändern. Nördlich von BSH, Suzlon und Neptun Shipdesign soll sich ein neues Bürogebäude an der Kaikante einreihen. Bereits zum zweiten Mal legte Architekt Ingo Lütkemeyer von der Bremer IBUS Architektengesellschaft dem Planungs- und Gestaltungsbeirat die Entwürfe für das Projekt „Neptun Kai“ vor.

Dort, wo jetzt Autos parken, soll ein Ensemble aus drei bis zu 18,50 Meter hohen Gebäuden errichtet werden. Moderne Büroräume sollen darin untergebracht sein, die so flexibel sind, dass unterschiedliche Arbeitsnutzungen innerhalb der Geschosse auf 100 bis 2000 qm möglich sind. Die beiden westlichen Häuser sind zur Kurt-Dunkelmann-Straße hin miteinander verbunden und umschließen einen Hof, der eine hohe Aufenthaltsqualität erhalten soll, erläuterte der Architekt bereits bei der ersten Vorstellung des Projektes. Der Platz zwischen dem östlichen Gebäude soll als Lieferzone dienen. An der Grundstücksgrenze verläuft unterirdisch der Kayenmühlengraben. Hier will die Stadt eine Grünfläche entwickeln mit einem Weg, der den Holbeinplatz mit dem Warnowufer an dieser Stelle verbindet.

Der Planungs- und Gestaltungsbeirat im Gespräch mit Architekt Lütkemeyer in der Kunsthalle Rostock
Der Planungs- und Gestaltungsbeirat im Gespräch mit Architekt Lütkemeyer in der Kunsthalle Rostock

Noch zu bearbeiten ist die Frage, wie die Fassade der Gebäude aussehen soll. Lütkemeyer möchte das Robuste des historischen Industriestandortes mit Sicht- und Fassadenbeton aufgreifen und der Wassernähe mit metallischem Material gerecht werden. „Das wirkt zu clean“, gibt Stadtplaner James Miller Stevens zu bedenken. Die Beiratsmitglieder sind sich einig, dass eine eindeutige Varianz der wasserseitigen Gebäudeköpfe stärker herausgebildet werden müsse, damit das Ensemble nicht zu massig wirke.

Erschwerend für die Einordnung des Bauvorhabens in das Umfeld wirke sich das Fehlen eines Rahmenplanes aus. „Die Stadt braucht einen Masterplan für diesen Bereich“, unterstreicht Garten- und Landschaftsarchitektin Barbara Hutte wiederholt eine Anregung des Planungs- und Gestaltungsbeirats. Dieser solle Leitplanken für den Städtebau, Freiraum, Nutzung und Verkehr festlegen. „Wie kommt man zu einer Abwägung der verschiedenen bestehenden Tendenzen? Das ist nicht nur eine planerische, sondern auch eine politische Frage“, begründet Architekt und Stadtplaner Cyrus Zahiri angesichts der vielfältigen Strukturen, Höhen und Nutzungen. Seit einigen Jahren wird an dem traditionsreichen Industriestandort nicht nur Gewerbe, sondern auch Wohnungsbau entwickelt.

Hilfreich wäre so ein Masterplan auch bei einem weiteren Projekt, mit dem sich das beratende Gremium befasste. An der Werftstraße/Ecke Schonenfahrerstraße soll ein weiterer Gewerbe- und Büroneubau entstehen. Die derzeitige Bebauung auf dem Grundstück soll dafür fast komplett abgerissen werden und – in Anlehnung an das Nachbargrundstück – relativ massiv bebaut werden. Der Architekt stellt sich hier eine turmartige Bebauung mit bis zu sieben Geschossen vor. Um eine Tiefgründung zu vermeiden, soll auf eine Tiefgarage verzichtet werden und stattdessen die Fahrzeuge in ein oder zwei Parkgeschossen im hinteren Bereich geparkt werden. Dem Planungs- und Gestaltungsbeirat geht das jedoch zu weit, er empfiehlt einen Neueinstieg in das Projekt.

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