Neues Wohnen und Parken im Reiferweg

Der Planungs- und Gestaltungsbeirat befasste sich mit einem Wohnhausneubau auf dem Parkplatz am Reiferweg 6 bis 8

3. Dezember 2016, von
Auf dem Parkplatz am Reiferweg 6-8 soll ein Wohnhaus entstehen.
Auf dem Parkplatz am Reiferweg 6-8 soll ein Wohnhaus entstehen.

Mit nur einem Bauprojekt hatte sich der Planungs- und Gestaltungsbeirat auf seiner 18. öffentlichen Sitzung zu befassen. Wenn es nach dem Ortsbeirat Stadtmitte ginge, könnten es ruhig noch mehr sein. Nicht nur Bauvorhaben privater Investoren, sondern auch Stadtprojekte wie die Wiederbebauung des früheren Petritorbereiches sollten dem Gestaltungsbeirat zur Beurteilung und Beratung vorgestellt werden, kritisiert Andreas Herzog vom Ortsbeirat.

Vor allem als architektonische Sünden empfundene Neubauten wie das Parkhaus auf der Holzhalbinsel hatten dazu geführt, dass das Expertengremium 2012 einberufen wurde. Schon in der Planungsphase soll es gegebenenfalls die Bauherren zur Schönheit ermahnen.

Das Bauprojekt im Reiferweg 6 bis 8 befindet sich zwar nicht an exponierter Stelle in der Stadt, dennoch möchte Bauherr Klaus-Jürgen Beel hier einen „städtebaulichen Missstand beheben“. „Was wir möchten ist, dass dort sozialverträglich und barrierefrei gebaut wird, nicht nur kleine Wohnungen (4x45qm), sondern auch mit 3, 4, 5 Zimmern für kinderreiche Familien“, kündigt Beel an. Derzeit befindet sich auf dem Areal hinter dem Ärztehaus Paulstraße ein großer eingezäunter Parkplatz auf einer Mischung aus Asphalt, Schotter und Beton. Für 2016 war zwar eine Pflasterung vorgesehen. Doch nun soll am Wegesrand ein viergeschossiges Wohnhaus auf Stelzen entstehen. Im Erdgeschoss sind weiterhin Stellplätze für Fahrzeuge vorgesehen, darüber mehrere Wohnungen. „Der Hof soll umgestaltet und mit leichtem Bewuchs bepflanzt werden“, erläutert Architekt Sven Buck.

Auf die über 200 Parkplätze möchte Beel jedoch auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht verzichten. 120 sind dauerhaft vermietet, 80 werden den wechselnden Besuchern der Poliklinik angeboten. Doch möchte man auf einem Parkplatz wohnen? „Kann man mit den Parkplätzen nicht anders umgehen?“, fragt Beiratsvorsitzender Klaus-Heinrich Petersen. Doch eine Tiefgarage oder eine Zwei-Ebenen-Parkplatzvariante sind für den Bauherrn wegen höherer Kosten und geringerer Nutzerfreundlichkeit keine Optionen. Man wird dieses Gebiet nicht in einen Garten verwandeln können.

Historisch betrachtet sei hier schon immer ein Baustoffhandel mit Kies oder ein Autohof, zuletzt von der Bezirksdirektion der Volkspolizei, gewesen, weist Klaus-Jürgen Beel hin. Dennoch zeigte er sich für die Ratschläge des Gestaltungsbeirates offen. Der kam zu dem Urteil, dass der Entwurf zu hoch und zu massig sei und schlug vor, die Baukörper auf der Fläche anders zu verteilen, sodass eine Art Wohnpark entsteht.

Mit diesen Anregungen werden sich die Architekten nun noch einmal befassen. Baubeginn war eigentlich im späten Frühling 2017 angedacht, um dann ein Jahr später bezugsfertig zu sein.

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