Campusgärtner weihen Hochbeete an der Uni Rostock ein

Studenten der NAJU-Hochschulgruppe begrünen den Universitätscampus in der Rostocker Südstadt

3. Mai 2018, von
Neue Hochbeete für den Campusgarten am Institut für Biowissenschaften der Uni Rostock
Neue Hochbeete für den Campusgarten am Institut für Biowissenschaften der Uni Rostock

Die erste Ernte ist da! Frische Kresse und Schnittlauch aus eigenem Anbau aufs Butterbrot gab es gestern bei der Einweihung der neuen Hochbeete im Campusgarten. Im April hatten die Studenten der Naju-Hochschulgruppe fleißig gewerkelt und fünf Hochbeete auf dem Innenhof des Instituts für Biowissenschaften gestellt. Nun sprießt schon das erste Grün. Blühende Pflanzen schmücken den Platz zwischen Vorlesungssaal und Bürogebäude. Es darf bereits geerntet und genascht werden.

„Es ist eine schöne Initiative auf dem Campusgelände Urban Gardening zu machen. Jetzt müssen wir mal schauen, wie das angenommen wird“, lobt Rektor Prof. Wolfgang Schareck. „Eigentlich sollten wir auf jedem unserer vier Campi so ein Projekt haben“, überlegt er weiter und schlägt weitere konkrete Standorte hinter dem Hauptgebäude und in der Südstadt vor. „Wir helfen sicher bei Flächen und der Organisation.“ Die Pflege und die Verantwortung sollen jedoch bei den Studierenden bleiben, so wie ist es auch beim Campusgarten gehandhabt wird.

Initiatorin Juliane Bäthge erntet frische Kresse im Campusgarten.
Initiatorin Juliane Bäthge erntet frische Kresse im Campusgarten.

„Die Idee kam mir, als die Kleingärten für die Parkplätze der Uni am Südstadtcampus verschwanden“, erzählt Initiatorin Juliane Bäthge. „Als hier meine Lieblingslinde gefällt wurde, dachte ich: Irgendwas Grünes will ich aber noch dahin machen, wo es so kahl ist, wo ich es so hässlich fand, als ich da studieren musste.“ Vor zwei Jahren begann sie mit weiteren Studenten Kübel mit essbaren Pflanzen auf den versiegelten von Mauern umgebenen Hof zu stellen und zu kultivieren. Schon damals waren Kommilitonen der hier ansässigen Studiengänge aufgefordert, sich am Gießen und Ernten zu beteiligen. Im letzten Jahr gab es dann einen Urban Gardening-Workshop im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der Universität, als dessen sichtbares Ergebnis der bepflanzte Schreibtisch und andere raffinierte Pflanzgefäße entstanden, die auch in dieser Saison noch zu sehen sind.

Frische Kresse aufs Butterbrot gab es bei der Einweihung der Hochbeete für den Campusgarten. Auch Rektor Prof. Wolfgang Schareck zeigte sich angetan.
Frische Kresse aufs Butterbrot gab es bei der Einweihung der Hochbeete für den Campusgarten. Auch Rektor Prof. Wolfgang Schareck zeigte sich angetan.

Viel Überzeugungsarbeit bei den zuständigen Verwaltungsstellen musste geleistet, Konzepte geschrieben und wieder verworfen werfen, bis es endlich grünes Licht für die Hochbeete im angesagten Palettenlook gab. Der Clou, so erklärt Juliane Bäthge interessierten Kleingärtnern, die anlässlich der Einweihungsparty vorbeischauten, um sich Tipps für ein eigenes Hochbeet zu holen, sei die unsichtbare Speiswanne. „Anders als im Garten steht das Hochbeet hier auf dem Pflaster. Eine 90 Liter fassende Plastikwanne voller Tonscherben soll das Wasser nach oben leiten. Zwischen der Wanne unten und der Erde oben ist ein wasserdurchlässiger Vliesstoff, wodurch die Pflanzen das Wasser hochsaugen können. Falls jemand vergisst zu gießen, ist da noch eigenes Grundwasser als Backup drin.“

Für den Bau griffen die Studenten vielfach auf Upcycling-Materialien zurück. Eine Finanzspritze gab es vom Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) für das Projektteam der Hochschulgruppe der Naturschutzjugend (NAJU) im NABU.

Bei den ersten Studenten kommt das Hochbeetensemble mit Sitzbänken schon gut an. „Ich finde es gut, dass man sich in den Pausen hier einfach hinchillen kann und es ist auch ganz schön anzusehen“, sagt eine Meeresbiologiestudentin.

Über „überwiegend positives Feedback“ freut sich auch Leo Gottschalck vom Projektteam. „Wer mitbuddeln will, ist herzlich eingeladen. Wir haben noch Hochbeetpatenschaften zu vergeben.“

Die Campusgärtner treffen sich freitags um 10 Uhr im Campusgarten.

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