Begehbarer Riesendarm auf dem Uniplatz

Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig wirbt auf dem Rostocker Uniplatz für Darmkrebsvorsorge

28. März 2017, von
Jimmy Hartwig im Darmmodell auf dem Uni-Platz
Jimmy Hartwig im Darmmodell auf dem Uni-Platz

Mit einem Schmunzeln wanderten heute viele interessierte Passanten durch den riesigen, rosigen Lufttunnel auf dem Uniplatz. Immerhin handelt es sich um Europas größtes begehbares Darmmodell.

Doch nicht nur Heiterkeit bei der Vorstellung, was sonst so im Original durch den Darm geht, wurde durch diese besondere Aufklärungsaktion ausgelöst. Denn das Modell zeigte auch auf recht anschauliche Weise, wie so ein Darm aufgebaut ist und welche bisweilen tödlichen Krankheiten sich entwickeln können.

Ein ernstes Thema, das viel Leid verursachen kann. Ein Leid – so Internist Dr. Andreas Crusius von der Ärztekammer – das sich vermeiden lässt, wenn man zur Vorsorge geht. „Es ist wirklich nicht schlimm, auch ohne Betäubung“, versucht er Ängsten entgegenzuwirken und vergleicht die oft gefürchtete Darmspiegelung mit einer U-Boot-Fahrt durch den Körper. Krebsvorstufen seien mit dieser Präventionsmaßnahme gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Insgesamt lassen sich etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen durch eine einmalige Darmspiegelung so früh erkennen, dass man sie heilen kann.

Darmkrebs tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sehr gering. Es nimmt jedoch mit steigendem Alter zu. Obwohl die Krankenkassen die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr bezahlen, ist die Beteiligung gering und liegt nur bei etwa zehn Prozent. Dabei ist Darmkrebs bundesweit die Krebsart mit der höchsten Zahl der Neuerkrankungen im Jahr und die zweithäufigste Krebstodesursache.

„Hätt ich doch, hätt ich doch“, hört Jimmy Hartwig daher immer das gleiche Lied über die versäumte Vorsorgemöglichkeit, wenn es schon zu spät. „Das geht nicht!“, sagt der Ex-Fußballprofi und AOK-Gesundheitsbotschafter und appelliert insbesondere an die Männer, ihrer Verantwortung sich und ihrer Familie gegenüber gerecht zu werden.

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