Unimedizin Rostock führt Operationen an gesamter Schlagader durch

Die Unimedizin Rostock nimmt jetzt auch komplexe Operationen an der gesamten Aorta, der Hauptschlagader des Körpers, vor – die radikale OP-Methode bringt einen besseren Langzeiterfolg

14. Juni 2016
Dr. Andras Hoffman ist als erfahrener Aortenchirurg nach Rostock gekommen (Foto: Unimedizin Rostock)
Dr. Andras Hoffman ist als erfahrener Aortenchirurg nach Rostock gekommen (Foto: Unimedizin Rostock)

Die Herzchirurgie der Unimedizin Rostock nimmt jetzt auch komplexe Operationen an der gesamten Aorta, der Hauptschlagader des Körpers, vor. Ein Eingriff, der nur in wenigen Zentren in Europa routinemäßig vorgenommen werden kann. Mit der Komplettierung aller Therapiemöglichkeiten für Patienten mit Aortenerkrankungen wird das Herzzentrum Rostock zu einem überregionalen Versorger. Das Aortenteam leitet nun der erfahrene Aortenchirurg Dr. Andras Hoffman. Er hat als erfahrener Herzchirurg mit mehr als 10000 Operationen in Rostock neue Operationsverfahren für die Notfallversorgung erfolgreich eingeführt sowie ein neues Behandlungskonzept für die Verbesserung der langfristigen Prognose.

Jedes Jahr gibt es deutschlandweit mehr als 1000 Patienten mit einer eingerissenen Schlagader, die notfallmäßig mit Operation oder Gefäßstent behandelt werden können. „Die Sterblichkeit ist in der Akutphase immer noch sehr hoch. Es muss auch in den Monaten und Jahren danach öfter nachoperiert werden. Mit den neuen Behandlungsmethoden verbessern sich die Sterblichkeit und die Langzeitergebnisse deutlich“, sagt Hoffman. Hoffman hat festgestellt, dass der Langzeiterfolg der Operationen sehr davon abhängig ist, wie großflächig chirurgisch gehandelt wird. Sein Konzept beruht darauf, dass größere Strecken der Hauptschlagader radikal ersetzt werden. „Damit erzielen wir bessere Ergebnisse für die Patienten. Es gibt weniger Blutungen, alles läuft kontrollierter“, so der Mediziner.

Eingriffe mit komplettem Ersatz der Aorta gelten als hochriskant. „In den internationalen Spitzenzentren liegt die Sterblichkeit der Patienten bei drei, vier Prozent; da wollen wir uns anschließen, um Patienten mit einem vertretbaren Risiko zu behandeln“, sagt Prof. Dr. Gustav Steinhoff, Chef der Rostocker Herzchirurgie. Von den etwa 600 notwendigen Operationen zum Ersatz Aorta des Brustkorbs und des Bauches in Deutschland werden bisher weniger als 100 durchgeführt.

Zur Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten kooperieren die Unimediziner nun eng mit dem europaweit führenden Aortenzentrum in Liverpool. Nach ersten gemeinsamen OPs in England hat der Leiter der Aortenchirurgie in Liverpool, Prof. Dr. Aung Oo, kürzlich in Rostock zusammen mit Hoffman einen Eingriff bestritten, bei dem die Schlagader einer Patientin komplett durch einen Schlauch aus gewebtem Kunststoff ersetzt wurde. Die 76-Jährige Patientin hat den Eingriff gut überstanden und nun ihre Reha-Behandlung angetreten.

Quelle & Foto: Universitätsmedizin Rostock

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