Deichkind eröffnen ihre „Befehl von ganz unten“ Tour

2000 Fans feiern beim Auftakt der Deichkind-Tour 2012 eine außergewöhnliche Konzertparty in der Stadthalle Rostock

2. März 2012, von
Deichkind eröffnen ihre "Befehl von ganz unten" Tour in der Rostocker Stadthalle
Deichkind eröffnen ihre "Befehl von ganz unten" Tour in der Rostocker Stadthalle

Mehr Outfits als auf einer Modenschau, mehr Requisiten als im Theater und mehr Choreographie als bei einer Tanzshow. Den Auftakt zur „Befehl von ganz unten“ Tour von Deichkind gestern in der Stadthalle Rostock kann man kaum noch ein Konzert nennen. Vielmehr war es eine riesengroße Party, die von ungefähr 2000 Fans begeistert mitgestaltet wurde.

Es fängt schon damit an, dass man kein einziges Instrument auf der Bühne gesehen hat. Die Musik kam von DJ Phono und dazu haben die sechs Deichkinder abwechselnd Sprechgesang beigetragen. Zwar konnten Fans sicher erkennen, wann Sebastian Dürre, Philipp Grütering oder Ferris MC am Mikro standen, doch eigentlich war es egal. Die Gruppe stand über den Individuen, es gab keinen Frontmann, der im Mittelpunkt des Abends stand. Alle Musiker verschmolzen zum einzigartigen Kunstprodukt Deichkind.

Die Fans feiern ihre Deichkinder
Die Fans feiern ihre Deichkinder

Der Bühnenaufbau war auch außergewöhnlich. Ein großer weißer Vorhang verdeckte die Bühne, auf dem – bevor die Musiker auf die Bühne kamen – ein selbst gedrehter Vorfilm lief, der sicher nicht zufällig an 2001: Odyssee im Weltraum erinnerte. Hinter dem Vorhang versteckten sich mehrere unterschiedlich große, bewegliche Bühnenelemente, die vielfältig eingesetzt wurden. Mal als Tanzfläche, mal tanzten die Aufsteller selbst die Choreographie mit und bei der Single „Leider Geil“ wurde das offizielle Video darauf projiziert.

Ein Deichkind mit dem typischen, elektronischen Pyramidenhut
Ein Deichkind mit dem typischen, elektronischen Pyramidenhut

Ebenfalls auf dem neuen Album befindet sich der Song „Partnerlook“. Und wie der Titel schon vermuten lässt, wurden diverse Partneroutfits präsentiert. Von den schon fast klassischen Anzügen, die an eine Mischung aus Müllsack, Alufolie und Raumfahrer erinnern, über gleiche Perücken bis hin zu Shorts und roten Feenflügeln. Auch im weiteren Verlauf des Abends gab es immer wieder Kleidungswechsel. Dabei war es mal glitzernd, mal bunt und immer ausgefallen. Selbstverständlich durften dabei auch die digitalen Pyramidenhüte nicht fehlen, die zu einem Markenzeichen der Band geworden sind.

Schon vor dem Konzert gab die Band Hinweise an die Fans
Schon vor dem Konzert gab die Band Hinweise an die Fans

Neben den ausgefallenen Outfits gab es auch jede Menge weiteres verrücktes Zeug zu bestaunen. Da fuhr mal ein Tandem auf der Bühne umher, Wasserpistolen wurden in das Publikum gerichtet, ein gigantisches Bierfass zum Schweben gebracht und für „Herz aus Hack“ wurden eben solche im Publikum verteilt. Bei einem ihrer Klassiker „Komm Schon“ wurde ein Bademeisterhochsitz und ein Elektroscooter auf der Bühne platziert. Wie sie allerdings darauf kamen, eine mit bunten Neonröhren bestückte Sonnenbank als Grabträger auf die Bühne zu holen, ist schon etwas fraglich.

Deichkind geben den "Befehl von ganz unten"
Deichkind geben den "Befehl von ganz unten"

Doch wie es sich für ein gutes Theaterstück gehört, wurde nicht nur die Optik angesprochen, sondern auch Geschichten erzählt und Probleme angesprochen. Zum Beispiel von Raumfahrten und dem Mond, der zu langweilig ist, weil da niemand wohnt und von illegalen Fans. Und der Abend wäre nicht perfekt gewesen, wären nicht auch die Gefühle angesprochen worden. Wobei ich gestehen muss, dass ein fliegendes Bierfass nicht gerade das ist, was ich mir unter „The Power of Love“ vorstelle.

Man könnte noch viel mehr erzählen. Von Klobürsten und Plastikhanteln, von Luftbahnen und einem bombastischen Finale, jedoch verrät man bei einer Geschichte ja auch nicht das Ende. Außerdem wird bei der dauerhaften Dichte von Kameras und Fotohandys im Publikum sicher der eine oder andere Ausschnitt den Weg ins Internet finden.

Alex aus Rostock
Alex aus Rostock

Zwar hat Alex auch einige Fotos gemacht, jedoch war er hauptsächlich damit beschäftigt, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. „Für mich war es das erste Elektro/Hip-Hop Konzert und ich bin echt begeistert. Die machen wirklich eine geile Show und man kann echt gut dazu abgehen.“ Er ist kurzfristig zum Konzert mitgegangen, weil seine Mitbewohner schon Karten dafür hatten. „Ich finde es krass, dass die bekannten Songs wie Limit wirklich jeder mitsingen konnte“ erzählt der Rostocker Student, der jetzt auch die anderen Lieder mal kennenlernen will.

Paddy aus Wismar
Paddy aus Wismar

Schon länger Fan der Band ist Paddy, der extra aus Wismar angereist war. Auch er war restlos begeistert: „Es war saugeil. Vor allem die alten Songs sind super, aber auch die neuen sind nicht schlecht.“ Er hat sich für das Konzert extra einen pyramidenförmigen Hut mit einer weißen Maske gebastelt. „Das hat so eine Stunde gedauert. Erst Pappe in Form bringen und dann alles mit Panzertape abkleben.“ Für den Studenten erhöht sich so der Spaß auf dem Konzert noch und er wünscht sich, dass sich die Leute für die nächsten Konzerte noch mehr verkleiden und so noch mehr abgehen.

Ob nun zum Tanzen, Mitsingen oder einfach nur zum Staunen, die Konzerte von Deichkind sind ein einmaliges und vielleicht auch für manche leicht verstörendes Erlebnis. Da die Tour in Rostock erst gestartet wurde, gibt es in den nächsten Wochen noch ganz viele Möglichkeiten, die Gruppe zu sehen. Und das ist keine Option, sondern ein Befehl von ganz unten.

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4 Kommentare

  • Basti sagt:

    Wann ging denn das Konzert richtig los? Pünktlich um 20 Uhr? Und wie lange ging es?

  • Andre sagt:

    Hallo Basti,
    ab 19 Uhr wurden auf der Leinwand Songs von anderen Künstlern gezeigt. Gegen 20:20 wurde dann der etwa siebenminütige Vorfilm gestartet. Direkt danach kamen Deichkind auf die Bühne. Gegen 22:20 spielten sie dann die letzte Zugabe und danach war es vorbei.
    Grüße André

  • Joy sagt:

    Support keiner ?

  • Andre sagt:

    Hallo Joy,
    ab 19 Uhr wurden auf der Leinwand bekannte Hits gezeigt, zum Beispiel Daft Punk. Das war sozusagen das Aufwärmprogramm, sodass es auch keine weiteren Vorbands oder Supportacts gab.
    Gruß André

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