Neues Seenotrettungsboot in Rostock auf Kiel gelegt

Erster Neubau der DGzRS in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedervereinigung auf Kiel gelegt, Taufe und Indienststellung zum 150-jährigen Bestehen 2015 geplant

5. März 2014
Einer Schiffbautradition folgend legt die neunjährige Hanna Weißrodt die Jubiläumsmedaille 150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in die Kieltasche am Achterschott 3 des Neubaus. Neben ihr steht Projektleiter Carl Göner aus der DGzRS-Inspektion. Das neue Seenotrettungsboot mit der internen Bezeichnung SRB 65 entsteht auf der Werft Tamsen Maritim in Rostock und soll zum Jubiläum der Seenotretter 2015 getauft und in Dienst gestellt werden.
Einer Schiffbautradition folgend legt die neunjährige Hanna Weißrodt die Jubiläumsmedaille 150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in die Kieltasche am Achterschott 3 des Neubaus. Neben ihr steht Projektleiter Carl Göner aus der DGzRS-Inspektion. Das neue Seenotrettungsboot mit der internen Bezeichnung SRB 65 entsteht auf der Werft Tamsen Maritim in Rostock und soll zum Jubiläum der Seenotretter 2015 getauft und in Dienst gestellt werden.

Ein neues Seenotrettungsboot für eine Freiwilligen-Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist am Mittwoch, 5. März 2014, in Rostock auf Kiel gelegt worden. Das Spezialschiff entsteht auf der Werft Tamsen Maritim. Es ist der erste Neubau der Seenotretter auf einer Werft in Mecklenburg-Vorpommern nach der Wiedervereinigung. Die neue Rettungseinheit soll 2015 zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS getauft und in Dienst gestellt werden. Im gleichen Jahr begeht die DGzRS in Mecklenburg-Vorpommern ein zweites Jubiläum: Dann wird sie seit 25 Jahren wieder auf ihren angestammten Stationen zwischen Poel und Ueckermünde im Einsatz sein.

Einer Tradition folgend, hat die neunjährige Hanna Weißrodt, Tochter des schiffbaulichen Bauleiters Henry Wendt, eine Jubiläumsmedaille der DGzRS in die Kieltasche am Achterschott 3 des Neubaus eingelegt. Die Medaille mit dem Motiv des bekannten Sammelschiffchens soll den Schiffbauern, vor allem aber auch Schiffsführung und Besatzung Sicherheit, Glück und Gesundheit verheißen.

Jubiläumsmedaille fährt bei jedem Einsatz mit

Während in früheren Zeiten in der gesamten Bauzeit ein Geldstück unter dem Kiel auf dem Boden der Schiffbauhalle lag und im Laufe der Bauzeit durch ansteigendes Gewicht regelrecht plattgedrückt wurde, findet bei der neuzeitlichen Bauweise „kieloben“ die Jubiläumsmedaille der DGzRS nun Platz in einer speziellen Öffnung in der Bausektion und fährt bei jedem Einsatz mit. Die Seenotretter danken dem Hersteller „Euromint“, der das Feinsilber-Exemplar für diesen Zweck kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Freunde und Förderer der DGzRS können die auf 1.500 Stück limitierte Medaille mit Spendenanteil im Seenotretter-Shop erwerben (www.seenotretter-shop.de).

Modifizierter Nachbau der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse

Der Neubau mit der DGzRS-internen Bezeichnung SRB 65 wird im Rahmen der ständigen Modernisierung der 60 Einheiten zählenden Rettungsflotte ein älteres Seenotrettungsboot ersetzen – auf welcher Station, steht noch nicht fest. Das neue Boot wird von Freiwilligen gefahren werden. Mehr als 800 Seenotretter der DGzRS sind auf Nord- und Ostsee ehrenamtlich im Einsatz.

SRB 65 ist der erste Neubau von Tamsen Maritim für die DGzRS. Die Werft hat bereits Erfahrung in der turnusgemäßen Generalüberholung von Seenotkreuzern verschiedener Größen. Das neue Seenotrettungsboot wird ein modifizierter Nachbau der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse der DGzRS. Bereits 19 Einheiten dieser Klasse haben sich in zahlreichen Einsätzen auch unter extremen Bedingungen zur Zufriedenheit der Besatzungen in allen Revieren hervorragend bewährt.

Die Eckdaten des neuen Seenotrettungsbootes:

Länge über Alles: 10,1 Meter • Breite über Alles: 3,61 Meter • Tiefgang: 0,96 Meter
Verdrängung: 7 Tonnen • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h) • Besatzung: Freiwillige
Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Hohe Seetüchtigkeit, umfangreiche Ausrüstung

Wie alle Einheiten der DGzRS wird das neue Seenotrettungsboot als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Der Bootstyp zeichnet sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzt er gute See-Eigenschaften, manövriert einwandfrei, übersteht heftige Grundstöße und ist in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Für Einsätze unter schwierigsten Bedingungen sind bei der Konstruktion umfassende Sicherheitskriterien berücksichtigt worden. Das Boot wird mit modernster Navigationstechnik, leistungsstarken Schlepp- und Lenzgeschirren sowie einer umfangreichen Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung ausgestattet.

Finanziert ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen

Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS wird auch SRB 65 ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Die Taufe soll im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Seenotretter Ende Mai 2015 erfolgen.
In wenigen Wochen wird die DGzRS zudem das Typschiff einer völlig neuen 28-Meter-Klasse auf Kiel legen. Auch dieser neue Seenotkreuzer mit Tochterboot, der an der Unterweser entsteht, soll zum Jubiläum getauft und in Dienst gestellt werden. Der Bau beider neuen Rettungseinheiten ist auf der Internetseite der DGzRS zu verfolgen: www.seenotretter.de/werfttagebuch.

Die DGzRS setzt derzeit von 54 Stationen in Nord- und Ostsee 60 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote ein. Die Seenotleitung Bremen der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle Such- und Rettungsmaßnahmen. Trotz aller Technik: Im Mittelpunkt des Rettungswerkes steht nach wie vor der Mensch. Ohne die freiwillige Bereitschaft der Seenotretter zu ihren nicht selten gefahrvollen Einsätzen wäre die Arbeit der DGzRS nicht denkbar. Jahr für Jahr fahren die die Einheiten der Rettungsflotte mehr als 2.000 Einsätze auf Nord- und Ostsee.

Quelle & Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Schlagwörter: DGzRS (41)Schiffbau (26)Schifffahrt (64)

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