„Es war nicht alles schlecht“-Tour der Prinzen

Die Prinzen machten mit ihrer „Es war nicht alles schlecht“-Tour in der Stadthalle in Rostock halt und ließen Erinnerungen an früher wach werden

13. April 2011, von

Es ist „Alles nur geklaut“ und Küssen ist obendrein auch noch verboten, das behaupten die Prinzen zumindest in ihren Liedern. Aber natürlich „war nicht alles schlecht“, stellten sie nach 20 Jahren auf der Bühne fest und machten unter diesem Titel ein neues Album. Gestern stoppten sie mit ihrer Jubiläumstour in Rostock und nahmen das Publikum auf eine kleine Zeitreise mit.

Ungefähr 1.000 Besucher füllten die Stadthalle zwar nicht komplett aus, verbreiteten dafür aber eine Stimmung, als wären mindestens doppelt so viele Menschen anwesend. Egal ob sitzend oder stehend, alle klatschten und sangen fleißig mit. Kein Wunder, hatten die Prinzen doch all ihre Kult-Hits im Gepäck und zeigten vollen Körpereinsatz auf der Bühne.

Die PrinzenBei Liedern wie „Schwein sein“ verteilte Sebastian Krumbiegel fleißig Arschtritte und sprang auch sonst recht enthusiastisch auf der Bühne herum. Auch seine Bandkollegen Tobias Künzel, Wolfgang Lenk, Jens Sembdner und Henri Schmidt schmetterten die altbekannten Hits geradezu heraus. Die beiden Kollegen an den Instrumenten, Mathias Dietrich und Alexander Zieme, zeigten nicht weniger Einsatz. Auch nach 20 Jahren machen die sieben immer noch eine gute Figur auf der Bühne und weckten Erinnerungen an die guten alten Zeiten.

Bei dem Lied „Gabi und Klaus“ gab es dann auch gleich einen direkten Vergleich zwischen damals und heute zu sehen, als das Musikvideo von früher auf den vier Leinwänden im Hintergrund gezeigt wurde. Zur Hälfte des Liedes lösten dann die etwas älter gewordenen Originale das Video ab und setzten mit „Gabi und Klaus 2.0“ ein. Aber auch ohne Video klappte es bei Liedern wie „Mann im Mond“, „Nie wieder Liebeslieder“ und „Hasso“ mit dem Erinnern ganz gut.

Sebastian Krumbiegel und Tobias KünzelZufälligerweise war gestern dann auch noch der 50. Jahrestag des ersten Weltraumfluges von Juri Gagarin. Diese Begebenheit nutzten die Musiker nicht nur für etliche Überleitungen, sondern widmeten ihm auch das Lied „Überall“, für das sie sich in mit Lampen bestückte Anzüge schmissen.

Als die Zeitreise sich dem Ende neigte und das Publikum wieder in die Gegenwart entlassen werden sollte, fragte Krumbiegel, ob alle denn noch bereit wären, das letzte Lied des Abends zu hören. Dafür erntete er ein klares „Nein“. Nicht etwa, weil die Leute keine Lust mehr auf die sieben Musiker hatten, sondern weil sie sie nicht gehen lassen wollten.

Nichtsdestotrotz spielten sie „Deutschland“ und aktualisierten kurzerhand den Text an einer Stelle. Kein Wunder, fuhr Michael Schumacher vor 10 Jahren empörenderweise schließlich noch keinen Mercedes, hat dies inzwischen ja aber korrigiert. Das musste natürlich erwähnt werden.

Wie erwartet ging das Publikum auf die Barrikaden, als anschließend das Licht erlosch und die Band die Bühne verließ. Mit „Zugabe“-Rufen und lautem Getrampel wurden die Musiker dazu gebracht, noch einmal wieder zu kommen.

"Es war nicht alles schlecht"-Tour der PrinzenSo gab es zum Schluss dann noch mal Altbekanntes wie „Küssen verboten“, „Millionär“ und „Ich schenk dir die Welt“ zu hören. Aber auch den Song „Es war nicht alles schlecht“, der schließlich titelgebend für das neue Album und die Tour war, durfte nicht fehlen.

Der Abend war eine gelungene Mischung aus ganz alten und weniger alten Liedern der Prinzen, was sicherlich nicht jedem gleich gut gefallen hat. „Ich fand das Konzert anfangs gut, in der Mitte dann eher mittelmäßig und zum Schluss dann wieder sehr gut“, stellte zum Beispiel Katrin Schütt fest. Sie war vor 20 Jahren Fan der Band gewesen und hatte so natürlich auf die ihr altbekannten Songs gewartet. In der Mitte spielten die Musiker allerdings eher ihre neuere Songs von vor 10 Jahren.

Egal wie nun, Fakt ist, dass sich die Prinzen in 20 Jahren scheinbar durchgehend treu geblieben sind und ihre Musik immer noch gerne spielen. Ihre Freude auf der Bühne zu stehen, übertrug sich auf das Publikum und so war die Zeitreise wirklich sehr gelungen und die Show keinesfalls von vorgestern.

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