Zu Fuß über die Ostsee – Mit Bus und Fähre nach Dänemark

Mit dem Easyway-Ticket als Fußgänger von Rostock nach Gedser und Nykøbing

8. April 2011, von
Günther Gladisch (VVW), Michael Dietz (Scandlines), OB Roland Methling, Wilfried Eisenberg (RSAG)
Günther Gladisch (VVW), Michael Dietz (Scandlines), OB Roland Methling, Wilfried Eisenberg (RSAG)

Zu Fuß über die Ostsee? Ein Kaffee in Gedser, ein Ausflug ins Mittelalterzentrum Nykøbing oder ein Nachmittag im Tivoli Kopenhagen? Ein neues Angebot auf der Strecke Rostock – Gedser – Nykøbing soll all dies Realität werden lassen, ohne Auto, Fahrplan- und Ticketstress.

Im letzten Sommer gab es bereits einen Testlauf in beide Richtungen, nun gibt es das Angebot regelmäßig, mindestens für die nächsten drei Jahre.

„Der Start wird am 1. Mai sein“, gab Günther Gladisch, Geschäftsführer der Verkehrsverbund Warnow GmbH (VVW), am Donnerstag in Rostock bekannt. In etwa 3,5 Stunden gelangt man dann bis zu acht mal täglich vom Rostocker Hauptbahnhof nach Nykøbing.

Für die neue Strecke wurde ein internationales KombiTicket entwickelt, das die Fährpassage und Shuttle-Busse ebenso abdeckt wie die Nahverkehrsnetze in Rostock und Nykøbing. Einzeltickets sind für 19 Euro zu haben, das Tagesticket soll 29 Euro kosten.

Als Fußgänger mit Bus und Fähre über die Ostsee - Rostock - Gedser - Nykobing
Als Fußgänger mit Bus und Fähre über die Ostsee - Rostock - Gedser - Nykobing

Unter der Bezeichnung Easyway wird das Ticket für alle Überfahrten zwischen 6 und 22:45 Uhr angeboten, ab dem 15. April kann es gebucht werden. Durch die Plätze in den Bussen ist das Angebot erstmal auf 50 Tickets pro Überfahrt beschränkt, bei Bedarf ist ein Ausbau möglich. Gebucht werden kann übers Internet, in den Kundencentern der RSAG, bei Scandlines und in letzter Minute kann das Ticket auch noch direkt am Automaten im Bus gezogen werden.

„Keine Wartezeiten, keine langen Fußwege und ein Ticket“, das sind die Zutaten, die für Wilfried Eisenberg, Technischer Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), den Erfolg ausmachen. Wirklich neu und bequem, so Eisenberg, ist es, dass wir direkt in den Hafen fahren, bis an den Anleger. Zudem ist der Shuttle-Bus schnell, da zwischendurch nur noch zweimal gehalten wird – am Fährterminal sowie am Kröpeliner Tor vor dem Radisson Blu Hotel.

Mit dem neuen Angebot könnten Rostock und Guldborgsund als touristische Regionen näher zusammenrücken. Insbesondere von dänischer Seite sei die Nachfrage enorm, bekräftigt Eisenberg: „Beim Versuch im letzten Jahr waren alle Plätze innerhalb weniger Stunden ausgebucht.“

Für die Gegenrichtung möchte Oberbürgermeister Roland Methling aber nicht nur die Rostocker begeistern, sondern „alle, die in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen“, möchte er „eine kleine Kreuzfahrt erleben lassen.“ Insbesondere ab 2012, wenn die neuen Scandlines-Fähren mehr Komfort und höhere Passagierkapazitäten bieten.

Ritterspiele im Mittelalterzentrum Nykøbing
Ritterspiele im Mittelalterzentrum Nykøbing

Entstanden ist das Angebot im Rahmen des von der EU unterstützten Projektes Interface. Deutsche, Dänen, Schweden und Polen haben sich in diesem zusammengeschlossen, um Potenziale für Fußgängerfährpassagiere in der südlichen Ostsee zu ermitteln und attraktive Angebote zu entwickeln.

Und es ist nur „der erste Schritt, den wir mit der Fähre nach Gedser beginnen“, blickt Gladisch optimistisch in die Zukunft. Wenn sich alles positiv entwickelt, soll die Fähre nach Trelleborg dazukommen, ebenso wie er sich für die Finnlines-Verbindung nach Helsinki ein entsprechendes KombiTicket vorstellen kann.

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