Rostock Seawolves besiegen ASC 1846 Göttingen mit 69:65

In den Schlusssekunden konnten die Basketballer des EBC Rostock Seawolves am Samstagabend in der Ospa-Arena den Heimsieg gegen Göttingen sichern

11. März 2013
EBC Rostock Seawolves besiegen ASC 1846 Göttingen mit 69:65
EBC Rostock Seawolves besiegen ASC 1846 Göttingen mit 69:65

Was für ein Basketball-Krimi am vergangenen Samstagabend in der Rostocker Ospa-Arena. Nach der empfindlichen Heimniederlage der EBC Rostock Seawolves vor einer Woche gegen Magdeburg kehrten die Warnowstädter mit einem 69:56-Erfolg über den ASC Göttingen zurück in die Erfolgsspur. 13,6 Sekunden vor Schluss versenkte Eric Bill einen Dreipunktewurf zur Sechspunkteführung. Doch die Südniedersachsen konterten mit einem seltenen Vierpunktespiel – ein erfolgreicher Dreier plus Foul –, um den Abstand auf zwei Zähler zu verkürzen. Kwame Morgan (19 Punkte, 18 Rebounds) stellt an der Freiwurflinie schließlich den Endstand her. Sven Hellmann war bester Korbjäger der Gastgeber mit 23 Zählern, Jens Hakanowitz markierte ein Double-Double mit 18 Punkten und zwölf Rebounds. Bei den Gästen, die ihre vierte Niederlage in Folge kassierten, ragte Max Kuhle mit 30 Punkten, darunter sieben getroffenen Dreiern, heraus.

Bereits vor der Spielervorstellung der Seawolves standen die Zeichen auf Abschied. Kapitän Jens Hakanowitz bestritt sein letztes Saisonspiel für die Hanseaten; aus persönlichen Gründen wird der dänische Center-Spieler das Heimfinale am 22. März gegen Bernau nicht bestreiten. Im Spiel gegen Göttingen war Head Coach Sebastian Wild verhindert, Co-Trainer Chatney Howard übernahm das Zepter an der Seitenlinie. Er schickte die etatmäßige Startformation mit Eric Bill, Sven Hellmann, Kwame Morgan, Eric Lehmann und Hakanowitz aufs Parkett.

Es dauerte nur einige Sekunden, ehe Hakanowitz nach einem Durchstecker von Morgan die ersten Seawolves-Zähler im Korb des Gegners unterbrachte. Doch die 2:0-Führung der Hausherren hatte nicht lange Bestand. Ein Dreipunktewurf vom Göttinger Guard Max Kuhle brachte die Gäste in Führung. Die hektische Auftaktphase war geprägt von Fehlwürfen und Ballverlusten auf beiden Seiten. Erst nach fünf Minuten übernahm eine Mannschaft die Kontrolle, und es waren nicht die Rostocker. Wie aus dem Nichts nahm Kuhle das Heft in die Hand, drückte mehrfach von der Dreierlinie ab und versenkte allein im ersten Abschnitt fünf seiner insgesamt sieben Dreier an diesem Abend. Zwischenzeitlich führten die Gäste aus Südniedersachsen mit 10:18, was die Seawolves zur ersten Auszeit des Spiels zwang. Mühsam kämpften sich die Hanseaten zurück in die Partie, brachten den Ball unter den Korb und verkürzten nach Treffern von Axel Stüdemann und Hakanowitz auf 15:18. Doch prompt zischte der nächste Kuhle-Dreier durch die Maschen. Der 21-jährige Scharfschütze des Gegners kam im Anfangsviertel auf insgesamt 19 Punkte. Nach zehn gespielten Minuten stand es 17:23 aus Sicht der Seawolves.

Das zweite Viertel gehörte dem Duo Hellmann und Morgan, das 16 der 19 Rostocker Punkte in diesem Abschnitt erzielte. Doch so sehr sich die Seawolves in dieser Phase auch bemühten, die Göttinger wussten stets eine Antwort. Zweimal kamen die Rostocker bis auf einen Zähler heran (28:29, 16. Min; 36:37, 20. Min), wenngleich sie auch sieben Punkte zurücklagen (30:37, 17. Min). Mit einem 6:0-Lauf verkürzten die Seawolves schließlich den Rückstand und gingen mit 36:37 in die Halbzeit.

Im dritten Viertel schien die Halbzeitansprache Früchte zu tragen, denn die erste Führung seit den Anfangsminuten leuchtete nach einem Hellmann-Treffer zum 40:39 in der 22. Minute auf der Anzeigetafel. Jedoch bändigten die Gäste die Jagdlaune fürs Erste mit acht Punkten in Folge, darunter ein Vierpunktespiel von Kuhle in der 24. Minute. Nun aber hatten die Seawolves Witterung aufgenommen, bissen sich zurück ins Spiel und erzwangen zahlreiche Ballverluste. Ein 12:0-Lauf brachte die Wende und zugleich die 52:47-Führung nach einem Dreipunktewurf von Hellmann. Dieses Polster konnten die Seawolves in die Viertelpause retten und mit einer 54:51-Führung ins Schlussviertel starten.

Die verbleibenden zehn Minuten waren zunächst von Hektik auf beiden Seiten geprägt. Doch im Vergleich zur ersten Halbzeit hielten nun die Seawolves das Zepter in der Hand und waren gewillt, ihr Revier bis zum Schluss zu verteidigen. Die Zonenverteidigung auf beiden Seiten führte zu Fehlern, die Göttingen in der 36. Minute mit dem 58:58-Ausgleich bestrafte. Als Kapitän Hakanowitz daraufhin vier Punkte in Folge für die Seawolves erzielte (62:58; 38. Min), war der Grundstein für eine hochdramatische Schlussphase gelegt. Göttingens Yannick Schicktanz traf per Dreier zum 62:61 und die Gäste hatten mehrfach die Chance zur erneuten Führung, doch verloren den Ball, sodass Morgan per Korbleger punktete und Jörn Boghöfer beim Zug zum Korb unsportlich gefoult wurde. Die beiden Freiwürfe verfehlten ihr Ziel und das Spiel ging mit einer 64:61-Führung für Rostock in die Schlussminute. Das Publikum hatte sich schon von den Sitzen erhoben, als 13,6 Sekunden vor dem Ende Eric Bill zu einem Dreipunktewurf ansetzte und sein Team mit 67:61 in Führung brachte. Der Jubel in der Wolfshöhle war unbeschreiblich. Doch wenig später dämpfte das zweite Göttinger Vierpunktespiel an diesem Abend den einsetzenden Siegestaumel. Marcello Schröder nahm Maß und traf 7,4 Sekunden vor dem Ende mit Brett zum 67:65. Auszeit. Einwurf. Foul der Göttinger, die Morgan an die Linie schicken. Der US-Guard verwandelte sicher zum 69:65-Endstand er Seawolves und ließ über 400 Zuschauer jubeln.

Der beste Punktesammler der EBC Rostock Seawolves war Sven Hellmann mit 23 Punkten, gefolgt von Kwame Morgan, der 19 Punkte und starke 18 Rebounds sammelte. Jens Hakanowitz kam auf 18 Punkte und zwölf Rebounds. Bei den Gästen, die nur 28 Prozent ihrer Feldwürfe verwandelten, markierte Max Kuhle 30 Zähler. Marcello Schröder sammelte elf Punkte. Sebastian Born pflückte 16 Rebounds für den Zehnten der Regionalliga Nord. Die Rostocker sind Vierter der Tabelle.

Das nächste und zugleich letzte Heimspiel der Saison 2012/2013 bestreiten die EBC Rostock Seawolves am Freitag, den 22. März, um 20 Uhr gegen den SSV Lok Bernau. Am 15. Dezember gewannen die Rostocker bei den Brandenburgern mit 69:78. Gegen einen Sieg zum Saisonabschluss hätten die Fans und das Team der Seawolves sicher nichts einzuwenden.

Viertelstände:
17:23, 19:14, 18:14, 15:14

Für die EBC Rostock Seawolves spielten:
Eric Bill (3 Punkte), Jörn Boghöfer (-), Dominik Breitschuh (-), Robert Gürlich (nicht eingesetzt), Jens Hakanowitz (18 Punkte, 12 Rebounds), Sven Hellmann (23), Norman Holl (-), Eric Lehmann (3), Kwame Morgan (19 Punkte, 18 Rebounds), Axel Stüdemann (3)

Quelle: EBC Rostock Seawolves, Foto: Katharina Süß

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