Ausstellung „Mittendrin!“ im Rathaus eröffnet

Zwischen Tanzschule und Modeatelier – Russischsprachige UnternehmerInnen in Deutschland

15. März 2011, von
Bilder russischsprachiger Unternehmer aus Rostock
Bilder russischsprachiger Unternehmer aus Rostock

Rostock hat viele Gesichter. Dies beweisen nicht nur die Plakate, die noch bis Ende März überall in der Stadt hängen. Wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, bemerkt sicher schnell Geschäfte und Unternehmen aus anderen Kulturkreisen. Die Fotoausstellung „Mittendrin! – Russischsprachige Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland“ präsentiert 28 Menschen, die sich in Deutschland eine Existenz aufgebaut haben.

Auf den 28 Aufstellern sind acht Unternehmer aus Potsdam, neun aus Leipzig und elf aus Rostock zu sehen. Neben einem Porträtfoto, meist aus dem Arbeitsumfeld, gibt es auch noch einen ausführlichen Text, der die Besonderheiten der Menschen erläutert. Dieser Text ist praktischerweise sowohl auf Deutsch als auch auf Russisch abgedruckt, was die Verständlichkeit auf allen Seiten gewährleistet.

Fotoausstellung "Mittendrin! - Russischsprachige Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland"
Fotoausstellung "Mittendrin! - Russischsprachige Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland"

Es ist schon erstaunlich, wie vielfältig die gezeigten Unternehmen sind – von einer russischsprachigen Zeitung, über eine Möbelrestauration bis hin zu einem Geschäft für Damenunterbekleidung ist alles dabei. Initiator der Ausstellung ist das Projekt professija.de, welches zum Verein Deutsch-Russischer-Austausch gehört. Ziel ist es, Lebenswege vorzustellen, Mut zu machen und auch Beispiele für gelungene Migrationserfahrungen zu geben.

So stand auch die Ausstellungseröffnung am Montagabend komplett unter dem Motto der russischen Kultur und wurde von einigen vorgestellten Unternehmen mitgestaltet. Eröffnet hat, wie schon zur Eröffnung der Fotoausstellung „Mein liebster Platz“, der Chor „Nadeshda“ des Vereins „Freunde der russischen Sprache“. Sie sorgten wieder für gute Stimmung, bevor die unvermeidlichen Reden gehalten wurden.

Oberbürgermeister Roland Methling
Oberbürgermeister Roland Methling

Oberbürgermeister Roland Methling begrüßte die Anwesenden in zwei Sprachen. Auch wenn der russische Teil ein wenig stockend wirkte, sorgte es doch für Erheiterung im Saal. Er betonte, wie wichtig die Wahrnehmung der Betriebe ist, sind sie doch eine vielfältige Bereicherung für das Stadtbild. Methling thematisierte aber auch, dass es noch Probleme gibt. So ist zum Beispiel nicht immer gegeben, dass im Ausland gemachte Abschlüsse auch in Deutschland anerkannt werden.

Alexander Bondar
Alexander Bondar

Auch einer der gezeigten Unternehmer kam zu Wort. Alexander Bondar kam 1995 aus Odessa nach Rostock. Hier beendete er die Schule und machte eine Ausbildung zum Koch. Seit 2006 ist er Inhaber eines Cafés in Evershagen und ist nebenbei noch Bundestrainer im Rollstuhlfechten. Er betonte, dass die Unternehmer sich von der Stadt gut unterstützt fühlen. Probleme macht aber etwas anderes. „Wir Unternehmen wollen uns auch zeigen“, sagte er und spielte damit auf das fehlende Interesse an anderen Kulturen in der Bevölkerung an.

Kleine Eleven der Ballettschule Fouetté
Kleine Eleven der Ballettschule Fouetté

Bevor sich die Besucher endlich an das von Alexander Bondar zubereitete Büfett stürzten, gab es noch eine Präsentation der Ballettschule Fouetté. Seit einem halben Jahr bildet Galina Weber-Poukhlovski hier Schüler aller Altersgruppen aus. Schon Kinder im Vorschulalter können Unterricht nehmen. Und vor allem die ganz kleinen Eleven sorgten im Rathaus für große Verzückung. Als Feen und Schmetterlinge zeigten sie, dass sie schon einiges von ihrer Trainerin gelernt haben.

Tanja Boyko
Tanja Boyko

Da nicht nur beim Ballett die Kleidung eine wichtige Rolle spielt, entschied sich Tanja Boyko im Jahr 2004 ein Modeatelier in der Altschmiedestraße zu eröffnen. Sie hatte am Anfang überhaupt keine Probleme mit der deutschen Bürokratie. „Schon sechs Wochen nach der Anmeldung konnte ich das Geschäft eröffnen“, berichtet sie. Jedoch wünscht sie sich auch jetzt noch mehr Kundschaft: „Genug zu tun, hat man ja nie!“ Seit 26 Jahren arbeitet Tanja Boyko nun schon in ihrem Beruf und hat immer noch Freude daran, Kleidung zu entwerfen und für ihre Kunden zu ändern.

Wer noch weitere Beispiele für russische Unternehmer in unserer Stadt kennenlernen möchte, hat noch bis zum 25. März Zeit, sich die Ausstellung im Foyer des Rathauses anzuschauen.

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