Komödie „Glorious!“ vor Premiere im Theater im Stadthafen

Schauspiel begleitet die schlimmste Sängerin der Welt

3. Mai 2012, von
"Glorious!" im Theater im Stadthafen
"Glorious!" im Theater im Stadthafen

Ab Freitag heißt es im Theater im Stadthafen: Gläser und Brillen bitte draußen lassen. Das Volkstheater Rostock präsentiert „Glorious!“, eine Komödie von Peter Quilter, welche die wahre Geschichte der Sängerin Florence Foster Jenkins erzählt, die mit ihrem hohen f angeblich Glas zum Zerspringen bringen konnte. Sie war eine spezielle Frau, die jedoch als eine der schlimmsten Sängerinnen der Welt in die Geschichte eingegangen ist.

Undine Cornelius und Björn-Ole Blunck
Undine Cornelius und Björn-Ole Blunck

On nun Leonardo DiCaprio einen J. Edgar Hoover, Meryl Streep die Margaret Thatcher oder Michelle Williams Marilyn Monroe spielt, Filme über das Leben von Persönlichkeiten, sogenannte Biopics, sind momentan schwer in Mode. Mit „Glorious!“ überträgt das Volkstheater mit Regisseurin Petra Gorr diesen Trend auf die Bühne. Ein Großteil der Ereignisse beruht auf wahren Begebenheiten aus dem Leben von Florence Foster Jenkins, die von Peter Quilter zu einer theatertauglichen Geschichte gemacht wurden.

Jenkins lebte von 1868 bis 1944 in den USA und konnte durch das Erbe ihres gestorbenen Vaters ihre Liebe zur Musik ausleben. Sie konnte zwar nicht singen, doch tat dies voller Freude. Sogar auf ihrem Grabstein heißt es noch: „Die Leute können behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen habe.“ Doch trotz ihres mangelnden Talentes waren ihre Auftritte sehr begehrt, was wohl vor allem an der exzentrischen Art der Frau gelegen haben dürfte.

Die Figuren von „Glorious!“: St. Clair Bayfield, Cosme McMoon und Dorothy
Die Figuren von „Glorious!“: St. Clair Bayfield, Cosme McMoon und Dorothy

Das Bühnenstück begleitet die Sängerin in verschiedenen Lebenssituationen. Das Publikum ist zum Beispiel dabei, wenn sie ihren Pianisten Cosme McMoon (gespielt von Björn-Ole Blunck) kennenlernt. Dieser war bei all ihren Auftritten eine wichtige Bezugsperson und begleitete sie bis an ihr Lebensende.

Ein Herzstück der losen Geschichte ist die Legende von einem Autounfall, bei dem das hohe f der Sängerin noch einmal etwas höher geworden ist.

Undine Cornelius, Monika Boysen, Ulrich K. Müller und Björn-Ole Blunck
Undine Cornelius, Monika Boysen, Ulrich K. Müller und Björn-Ole Blunck

Der Höhepunkt in Jenkins Karriere und auch in „Glorious!“ ist der Auftritt vor 3000 Menschen mit der Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus der Zauberflöte in der ausverkauften Carnegie Hall in New York. Besucher zahlten teilweise das Zehnfache des eigentlichen Eintrittspreises, nur um bei diesem Ereignis dabei sein zu können. Im Stück wird sie dabei moralisch von St. Clair Bayfield (gespielt von Ulrich K. Müller), ihrem Geliebten und Manager, der Freundin Dorothy (Undine Cornelius) und dem mexikanischen Hausmädchen Maria (gespielt von Nadine Rosemann) unterstützt.

Andrea Stache-Peters als Florence Foster Jenkins
Andrea Stache-Peters als Florence Foster Jenkins

Schauspielerin Andrea Stache-Peters bekam neben den regulären Proben für ihre Rolle als Florence Foster Jenkins auch vier Wochen speziellen Musikunterricht. Dabei wurde zuerst das genaue Treffen der Töne geprobt, im zweiten und wichtigeren Schritt wurden anschließend aber wieder fehlerhafte Töne und dissonante Melodieverläufe eingeübt, um dem Talent der echten Jenkins auch gerecht zu werden.

Im Stück heißt es: „Florence war ein Symbol für alle, die einen Traum haben.“ Am Freitag feiert ihre Geschichte in Rostock Premiere. Danach hat man bis zum 31. Mai Zeit, sich selbst ein Bild von einer besonderen Frau mit einem besonderen Traum zu machen.

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