Hafenkran im Stadthafen umgesetzt

Im Stadthafen Rostock wurde heute einer der beiden 70 Tonnen schweren Takraf-Portalkräne versetzt – nach Absackungen war seine Standsicherheit nicht mehr gewährleistet

27. November 2019, von
Der östliche Hafenkran im Stadthafen Rostock wurde heute wenige Meter versetzt
Der östliche Hafenkran im Stadthafen Rostock wurde heute wenige Meter versetzt

Spektakuläre Aktion im Stadthafen Rostock: Der östliche der beiden blauen Portalkräne auf der Haedge-Halbinsel ist heute mit einem riesigen Autokran wenige Meter versetzt worden. Grund waren Absackungen an der Kaianlage, wodurch der Kran zu kippen drohte.

Der Umzug dauerte nur wenige Minuten. Ein 500-Tonnen-Kran der Firma H. N. Krane hob den 70 Tonnen schweren Hafenkran in einem Stück an, drehte ihn um 90 Grad ein und setzte ihn 20 Meter weiter landseitig auf einem temporären Fundament aus Stahlplatten, Erde und Holzbohlen wieder ab. Im Vorfeld wurde ein drei Tonnen schweres Gewicht am Hafenkran angebracht, um diesen beim Anheben im Lot zu halten.

„Ich bin sehr zufrieden, alles ist komplikationslos abgelaufen“, freute sich Hafenkapitän Falk Zachau nach der Aktion, auch wenn es beim Abheben und Aufsetzen schon ein wenig Nervenkitzel gab, ob „auch alles so passt, wie es berechnet wurde“.

Ein 500-Tonnen-Kran hievte den Hafenkran an seinen neuen Standort
Ein 500-Tonnen-Kran hievte den Hafenkran an seinen neuen Standort

Hintergrund der Aktion waren Absackungen an der Kaianlage, die bei Kontrollen im September aufgefallen waren. Nach einer näheren Untersuchung, bei der auch Tauchroboter zum Einsatz kamen, wurden Hohlräume in der Kaianlage festgestellt. „Die Spundwand an dieser Stelle ist beschädigt, dadurch ist es zu Unterspülungen gekommen“, erklärt Falk Zachau.

„Da der landseitige Kranfuß nicht wie die beiden seeseitigen tiefgegründet worden ist, sondern nur flachgegründet auf einem Schotterbett, kann man an der Stelle keine Standsicherheit mehr garantieren“, führt der Leiter des Hafen- und Seemannsamtes der Hanse- und Universitätsstadt weiter aus.

Keine Gefahr besteht für den baugleichen zweiten Kran, der nur wenige Meter entfernt steht. „Alles was wir bisher untersucht haben, hat ergeben, dass der zweite Kran nicht betroffen ist“, bestätigt Zachau.

Geschafft: Der blaue Portalkran steht auf dem Fundament an seinem neuen temporären Standort
Geschafft: Der blaue Portalkran steht auf dem Fundament an seinem neuen temporären Standort

500.000 Euro bewilligte die Bürgerschaft für den Umzug des Krans. Nun geht es an die Sanierung der Kaianlage. Drei Angebote liegen dem Hafen- und Seemannsamt vor, jetzt soll sondiert werden, welches das beste Sanierungskonzept ist. Auf jeden Fall soll auch für den landseitigen Kranfuß eine Tiefengründung erfolgen, so Zachau. Spätestens Anfang August soll der Kran an seinen alten Platz zurückkehren. „Das Ziel ist natürlich, dass wir das zur Hanse Sail wieder fertig haben“, bekräftigt der Hafenkapitän.

Die beiden blauen Portalkräne wurden in den 1960er-Jahren im DDR-Kombinat TAKRAF (Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen) hergestellt und im Stadthafen Rostock für den Güterumschlag eingesetzt. Nachdem der Umschlag hier Anfang der 1990er Jahre endgültig eingestellt wurde, blieben die beiden Hafenkräne als maritimes Erbe an der Kaikante.

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