Restaurierter John-Brinckman-Brunnen übergeben

Wenn alle Brünnlein wieder fließen – John-Brinckman-Brunnen

20. April 2010, von

John Brinckman Brunnen in Rostock Heute fand in Brinckmansdorf die offizielle Übergabe des restaurierten Brinckman-Brunnens statt. Im Sommer 2009 wurden bauliche Mängel festgestellt und der Restaurator Wolfram Vormelker mit der Wiederherstellung des Brunnens beauftragt.

Der Brunnen befindet sich im Stadtteil Brinckmansdorf an der Tessiner Straße. Doch dies ist bereits sein dritter Standort. Ursprünglich stand er auf dem Vögenteichplatz, 1935 wurde er umgesetzt, 1969 abgebaut und 1974 am Weißen Kreuz wieder aufgebaut.

Mosaiken des Brinckman-Brunnens Paul Wallat, Bildhauer und Maler, hatte den Brunnen 1914 fertiggestellt. Die Mosaiken bringen Szenen aus dem literarischen Werk des niederdeutschen Dichters John Brinckman zur Darstellung. Der in Rostock geborene Schriftsteller schrieb seit 1854 niederdeutsche Gedichte und Erzählungen. Sein wohl bekanntestes Werk ist „Kasper Ohm un ick“, das Erinnerungen aus Brinckmans Kindheit aufgreift.

Norbert Wendt, Reinhard Wolfgramm, Dr. Liane Melzer, Prof. Dr. Ingo Richter, Wolfram Vormelker, Christian Plothe Erschienen waren zu diesem Termin Norbert Wendt (Jahresköste der Rostocker Kaufmannschaft), Reinhard Wolfgramm (RGS), Dr. Liane Melzer (Kultursenatorin), Prof. Dr. Ingo Richter (Hanseatische Bürgerstiftung), Wolfram Vormelker (Restaurator) und Christian Plothe (Glasgestalter).

Dr. Liane Melzer nutzte diese Gelegenheit, um der Jahresköste der Kaufmannschaft in Rostock für ihre Spende von 6.000 € zur Sanierung der Mosaiken und Reliefs des Brunnens zu danken. Wolfram Vormelker gab dann Auskunft über die von ihm durchgeführten Maßnahmen. So wäre der gesamte Brunnen von der Vermoosung und dem Befall mit Algen und Flechten befreit worden. Überdies habe man die Mosaiken, an denen sich bereits Steinchen gelöst hatten, gereinigt und einzelne Steinchen neu befestigt. Er erklärte auch, dass der Brunnen unsachgemäß an diesem Standort wiedererrichtet worden sei. Mängel, die auf diesen Umstand zurückzuführen sind, seien ebenfalls behoben worden.

Wolfram Vormelker, Restaurator Im Juli 2009 wurde das Bronzerelief, welches ursprünglich am Brunnen befestigt war, gestohlen. Der Restaurator zeigte eine Abbildung des immer noch vermissten Stückes. In wessen Besitz es sich nun befindet und ob es sich jemals wieder anfinden wird, bleibt vorerst ungewiss. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten fand sogar eine Suchaktion in dem Gebiet rund um den Brunnen statt – leider vergeblich.

Prof. Dr. Ingo Richter „vertellte“ dann noch eine kleine Geschichte „up platt“ aus dem Werk „Kasper Ohm un ick“ von John Brinckman. Diese verstanden allerdings nicht alle Anwesenden – Platt snacken un verstahn kommt halt leider doch mehr und mehr aus der Mode.

Brinckman Brunnen in Brinckmansdorf Nebenbei bemerkt floss heute seit langem das erste Mal wieder Wasser durch den Brunnen. Zuvor waren schon der „Brunnen der Lebensfreude“ und der „Möwenbrunnen“ wieder zum Sprudeln gebracht worden. Das ist ein weiteres Zeichen auf dem Weg in den Sommer, denke ich. Ganz bald schon wird das kühlende Wasser dieser spritzigen Bauwerke wieder für Erfrischungen sorgen und nicht nur die Kinder mit seinem Geplätscher erfreuen.

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1 Kommentar

  • Antje Schmitz, geb.Lüders sagt:

    Liebe Redaktion
    Erst heute lese ich Ihren Bericht über die Restaurierung des John-Brinckman-Brunnens.
    Ich möchte darauf hinweisen ,daß 1914 die Steinmetzarbeiten von „Wilhelm Lüders Granitwerke“ in der Kessiner Chaussee ausgeführt wurden.Diese Firma gehörte damals meinem Großvater Wilhelm Lüders.
    Mit freundlichem Gruß
    Antje Sch,mitz, geb. Lüders

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