Akte und Landschaften in der Societät Rostock maritim

Klaus Ender präsentiert seine Fotoausstellung „Akt und Landschaft“

31. Januar 2012, von
Ausstellung „Akt und Landschaft“
Ausstellung „Akt und Landschaft“

Wunderschöne Frauen, Wasser und die Insel Rügen prägen nach eigener Aussage das Leben von Klaus Ender. 1964, vor fast einem halben Jahrhundert, hat er angefangen, in der DDR Akte zu fotografieren. Die folgenden Jahre waren von harten Kämpfen gegen Funktionäre geprägt. Es fielen Sätze wie: „Glauben Sie wirklich, mit Ihren nackten Ärschen den Sozialismus aufbauen zu helfen?“

Aktfotografien im alten Schifffahrtsmuseum
Aktfotografien im alten Schifffahrtsmuseum

Doch 1975 setzte sich Ender durch und konnte seinen Traum erfüllen: die erste Aktausstellung der DDR. Und der Erfolg gab ihm recht. Allein in den ersten vier Wochen schauten sich 25.000 Besucher die Aufnahmen an, es folgte eine Wanderausstellung durch das gesamte Land. So wurde „Akt und Landschaft“ auch das erste Mal in Rostock gezeigt. Nach einem weiteren Besuch 2006 im Baltic Point Warnemünde kann man die Fotografien nun erneut in der Societät Rostock maritim besichtigen.

Inzwischen ist die Ausstellung auf eine beachtliche Größe angewachsen. 160 Bilder zeigt der Künstler in den Räumen des Schifffahrtsmuseums, 60 davon sind noch Originale aus dem Jahr 1975. „Ich wollte immer verhindern, dass die Fotografien in Pornographie abdriften“, erzählte Ender gestern bei der Ausstellungseröffnung. Und so spielen neben den anmutigen Frauenkörpern vor allem bestimmte Situationen und Landschaften die zentrale Rolle in den Kompositionen.

Klaus Ender
Klaus Ender

Um diesen Bildern einen etwas anderen Rahmen zu geben, schreibt Klaus Ender seit 2002 Gedichte und Aphorismen. In einem eigenen Verlag sind inzwischen acht Gedicht-Bildbände erschienen, in denen die Texte und Motive zu einer ganz eigenen Mischung verschmelzen. Diese können ebenfalls im Rahmen der Ausstellung besichtigt und erworben werden, sodass man auch einen Teil der Arbeiten mit nach Hause nehmen kann.

Die Societät Rostock maritim zeigt Aktbilder von Klaus Ender
Die Societät Rostock maritim zeigt Aktbilder von Klaus Ender

Eine amüsante Geschichte am Rande erzählte der Fotograf auf die Frage, wie er seine Models auswähle: „Früher waren das alles Mädchen von nebenan.“ Als Dankeschön für die Aktaufnahmen erstellte Ender dann professionelle Fotokarten, sodass kaum jemand für das Modell stehen bezahlt werden wollte. „Heute ist die erste Frage immer sofort: Wie viel bekomme ich?“

Mit dieser Ausstellung gibt es ein weiteres Highlight in der Societät Rostock maritim. Der Vereinsvorsitzende Jochen Pfeiffer berichtet, dass auch weiterhin kulturelle Veranstaltungen geplant seien. Einerseits hofft man, noch weitere Vorstellungen von Novecento anbieten zu können, andererseits wird in der zweiten Jahreshälfte ein ganz besonderes Projekt zu Gast sein. Ab Mai, im Anschluss an „Akt und Landschaft“, zeigt der Verein die Ausstellung „Körperwelten“.

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