Klima-Gipfel in Kopenhagen – Nachlese

Diskussionen zum Klimaschutz im Haus Böll

12. Februar 2010, von
Ausgestellte Kunst im Haus Böll Rostock
Ausgestellte Kunst im Haus Böll Rostock

Nachdem es mich ja am letzten Wochenende ziemlich niedergestreckt hatte (meine Abwesenheit dürfte euch durchaus aufgefallen sein…), bin ich im Laufe der Woche halbwegs genesen und durfte heute wieder ran an die Arbeit. Zur Schonung gibt es vorerst aber nur leichte Kost, das heißt Innentermine. Auf die schöne Fackelwanderung am Strand muss meine liebe Leserschaft also leider verzichten! :-/

Prof. Dr. Felix Ekardt von der Universität Rostock
Prof. Dr. Felix Ekardt von der Universität Rostock

Zum Trost gibt’s dafür gleich zum „Wochen(end)einstieg“ ein ganz brisantes Thema. Anlässlich des Klima-Gipfels vergangenen Dezember in Kopenhagen wurde am Donnerstagabend eine Nachlese im Haus Böll gehalten. Der Veranstaltungsort war auch für mich eine Premiere, ist direkt gegenüber dem „Krahnstöver“, Ecke Grubenstraße, aber recht leicht zu finden.

Angesichts der bemerkenswert interessanten Bilder in den Kellerräumen des Gebäudes hab ich mich dann schon ziemlich geärgert, die Ausstellungseröffnung verpasst zu haben. Wer diesen Termin ebenfalls versäumt hat, wird aber sicher auch noch in nächster Zeit die Gelegenheit haben, die Kunstwerke im Haus Böll bewundern zu können.

Ulrich Söffker und Prof. Felix Ekardt
Ulrich Söffker und Prof. Felix Ekardt

Nach den entwicklungspolitischen Bildungstagen als Vorbereitung auf den Klimagipfel fand nun also die Nachlese als Auswertung dessen statt. Dazu sollte Prof. Dr. Felix Ekardt, der an der Uni Rostock im Bereich Umweltrecht und speziell als Leiter der Forschungsgruppe „Nachhaltigkeit und Klimapolitik“ arbeitet, einen Vortrag halten. Die Moderation des Abends übernahm Ulrich Söffker von den Grünen.

Zur Einführung in das Thema (und damit auch wirklich jeder weiß, worum es geht) gab es erstmal einen kurzen Film über den Klimagipfel, der eigens von der Heinrich Böll Stiftung Berlin produziert wurde. Nicht nur in diesem, sondern auch während des Vortrags

Prof. Dr. Felix Ekardt
Prof. Dr. Felix Ekardt
wurde schnell deutlich, dass der groß angekündigte Klimagipfel eigentlich kein konkretes oder befriedigendes Ergebnis erzielt hat.

Klimaschutz ist im Wesentlichen die reduzierte Verwendung fossiler Brennstoffe. Seit 1990 sind die Emissionen weltweit um etwa 40% gestiegen, bis 2050 sollen sie global um ganze 80% wieder abgebaut werden. Für dieses Vorhaben ist natürlich ein radikales Umdenken erforderlich, welches nicht nur die verantwortlichen Politiker, sondern vor allem die breite Masse betrifft.

Ulrich Söffker und Prof. Felix Ekardt
Ulrich Söffker und Prof. Felix Ekardt

Diesem Umdenken stehen allerdings wichtige Grundeigenschaften des Menschen selbst im Weg. Zuerst einmal die fehlende Lust des Konsumenten auf einen drastischen Wandel, etwa beim Fliegen, Autofahren, Heizen und Essen. Hinzu kommen Eigennutzen, Gewohnheit und übernommene falsche Werthaltungen. Das Hauptproblem ist aber, dass Klimaschutz ein Kollektivproblem ist: niemand kann das Klima alleine retten oder bedeutend dazu beitragen, was für den einzelnen ziemlich demotivierend ist.

Doch obwohl das Handeln des einzelnen für den Klimaschutz unerheblich ist, macht es am Ende immer noch die Menge. Felix Ekardt geht hier mit gutem Beispiel voran, ist seit 17 Jahren Vegetarier, trinkt keinen Kaffee, hat keinen Führerschein und kein Handy. In den letzten Jahren hat das Bevölkerungsbewusstsein fürs Klima deutlich zugenommen und wird es auch weiterhin, wenn jeder seinen kleinen Beitrag für unser aller Zukunft leistet.

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