Autofreier Klima-Aktionstag in der Langen Straße

„Straße frei! Freiräume. Einsichten. Visionen“ – am 16. September verwandeln sich die Parktaschen in der Langen Straße zum Rostocker PARK(ing)-Day in grüne Oasen

12. September 2012, von
Straße frei  heißt es am 16. September 2012 zum autofreien Klima-Aktionstag in der Langen Straße
Straße frei heißt es am 16. September 2012 zum autofreien Klima-Aktionstag in der Langen Straße

15.000 Autos fahren täglich über die Lange Straße. Sonntags sind es fünftausend weniger. Am kommenden Sonntag, dem 16. September, jedoch wird die Lange Straße autofrei sein.

Anlässlich des Klima-Aktionstages wird sie von acht bis 20 Uhr im Bereich zwischen Kuhstraße und Krämerstraße komplett für den Kfz-Verkehr gesperrt. Auch die Parkplätze sind vorher zu räumen und die Ausfahrt aus der Tiefgarage ist nur in dringenden Fällen möglich.

Denn von 13 bis 18 Uhr sollen sich auf der 800 Meter langen zweispurigen Straße mitten in der Innenstadt zahlreiche Fußgänger, Fahrradfahrer, Skater und Stelzenläufer tummeln. Der Rostocker Agenda-21 Arbeitskreis „Klimaschutz und Mobilität“ und die Stadt laden nämlich zu einem Straßenfest ein. Die Absicht der Aktion: „Wir wollen mit den Leuten über Alternative Mobilität ins Gespräch kommen“, erklärt Steffen Nozon vom Amt für Umweltschutz; wirken sich Autoabgase doch sowohl auf das lokale als auch auf das globale Klima aus.

Besonders den Autofahrern soll daher das Umsteigen schmackhaft gemacht werden. Über nachhaltige Fortbewegungsmittel können sie sich bei verschiedenen Partnern des Aktionstages informieren. So wird die Deutsche Bahn ihr Carsharing-Angebot und die Leihräder Call-a-Bike vorstellen, die Rostocker Straßenbahn ihre modernen Hybridbusse vorführen, die Stadtwerke präsentieren Elektroautos und lokale Fahrradhändler werden Lastenräder und Fahrradanhänger, die zum Einkaufen geeignet sind, zeigen. Pedelecs und Spaßräder können gleich vor Ort ausprobiert werden. In einer Podiumsdiskussion soll das Thema „Vernetzte Mobilität in Stadt und Land“ beleuchtet werden.

Unterhaltung zum Mitmachen für die großen und kleinen Gäste des Straßenfestes bieten Ozeaneum, Kunsthalle, Circus Fantasia und verschiedene Sportvereine mit ihren Showvorführungen an. Die Geschäfte in der Langen Straße werden am Sonntag ebenfalls geöffnet sein.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages ist der erste Rostocker PARK(ing)-Day, bei dem die Parktaschen in der Langen Straße in kleine grüne Parklandschaften verwandelt werden sollen. 26 Parktaschengestalter, darunter Anwohner, aber auch Initiativen, Vereine und Institutionen wie der ADFC, die Forschungsgruppe Kunst, das Ökohaus und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, haben sich bisher angemeldet. Wer ebenfalls eine Parktasche mit Rasen, Blumen, Hängematten, Stühlen oder anderen einfachen Mitteln fantasievoll, aber ohne kommerzielles Interesse gestalten möchte, muss sich sputen. Bis morgen nimmt das Amt für Umweltschutz noch Anmeldungen von Kurzentschlossenen entgegen.

Mangels Zufahrts- und Parkmöglichkeiten sollten Besucher des autofreien Klima-Aktionstages den eigenen Pkw am besten zuhause lassen. Wer mit der Straßenbahn anreist, hat zwischen Platz der Jugend und Dierkower Kreuz sogar die seltene Gelegenheit in eine der drei Traditionsbahnen der RSAG einzusteigen.

Am westlichen Ende der Langen Straße werden in Höhe „Am Bussebart“ in der Reisebustasche Taxi- und Behindertenplätze zur Verfügung stehen.

Der autofreie Klimaaktionstag ist Teil der Rostocker Woche für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die am Freitag mit der Verleihung des Titels „Fairtrade-Stadt“ an die Hansestadt Rostock beginnt und mit dem Kinder- und Familienfest zum Weltkindertag am 22. September rund um den Universitätsplatz endet.

Schlagwörter: Fahrrad (125)Klima (26)Lange Straße (37)RSAG (141)Umwelt (124)Verkehr (390)

Das könnte dich auch interessieren:

2 Kommentare

  • Thomas sagt:

    ziemlich blödsinnige aktion: die autofahrer werden entsprechend andere straßen nutzen. wenn müsste die gesamte innenstadt gesperrt werden, damit die leute nicht bewogen sondern gezwungen werden öffentliche verkehrsmittel zu nutzen und vlt. auch mal eine nutzererfahrung bekommen.

    ferner: wären die öffentlichen verkehrsmittel nicht so teuer, würde auch mehr leute die öffentlichen verkehrsmittel nutzen … es ist nach wie vor meist billiger mit dem auto zu fahren, als mit bus oder bahn. gerade die strassenbahn in Rostock (mit ihren haltestellen, die manchmal weniger als 100 meter voneinander entfernt sind) empfinde ich als viel zu teuer …

  • Georg sagt:

    @Thomas

    Wenn ich jemanden zwinge sein Verhalten zu ändern wird das in einem Großteil der Fälle Widerstand hervorrufen. Also zwinge ich niemanden vom Auto aufs Rad oder andere alternative Forstbewegungsmöglichkeiten umzusteigen sondern zeige ihm diese neuen Optionen samt Vor- und Nachteilen auf und hoffe dass sich jeder sein eigenes Bild macht und vielleicht mit neuen Erkenntnissen seine zukünftige Mobilität betreffend nach Hause geht.
    So ein Wandel wie hier angestrebt wird, vom Auto aufs Rad, Pedelec, Segway kann nicht erzwungen werden. Da muss jeder schon sein eigenes Hirn anwerfen um zu erkennen, dass es sich langfristig lohnt.

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.