Es war ein Spiel auf Zeit und das wusste auch jeder der Anwesenden. Spätestens als der Monitor auf der Bühne anging und ein 99-minütiger Countdown startete, gab es kein Zurück mehr. Und dann, um die Minute 78 rum, betraten die fünf Musiker von Knorkator die Bühne, um pünktlich zur Minute 77 endlich auch in Rostock mit dem Aufhören aufzuhören.
Am 8. Dezember 2008 spielten Knorkator ihr letztes Konzert. In den folgenden Jahren gingen sowohl Keyboarder Alf Ator als auch Sänger Stumpen und Gitarrist Buzz Dee auf verschiedene Lesereisen. Das war zwar ein kleiner Trost, doch so richtig glücklich waren die Fans der selbst betitelten „meisten Band der Welt“ nicht. Umso größer war die Freude, als sie im November letzten Jahres bekanntgaben, dass sie wiederkommen werden. Zuerst mit einer „77 Minuten Clubtour“ um zu testen, ob überhaupt noch einer Interesse an Knorkator hat.
Und mit dem Konzert im M.A.U. Club dürfte dies auch bewiesen worden sein. 500 Leute, so die Vorgabe der Band, drängten sich vor der Bühne dicht zusammen, und als die Band diese betrat, gab es kein Halten mehr. Mit Jubelstürmen und frenetischem Mitsingen begrüßte das Rostocker Publikum die Kapelle.


Auch wenn es weniger Ansagen als sonst gab, die Zeit war ja knapp bemessen, blieben die Publikumsansprachen nicht ganz aus. Vor allem beim Lied „A“ peitsche Stumpen das Publikum an, immer lauter zu schreien. „Schreit, dass selbst Backfisch Udo es hört!“ Überhaupt war die Stimmung ganz fantastisch und die Fans feierten Hits wie „Alter Mann“, „Hardcore“ und „Es kotzt mich an“ ab.

Auch zwei neue Songs gab es zu hören. Bei „Refräng“ konnte man auch ohne das Lied zu kennen schnell mitsingen, bestand der Refrain doch nur aus eben diesem Wort, „Refräng.“ Ebenfalls neu war „Du nich“, wovon es auch schon T-Shirts zu kaufen gab. Um da dem Text besser folgen zu können, hatten ihn die Musiker zeichnerisch umgesetzt, was zusätzlich für einige Lacher sorgte.
Als der Countdown auf Null sprang, verließ die Band unter großem Jubel die Bühne. Und natürlich blieben auch Zugabenrufe nicht aus. Und tatsächlich ließen sie sich erweichen und kamen noch einmal für zwei Songs auf die Bühne. „Ich hasse Musik“ und „Für meine Fans“ bildeten den Abschluss des Konzertes. Gerade Letzteres passte sehr gut, geht es doch um das überwiegend männliche Publikum, welches auch im M.A.U. Club wieder klar in der Überzahl war.
Wer das Konzert verpasst hat oder keine Karte mehr bekommen hat, der muss nicht zu enttäuscht sein. Am 12. November werden sie wieder ins M.A.U. kommen, diesmal unter dem Motto "Mission Ü77". Dann muss wahrscheinlich auch nicht ganz so gehetzt werden und es bleibt mehr Zeit für verrückte Aktionen.
Knorkator - 77 Minuten Clubtour 
Alf Ator 
Stumpen und Buzz Dee 
Alf Ator und Nicolaj Gogow 
Stumpen und Buzz Dee 
Das Publikum im M.A.U. Club 
Stumpen und Buzz Dee 
Alf Ator am Keyboardring 
Stumpen 
Nicolaj Gogow und Buzz Dee