Knorkator hören mit dem Aufhören auf

77 Minuten Clubtour im M.A.U.

17. April 2011, von

Es war ein Spiel auf Zeit und das wusste auch jeder der Anwesenden. Spätestens als der Monitor auf der Bühne anging und ein 99-minütiger Countdown startete, gab es kein Zurück mehr. Und dann, um die Minute 78 rum, betraten die fünf Musiker von Knorkator die Bühne, um pünktlich zur Minute 77 endlich auch in Rostock mit dem Aufhören aufzuhören.

Knorkator im M.A.U. Club Rostock 2011
Knorkator im M.A.U. Club Rostock 2011

Am 8. Dezember 2008 spielten Knorkator ihr letztes Konzert. In den folgenden Jahren gingen sowohl Keyboarder Alf Ator als auch Sänger Stumpen und Gitarrist Buzz Dee auf verschiedene Lesereisen. Das war zwar ein kleiner Trost, doch so richtig glücklich waren die Fans der selbst betitelten „meisten Band der Welt“ nicht. Umso größer war die Freude, als sie im November letzten Jahres bekanntgaben, dass sie wiederkommen werden. Zuerst mit einer „77 Minuten Clubtour“ um zu testen, ob überhaupt noch einer Interesse an Knorkator hat.

Und mit dem Konzert im M.A.U. Club dürfte dies auch bewiesen worden sein. 500 Leute, so die Vorgabe der Band, drängten sich vor der Bühne dicht zusammen, und als die Band diese betrat, gab es kein Halten mehr. Mit Jubelstürmen und frenetischem Mitsingen begrüßte das Rostocker Publikum die Kapelle.

Rajko Gohlke, Buzz Dee und Nicolaj Gogow
Rajko Gohlke, Buzz Dee und Nicolaj Gogow

Und schon beim ersten Lied „Der ultimative Mann“ erkannte man, dass Knorkator immer noch zu den besten Livebands Deutschlands gehören. Alf Ator, der sonst auf einem Holzklavier spielte, was regelmäßig auf Konzerten zerstört wurde, hatte ein neues Instrument, einen Keyboardring. Sechs verschiedene Klaviaturen bediente er während des Abends. Am Bass ist seit diesem Jahr Rajko Gohlke. Er ist laut Aussage von Stumpen der Grund, warum Knorkator wieder gemeinsam touren. Als Schlagzeuger war wieder Nicolaj Gogow dabei, der sich wie der Rest der Band auch komplett verausgabte. An der Gitarre war Buzz Dee, wie immer edel gekleidet, mit zwei Sonnenbrillen bewaffnet und der Inbegriff von Coolness.

Stumpen und Alf Ator
Stumpen und Alf Ator

Highlight war aber Sänger Stumpen. Dieser betrat die Bühne in einem grünen Ganzkörperlatexanzug, in dem er sprichwörtlich glänzte. Natürlich tat er dies nicht nur durch das Outfit, sondern auch durch seine irre Bühnenshow. Er sprang wie ein Flummi auf der Bühne herum, machte komische Verrenkungen und sprang nach einigen Liedern auch einfach mal ins Publikum.

Auch wenn es weniger Ansagen als sonst gab, die Zeit war ja knapp bemessen, blieben die Publikumsansprachen nicht ganz aus. Vor allem beim Lied „A“ peitsche Stumpen das Publikum an, immer lauter zu schreien. „Schreit, dass selbst Backfisch Udo es hört!“ Überhaupt war die Stimmung ganz fantastisch und die Fans feierten Hits wie „Alter Mann“, „Hardcore“ und „Es kotzt mich an“ ab.

Huckepackpogo
Huckepackpogo

Zu dem Lied „Kurz und Klein“ gab es das bei Knorkatorfans schon bekannte Huckepackpogo. Dazu wurden eigentlich zwölf Paare gesucht, aber Freunde wurden auch gelten gelassen. Diese sollten sich vor der Bühne versammeln und jeweils ein Partner sollte auf die Schulter genommen werden. Beim Refrain des Liedes war es dann das Ziel, als Letzter auf den Schultern sitzen zu bleiben. Ein riesiger Spaß, zumindest als Zuschauer.

Auch zwei neue Songs gab es zu hören. Bei „Refräng“ konnte man auch ohne das Lied zu kennen schnell mitsingen, bestand der Refrain doch nur aus eben diesem Wort, „Refräng.“ Ebenfalls neu war „Du nich“, wovon es auch schon T-Shirts zu kaufen gab. Um da dem Text besser folgen zu können, hatten ihn die Musiker zeichnerisch umgesetzt, was zusätzlich für einige Lacher sorgte.

Als der Countdown auf Null sprang, verließ die Band unter großem Jubel die Bühne. Und natürlich blieben auch Zugabenrufe nicht aus. Und tatsächlich ließen sie sich erweichen und kamen noch einmal für zwei Songs auf die Bühne. „Ich hasse Musik“ und „Für meine Fans“ bildeten den Abschluss des Konzertes. Gerade Letzteres passte sehr gut, geht es doch um das überwiegend männliche Publikum, welches auch im M.A.U. Club wieder klar in der Überzahl war.

Wer das Konzert verpasst hat oder keine Karte mehr bekommen hat, der muss nicht zu enttäuscht sein. Am 12. November werden sie wieder ins M.A.U. kommen, diesmal unter dem Motto „Mission Ü77“. Dann muss wahrscheinlich auch nicht ganz so gehetzt werden und es bleibt mehr Zeit für verrückte Aktionen.

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2 Kommentare

  • lundner sagt:

    Danke für den guten Rückblick! :)

  • Cynric sagt:

    War mal wieder ein Genuß! Die Stimmung war gut, der Platz wenig und die Musi genial. Gerne im November wieder.

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