Stumpen liest 5.0

Stumpen – die etwas andere musikalische Lesung im Rostocker M.A.U. Club

15. Oktober 2010, von
Stumpen
Stumpen

Wer glaubt, dass man nur dann eine Lesung veranstalten kann, wenn man selbst ein Buch geschrieben hat, war noch nie bei Stumpen.

Für alle, die Stumpen nicht kennen, eine kurze Vorstellung: Stumpen ist der ehemalige Sänger der Band Knorkator, die vor allem durch eine außergewöhnliche Bühnenshow von sich reden machte. Die Band löste sich im Dezember 2008 auf und seitdem geht Stumpen auf Lesetour. Das Motto der ersten Lesungen lautete: „Stumpen liest immer alles und sing vielleicht.“

Ally und Buzz Dee
Ally und Buzz Dee

Am 14. Oktober war es wieder soweit. Ungefähr 150 Gäste hatten sich im M.A.U. Club am Warnowufer versammelt, um dem fünften Leseabend in Rostock beizuwohnen. Stumpen war wie üblich mit einer sehr eigenwilligen Fellhose bekleidet, und doch gab es auch schon am Anfang die erste Überraschung zu verzeichnen.

Wo sonst Martini auf der Bühne getrunken wird, gab es heute nur Wasser. Doch das sollte der Stimmung keinen Abbruch tun. Mit auf der Bühne war auch wieder Buzz Dee, der ehemalige Gitarrist von Knorkator, der von Stumpen liebevoll mit einem Kuss begrüßt wurde. Neuzugang auf der Bühne war Ally, eine gebürtige Berlinerin, die nun in Rostock lebt. Sie verzauberte das Publikum mit ihrem langen Haar und einem fantastischen Geigenspiel.

Buzz Dee
Buzz Dee

Was macht nun aber solch eine Lesung mit Stumpen und Buzz Dee so besonders? Ganz einfach. Nirgendwo sonst (zumindest ist es mir nicht bekannt) bekommt man eine so fantastische Mischung aus Witzen, Liedern, Gedichten und Multimediaspielereien dargeboten – von, wie man in Berlin sagt, zwei absoluten Originalen. Da wird „Über sieben Brücken musst du gehen“ zur Melodie von „Girl from Ipanema“ oder aber eine deutsche Version von „In the Ghetto“ über einen Rostocker Dönerladen gesungen.

Ally aus Rostock an der Geige
Ally aus Rostock an der Geige

Als es nach zwei Stunden die erste Pause gab, hatte man das Gefühl, die anfängliche Ankündigung, die Lesung würde heute sieben Stunden gehen, könnte vielleicht ernst gemeint gewesen sein.

In der Unterbrechung erzählte mir Ally, dass sie Stumpen über einen gemeinsamen Soundmischer kennengelernt habe. Die Frau, die sonst in der Irish-Folk-Metal-Band Ally, the Fiddle spielt, berichtete, dass sie gern mit den beiden Ex-Knorkatoren unterwegs ist – solange es die Zeit zulässt.

Stumpen liest 5.0 im M.A.U.
Stumpen liest 5.0 im M.A.U.

Ein kleines Geheimnis wurde dann im zweiten Teil gelüftet: „Ich verkünde, im Jahr 2011, hört Knorkator auf, mit aufhören.“ Das quittierte das Publikum mit tosendem Applaus. Auch die Ankündigung, dass die Band geplant habe, im nächsten Jahr auf der Hanse Sail zu spielen, kam sehr gut bei den Rostockern an.

Jenes bedeutet aber gleichzeitig, dass man höchstens noch einmal die Gelegenheit bekommt, Stumpen und Buzz Dee auf Lesetour im M.A.U. zu erleben. Und ich kann sagen: Das lohnt sich!

Stumpen und Buzz Dee im M.A.U. Rostock
Stumpen und Buzz Dee im M.A.U. Rostock

Es ist einfach eine Freude, zu sehen, wie auch die zwei Hauptakteure Spaß an der Sache haben. So musste Buzz Dee die Gitarre vor Lachen fast weglegen, als Stumpen aus dem Beatles-Hit „Get Back“ den Song „Gebäck“ machte. Aber ich will jetzt gar nicht alles erzählen, was noch passiert ist. Das könnte ich auch gar nicht, denn durch Standing Ovations und dem Wunsch nach einer Zugabe, ging der Abend letztendlich ungefähr dreieinhalb Stunden. Und das soll erstmal einer nachmachen!

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