Startschuss für die Umgestaltung der Kunsthalle

Finanzspritze der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der OSPA soll Kunsthalle ein neues Gesicht verpassen

9. Dezember 2011, von
Kunsthalle Rostock
Kunsthalle Rostock

Ein Museum lebt von seinen Ausstellungsstücken. Doch selbst eine Mona Lisa käme nicht zur Geltung, wenn diese in einem dunklen Gang hängen müsste. Ein Problem, was symptomatisch für die Rostocker Kunsthalle ist. Denn auch wenn das Obergeschoss ein vernünftiges Lichtkonzept vorweisen kann und auch sonst musealen Standards entspricht, herrscht im Erdgeschoss noch Nachholbedarf. Der Startschuss dazu wurde gestern bei einem Pressegespräch in den Räumlichkeiten gegeben.

Bevor jedoch die ersten Leitungen verlegt und Wände eingerissen werden können, muss erst einmal ein vernünftiges Konzept vorgestellt werden. Dazu waren neben Jörg-Uwe Neumann vom Verein pro Kunsthalle auch der verantwortliche Szenograph Detlef Weitz und Verantwortliche der OSPA und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung anwesend.

Pressegespräch zur Umgestaltung der Kunsthalle
Pressegespräch zur Umgestaltung der Kunsthalle

Denn ein Konzept kann nur ausgearbeitet und später auch umgesetzt werden, wenn die finanziellen Mittel da sind. Und diese kommen eben aus dem Gemeinschaftswerk aller Sparkassen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs, Sachsens und Sachsen Anhalts. 100.000 Euro wurden zur Verfügung gestellt, um die Ausarbeitung des Konzeptes und erste Maßnahmen zu fördern. Dabei übernimmt die Stiftung, die der größte nicht staatliche Kulturförderer Deutschlands ist, 80 Prozent und die OSPA als lokaler Vertreter 20 Prozent der Ausgaben.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Claus Friedrich Holtmann, betonte die Wichtigkeit der Kunsthalle als einziger Museumsneubau in der DDR. „Das Haus war schon vor der Wende ein Schaufenster nach außen und soll es auch weiterhin bleiben.“ Er lobte die Arbeit des Kunsthallenvereins und unterstrich, dass vor allem die Öffentlichkeit auch mitmachen muss: „Das Geld ist das eine, aber man muss immer jemanden finden, der etwas daraus macht und ich glaube, den haben wir hier gefunden.“

Jörg-Uwe Neumann und Claus Friedrich Holtmann
Jörg-Uwe Neumann und Claus Friedrich Holtmann

Jörg-Uwe Neumann zeigte sich sehr erfreut über die großzügige Förderung durch die Sparkassen. Vor allem in den letzten Jahren habe sich schon vieles sehr positiv entwickelt, jedoch müsse der Weg weiter gegangen werden. „Unser Ziel ist es, die Kunsthalle zu einem lebendigen und offenen Ort zu machen.“ Dazu soll vor allem der Rundgang im Erdgeschoss wieder komplettiert werden und ein verbessertes Licht- und Wandkonzept installiert werden. „In unserem Bestand finden sich ungefähr 1600 Handzeichnungen, die wir durch das schlechte Licht bisher fast alle nicht zeigen konnten. Dies soll sich mit dem neuen Konzept ändern.“

Detlef Weitz
Detlef Weitz

Verantwortlich für die Neugestaltung ist der Berliner Szenograph Detlef Weitz. Er stellte auch schon erste konkrete Ideen vor. So findet sich in vielen Bereichen die Windrose, die auch auf der Außenfassade der Halle vertreten ist. Konkret wird die Bibliothek aus dem Erdgeschoss ausgelagert, um dadurch mehr Raum zu schaffen. Dies ist auch einer der ersten Schritte, der im Februar angegangen werden soll. Weiterhin sollen „der mauselochartige Eingang geöffnet“ und Labels mit mehr Informationen zu den Exponaten erarbeitet werden.

„Der Kunsthalle steht ein permanentes Umbauszenario bevor“, sagte Jörg-Uwe Neumann. Neben der privaten Förderung sei auch Geld vonseiten der Stadt eingeplant. Ein Baukonzept, EW-Bau genannt, ist im Moment in der Planung, um weitere konkrete Baumaßnahmen umzusetzen. Dabei stehen vor allem neue Sanitäranlagen und ein barrierefreier Zugang ganz oben auf der ToDo-Liste. Auch dabei soll wahrscheinlich mit Detlef Weitz zusammengearbeitet werden, wobei Neumann betonte, dass inhaltlich noch nichts fest beschlossen sei.

Szenograph Detlef Weitz, Jörg-Uwe Neumann vom Verein "pro Kunsthalle", Frank Berg von der OSPA und Claus Friedrich Holtmann von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung
Szenograph Detlef Weitz, Jörg-Uwe Neumann vom Verein "pro Kunsthalle", Frank Berg von der OSPA und Claus Friedrich Holtmann von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung

Im September 2012 soll dann das neue Erdgeschoss der Kunsthalle wiedereröffnet werden. Eingeplant ist eine sechswöchige Bauphase, wobei auch noch nicht klar ist, wie sich diese auf den weiteren Museumsbetrieb auswirken wird. Wenn es soweit ist, soll auch das zweite Projekt, das mit den Fördergeldern realisiert werden soll, vorgestellt werden: ein Katalog der Plastiken und Skulpturen in der Sammlung der Kunsthalle.

Es wird also spannend, wie sich alles entwickelt und ob der Zeitplan eingehalten werden kann.

Schlagwörter: Kunsthalle (92)Malerei (109)OSPA (20)Sparkassenstiftung (2)Umgestaltung (2)

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