Kunsthalle zeigt Hermann Glöckner und Porträtköpfe

Eröffnung des komplett umgestalteten Erdgeschosses der Kunsthalle mit erstem Bestandskatalog gefeiert

22. September 2012, von
Der Innenhof der Kunsthalle ist jetzt ein „White Cube“  - gezeigt werden sämtliche Porträtköpfe aus dem Bestand
Der Innenhof der Kunsthalle ist jetzt ein „White Cube“ - gezeigt werden sämtliche Porträtköpfe aus dem Bestand

Blendend ist es, das neue Atrium der Kunsthalle. Wo früher Fische in einem kleinen Teich ihre Runden drehten und DDR-Charme allgegenwärtig war, wird man heute fast von den weißen Wänden erschlagen. „White Cube“ nennt sich der Raum, ein weißer Würfel, in dem die Kunstwerke ganz ohne architektonische Ablenkungen zur Geltung kommen sollen. Doch die Umgestaltung des Innenhofs war nur ein Teil der umfangreichen Umbaumaßnahmen im Erdgeschoss der Kunsthalle.

"Schwarz-Weiß-Spiel" von Hermann Glöckner im neuen Rundgang der Kunsthalle
"Schwarz-Weiß-Spiel" von Hermann Glöckner im neuen Rundgang der Kunsthalle

Auch der Rundgang hat eine Aufarbeitung erfahren. Helle Stellen auf dem Holzfußboden lassen noch erkennen, wo sich früher die hauseigene Bibliothek befand. Die Bücher wurden ausgelagert, die Mauer wurde entfernt und so wurde der ursprüngliche Rundgang, in der Form, wie er vor über 30 Jahren angelegt wurde, wiederhergestellt. Damit einher geht auch ein neues Lichtkonzept. Durchgehende Neonröhren und frei bewegbare Spots sollen vor allem Grafiken zukünftig ins richtige Licht rücken.

Patricia Werner (Ostdeutsche Sparkassenstiftung), Ulrich Ptak  (Kurator) und  Dr. Jörg-Uwe Neumann (Kunsthalle)
Patricia Werner (Ostdeutsche Sparkassenstiftung), Ulrich Ptak (Kurator) und Dr. Jörg-Uwe Neumann (Kunsthalle)

„Hinter uns liegen drei Wochen extreme Bauzeit, aber das Ergebnis lohnt sich. Wir können unsere Sammlung nun verstärkt und besser präsentierten“, sagte Dr. Jörg-Uwe Neumann, Leiter der Kunsthalle gestern bei der Präsentation der neuen Räumlichkeiten. Finanziert wurde der Umbau vor allem von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung stellte. „Eine genaue Summe ist nicht entscheidend, es soll schließlich um die Kultur gehen“, meint sich Patricia Werner aus der Geschäftsführung der Stiftung.

Durch die Spende war es auch möglich, den ersten Bestandskatalog in der Geschichte der Kunsthalle zu erarbeiten. Darin sind alle 200 Plastiken, die sich im Besitz der Kunsthalle befinden, abgebildet und mit Informationen versehen. Einen kleinen Teil davon, nämlich sämtliche Porträtköpfe, können Besucher als erste Ausstellung im neuen „White Cube“ bewundern. Die Köpfe, unter anderem von Jo Jastram, blicken Richtung Fensterfront und suchen so den direkten Blickkontakt mit den Gästen und laden zu einem näheren Kennenlernen ein.

Bronzekopf von Siegfried Grugel, gemacht von Jo Jastram
Bronzekopf von Siegfried Grugel, gemacht von Jo Jastram

Ebenfalls auf den eigenen Bestand greift Kurator Ulrich Ptak für die erste Ausstellung im neuen Rundgang zurück. Gezeigt wird Hermann Glöckner, Maler und Bildhauer, der auch als „Patriarch der Moderne“ bekannt ist. Zu sehen sind Zeichnungen, Drucke und Skulpturen des gebürtigen Dresdners. Ergänzt werden die Arbeiten durch Leihgaben eines Privatsammlers aus der Heimatstadt des Künstlers. Seine klaren Linien und Flächen wirken, als hätte er sie extra für die Kunsthalle gemacht.

Schnurprägungen von Hermann Glöckner
Schnurprägungen von Hermann Glöckner

Zu den ersten Besuchern der Ausstellung mit dem Titel „Sammlung²“ gehörte Roland Methling. Der Oberbürgermeister brachte auch ein ganz besonderes Einweihungsgeschenk mit. Er verkündete, dass die Stadtvertreter beschlossen haben, zukünftig pro Jahr 5.000 Euro für den Rostocker Kunstpreis zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Geld sollen Kunstwerke der nominierten Künstler gekauft werden können. Dies sei doppelt gut – zum einen werden so die Kunstschaffenden gefördert, zum anderen kann die Kunsthalle so ihren Bestand weiter vergrößern.

Für das nächste Jahr haben sich alle Beteiligten vorgenommen, den Parkplatz zu vergrößern und einen Aufzug für eine barrierefreie Nutzung einzubauen. Im Jahr 2014 soll dann eine Grundsanierung des Hauses erfolgen und auch von weiteren Bestandskatalogen träumt man schon. Bleibt abzuwarten, ob die Träume in die Wirklichkeit umgesetzt werden können. Ein Indikator dafür ist sicher, wie die neue Ausstellung, die noch bis zum Ende des Jahres gezeigt wird, von den Besuchern angenommen wird.

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