A. R. Penck in der Kunsthalle Rostock

Kunst im Dialog: A. R. Penck trifft die Sammlung der Kunsthalle Rostock

6. Juni 2010, von

Roland Methling bei der Eröffnung der Penck-Ausstellung „Wie schaffen wir es, dass wir A. R. Penck nach Rostock bekommen? Immerhin haben wir für ihn die Kunsthalle renoviert“, witzelte Rostocks Bürgermeister Roland Methling bei der Wiedereröffnung der Rostocker Kunsthalle am heutigen Sonntagnachmittag. A. R. Penck nahm zwar nicht persönlich an der Ausstellungseröffnung teil, seine Werke haben aber ihren Weg nach Rostock gefunden und können nun besichtigt werden.

Dr. Jörg-Uwe Neumann Die Ausstellung wurde vom Direktor der Kunsthalle, Dr. Jörg-Uwe Neumann, eröffnet, der dem Oberbürgermeister und dem Land für die Konjunkturgelder dankte, die für die Renovierung der Kunsthalle bereitgestellt wurden.

Insgesamt waren für die Baumaßnahmen fast eine Millionen Euro nötig. Da dabei effizient gewirtschaftet wurde, können nun auch noch die Fenster renoviert werden, und zwar so, dass es möglich sein wird, Großobjekte in Zukunft direkt in die Kunsthalle zu fahren. Außerdem meinte er, dass er sich keine bessere Ausstellung als diese zum Thema 20 Jahre deutsche Einheit vorstellen könne.

Kurator Detlef Weitz Nach den Grußworten des Bürgermeister richtete Kurator Detlef Weitz das Wort an die Besucher. Er warf zunächst die Frage auf, ob man es wagen könne, die Sammlung der Kunsthalle mit so einem ausdrucksstarken Künstler wie A. R. Penck zusammenzubringen. Seine Antwort darauf: „Wir haben es einfach gemacht.“ Er betonte zudem das enorme Potential der Kunsthalle Rostock für zukünftige Ausstellungen.

Die Ausstellung zeigt etwa 40 Bilder von A. R. Penck aus der Sammlung der Familie Böckmann aus Berlin, die auch unter den Gästen war. Gezeigt werden Bilder aus der gesamten Schaffensperiode von Penck im Zeitraum von 1956 bis 2007. Kombiniert werden die Bilder mit literarischen Texten aus seiner Feder, sowie Fotografien und biografischen Angaben zu seinem Leben.

A. R. Penck in der Kunsthalle Rostock A. R. Penck, der mit bürgerlichem Namen Ralf Winkler heißt, beschäftigt sich in seinen Werken mit der Frage „wie kann man Deutschland darstellen, wie kann man Deutschland malen?“

Seinen Künstlernamen hat er übrigens nach dem Eiszeitforscher Albrecht Penck gewählt. Ein gutes Pseudonym für die Zeit des kalten Krieges. Der Autodidakt erkannte früh sein künstlerisches Talent und entwickelte schnell einen ganz eigenen Stil, da er erkannte, dass dies nötig ist, um die Menschen mit seiner Kunst zu erreichen. Seine Bilder erinnern mit ihren Strichmännchenzeichnungen häufig an Höhlenmalereien.

Lothar Fiedler Auch als Musiker machte sich Penck in der Free-Jazz-Szene einen Namen. Insofern ist es nur konsequent, dass die Vernissage mit Improvisationsmusik von Lothar Fiedler an der Gitarre untermalt wurde. Die Musik, die mal verspielt, mal fast schön verstörend wirkte, harmonierte sehr gut mit der Stimmung in Pencks Werken.

Die Besucher waren sehr positiv von der Ausstellung angetan. Landtagsabgeordneter Peter Stein meinte beispielsweise: „Ich bin beeindruckt ob der Fülle, die hier zusammengekommen ist.“ Bisher habe er nur einzelne Illustrationen in Zeitschriften gesehen, aber nie ein Werk Pencks in Originalgröße, heute gleich etwa 40 auf einmal. Auch Heidi Vogt zeigte sich begeistert: „Ich bin beeindruckt. Es ist einfach eine völlig neue Interpretation Deutschlands.“ Des Weiteren lobten die Ausstellungsbesucher die schöne und sehr geräumige Präsentation der Werke.

Peter Stein in der Penck-Ausstellung Die Ausstellung war zuletzt im vorigen Jahr in Bremen in der Weserburg zu besichtigen, damals passend zum Thema 20 Jahre Mauerfall. In Rostock wird sie noch bis zum 29. August für Besucher geöffnet sein. Wer sich also einmal auf eine ganz neue Interpretation Deutschlands einlassen möchte, der sollte in der nächsten Zeit der Kunsthalle einen Besuch abstatten.

Schlagwörter: A. R. Penck (1)Ausstellung (236)Grafik (30)Kunsthalle (91)Malerei (109)

Das könnte dich auch interessieren:

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.