Kulturwoche 2010: Kunstkonzentrat in der Alten Gerberei

Musik, Schauspiel, Film und bildende Kunst in der Alten Gerberei

8. November 2010, von
Außengelände der Alten Gerberei
Außengelände der Alten Gerberei

Unverdünnt und hoch konzentriert konnten Besucher der Alten Gerberei am Samstagabend Kunst in verschiedensten Ausdrucksformen genießen.

„Ich bin wegen der Balkanmusik hergekommen“, erzählte Yvonne Schmitz. Die Promotionsstudentin schätzte besonders „die gute Mixtur“ der Veranstaltung. „Sie bietet viel Neues, worauf man sich gerne einlässt“, zeigte sie sich auch an den anderen Künstlern des Kunstkonzentrats der 23. Rostocker Kulturwoche interessiert. Wie viele Besucher genoss auch sie die angenehm entspannte Atmosphäre am Lagerfeuer auf dem Gelände am Rande der Östlichen Altstadt.

A Glezele Vayn beim Kunstkonzentrat in der Alte Gerberei
A Glezele Vayn beim Kunstkonzentrat in der Alte Gerberei

Um die Balkanmusik kümmerte sich an diesem Abend A Glezele Vayn. Die Lieder der vier Musiker aus Berlin stammten aber nicht nur aus den Ländern des Balkans. Musik aus den Alpen und Klezmer aus Osteuropa gehörten ebenso zu ihrem Repertoire. Neben traditionellen Stücken präsentierten sie auch eigene spritzige Texte und Melodien.

Mit Kontrabass, Akkordeon und Percussion sorgten Johannes, Szilvia und Jacobus beim Publikum für viel Vergnügen. Und auch Achim war an seiner Klarinette hervorragend aufgehoben und begeisterte bestimmt nicht nur alte Männer, auch wenn er in dem Lied „Klarinettenhass“ Zweifel daran aufkommen lassen wollte.

Daniel Malheur mit seinem Monokel-Pop beim Kunstkonzentrat
Daniel Malheur mit seinem Monokel-Pop beim Kunstkonzentrat

Ein weiterer musikalischer Höhepunkt des Abends war Daniel Malheur mit seinem Monokel-Pop. Ausgestattet mit einem Monokel und auch sonst im Stile des Establishments der 20er Jahre gekleidet, trug er Schlager aus dieser Ära vor. Begleitet wurde er dabei von Tanzorchesteraufnahmen aus seiner Schellack-Platten-Sammlung, die er mit einem Winchester-Trichter-Grammophon abspielte.

„Ich bin nur Interpret“, warnte er das Publikum vor den erotisch-anzüglich, sehr doppeldeutigen und nicht immer politisch korrekten Liedtexten. Aber worüber die Zuhörer vor 90 Jahren schon gelacht haben, sorgte auch beim Publikum des Kunstkonzentrats für Schmunzeln.

Philip Heinke und Paul Lücke zeigen Szenen aus Schillers "Die Räuber"
Philip Heinke und Paul Lücke zeigen Szenen aus Schillers "Die Räuber"

Auch Philip Heinke und Paul Lücke unterhielten die Besucher auf der kleinen Bühne in der Alten Gerberei. Sie waren für die darstellende Kunst zuständig und zeigten ausgewählte Szenen aus Friedrich Schillers „Die Räuber“.

Die beiden HMT-Studenten hatten sie im Rahmen ihrer Schauspielausbildung erarbeitet und werden sie noch in dieser Woche bei ihrer Abschlussprüfung vortragen.

Rene Winter neben seiner Stahlskulptur "Apokaplyptische Nymphe"
Rene Winter neben seiner Stahlskulptur "Apokaplyptische Nymphe"

Malereien, Grafiken, Fotografien und Skulpturen durften beim Kunstkonzentrat natürlich auch nicht fehlen.

In der Galerie auf Zeit hatten die Rostocker Künstler Christoph Chciuk, Paul Glaser, René Winter, Felix Fugenzahn und Juliane Zerbe eine Auswahl ihrer neuesten Werke ausgestellt.

Aber damit nicht genug der vielen Kunst. Zwei „Kunstfilme“, die zuvor aus Vorschlägen von den Teilnehmern einer Umfrageaktion ausgewählt wurden, rundeten das hoch konzentrierte Kunst- und Kulturangebot an diesem Abend ab.

Ulf Liebal und Yvonne Schmitz
Ulf Liebal und Yvonne Schmitz

Für den neunundzwanzigjährigen Ulf Liebal, der gerade an seiner Doktorarbeit an der Universität Rostock schreibt, war das Kunstkonzentrat eine gelungene Veranstaltung. Auch die Rostocker Kulturwoche als Ganzes betrachtet er als „große Bereicherung“, die er „gerne nutzt“. „Sie bringt Vielfalt in das kulturelle Leben Rostocks“, lautet sein positives Urteil. Bereits vor zwei Jahren hatte er als Fagottspieler des Freien Studentenorchester Rostock selbst an einem Konzert der Veranstaltungsreihe teilgenommen.

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