Rayk Goetze in den Gastateliers Rostock

Maler präsentiert Ergebnisse seines dreimonatigen Stipendiums im Schleswig-Holstein-Haus

4. Oktober 2010, von
Rayk Goetze im Schleswig-Holstein-Haus Rostock
Rayk Goetze im Schleswig-Holstein-Haus Rostock

Wieder einmal waren es die Eltern, die den Stein ins Rollen gebracht haben. Im Falle von Rayk Goetze war es der Vater, der den Sohn mit einer Postkarte samt Zeitungsausschnitt auf das Stipendium in der Hansestadt aufmerksam machte.

„Das Amt für Kultur und Denkmalpflege vergibt seit 1995 Stipendien für die zwei Gastateliers im Schleswig-Holstein-Rostock in der östlichen Altstadt“, berichtet Gesine Karge, die für Künstlerförderung und bildende Kunst im Amt zuständig ist. Nach einer kurzen Begrüßung übernahm dann Rayk Goetze selbst das Wort.

Rayk Goetze
Rayk Goetze

Der gebürtige Stralsunder, der seine Jugend in Rostock verbrachte, fasste die letzten drei Monate treffend zusammen: „Es ging locker los und endete strapaziös.“ Denn anders, als manch einer erwarten würde, fing Goetze nicht sofort an zu malen.

Im Gegenteil, seine erste Handlung war der Kauf eines Fahrrads, um die Stadt zu erkunden und eine Verbindung mit dem Ort zu bekommen. Er verließ die Hansestadt in seiner Jugend mit einem zwiespältigen Gefühl, in der Zeit jetzt konnte er aber „seinen Frieden mit der Stadt machen.“

Rostocker Greif
Rostocker Greif

Eines seiner ersten Bilder hier malte der Künstler, der sein Diplom 1997 in Leipzig machte, als Traumfänger. „In den ersten 2 Wochen hatte ich nur Albträume. Dies kam wahrscheinlich vom Altenheim gegenüber, aus dem man nachts um zwei Schreie hören konnte.“ Auf dem Bild ist der Rostocker Greif zu sehen, der sich über einer liegenden Person befindet.

Sein Hauptthema hier in Rostock war „Beinarbeit“. In seinen 10 Jahren als Rückenschwimmer hat er häufig diese Perspektive wahrgenommen und hat sie nun in seinen Bildern verarbeitet. Auch seine Zeit als Kampftaucher ließ er in seine Arbeiten einfließen.

Beinarbeit - Rayk Goetze
Beinarbeit - Rayk Goetze

Auf die Frage, wie viele Bilder er denn hier geschafft hätte, antwortete er lächelnd: „Das kann man jetzt noch nicht sagen, dass weiß ich erst, wenn ich etwas Abstand gewonnen habe. Frag mich das in einem halben Jahr noch einmal.“

In drei Tagen geht es für den Maler zurück nach Leipzig. Dort wolle er erst einmal Urlaub machen, weil gerade die letzten Tage doch sehr anstrengend waren.

Die Bilder kommen erstmal alle mit, jedoch werden einige von ihnen im nächsten Herbst wieder in Rostock zu sehen sein.

Rayk Goetze: Schwimmer und Kampftaucher
Rayk Goetze: Schwimmer und Kampftaucher

Dann nämlich, wenn die nächste Stipendiatenausstellung ihre Pforten öffnet. Präsentiert das Amt für Kultur und Denkmalpflege doch alle zwei Jahre die Werke von den Künstlern, die in dieser Zeit unterstützt wurden.

Wer jedoch nicht so lange warten möchte, um sich ein Bild von der Kunst Rayk Goetzes zu machen, kann auch seine Webseite besuchen. Und vielleicht kann man dort dann auch bald sehen, wie ein Maler seinen Frieden mit Rostock schließt.

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