Martinsmarkt 2011 in der Nikolaikirche

Kunsthandwerker stimmen mit dekorativen und nützlichen Handarbeiten auf die Weihnachtszeit ein

20. Oktober 2011, von
Laternenumzug zum Martinstag 2011 in der Östlichen Altstadt
Laternenumzug zum Martinstag 2011 in der Östlichen Altstadt

Gänsegeschnatter durchdringt das bunte Markttreiben in der Nikolaikirche. Noch bis Samstag findet hier der 6. Martinsmarkt statt. Bereits heute Abend wurde mit einem Laternenumzug durch die Östliche Altstadt an den Heiligen Martin erinnert. Begleitet wurden die vielen Kinder von einem weißen Pony, auf dem ein kleiner Junge saß. Als römischer Soldat mit einem roten Umhang verkleidet, stellte er den Heiligen Martin dar, der der Legende nach seinen Mantel mit dem Schwert teilte und die Hälfte barmherzig einem armen Mann gab, der sich später im Traum als Christus entpuppte.

Martinsgänse ungebraten
Martinsgänse ungebraten

Bis zum Martinstag am 11. November ist es zwar noch ein Weilchen hin, aber schon jetzt will an die Martinsgans und auch an den Weihnachtsfestbraten gedacht sein. Katharina und Sigurd Heinz vom Dreiseithof Schmadebeck bei Kröpelin bieten Gänsebraten zum Verkauf an. „Wie immer waren die Gänse den Sommer auf der Koppel und ihre Nahrung bestand aus Gras und Weizen. Dazu das Baden und das Laufen – so entsteht der gute Geschmack“, preisen sie ihr Federvieh an. Ihren guten Zustand bezeugen zwei lebende Exemplare in einem engen Laufgatter, die neugierige Blicke auf sich ziehen.

Neugierig sind die Besucher des Martinsmarktes auch auf die über 40 anderen Stände in der mittelalterlichen Hallenkirche. Holz, Keramik, Textilien, Papier – aus vielen Materialien haben Kunsthandwerker aus dem Norden Deutschlands mit viel Fantasie und liebevoller Handarbeit dekorative und nützliche Dinge für den Alltag und zum Verschenken angefertigt.

Hardanger-Stickerei
Hardanger-Stickerei

Einige lassen sich bei der Arbeit sogar direkt über die Schultern schauen. So können Besucher beispielsweise beobachten, wie Tischdecken und Deko-Anhänger mit der Hardanger-Stickerei verziert werden. Die uralte Sticktechnik, bei der geometrische Muster auf den Stoff gebracht werden, fand besonders am norwegischen Hardangerfjord Verbreitung.

Die hier auf dem Martinsmarkt ausgestellten Motive – Tannen, Sterne, Engel und Glocken – stimmen, wie auch viele Dekorationsobjekte anderer Kunsthandwerker, schon jetzt auf die Weihnachtszeit ein.

Martinsmarkt 2011 in der Nikolaikirche
Martinsmarkt 2011 in der Nikolaikirche

Wer an den üppig ausgestatteten Tischen vorbeischlendert, kann eine Sinnesanregung nach der anderen erleben. Die Nase wird besonders durch die Seifen von Dagmar Böhne angesprochen. Auf der Basis von pflanzlichen Ölen kombiniert sie ausgewählte Früchte, Kräuter und Blüten ohne Konservierungsstoffe und künstliche Zusatzstoffe zu aromatischen Badekugeln und Handseifen. Außerdem versprechen sie „ein ganz anderes Hautgefühl“ – so zumindest werden einem interessierten Käufer, der bisher auf Kernseife schwor, die bunten Seifen schmackhaft gemacht.

Auf den Geschmack bringt auch Olaf Köller seine Kunden. Naturbelassen sind seine Produkte ebenfalls, die er in seiner Manufaktur im brandenburgischen Templin herstellt. Mit 18 Sorten Schokolade, 17 Pralinensorten, 12 verschiedenen Marmeladen und sechs Likören sorgt er bei den Besuchern des Martinsmarktes für Gaumenfreuden.

Olaf Köller bietet seine Schokoladen zum ersten Mal auf dem Rostocker Martinsmarkt an
Olaf Köller bietet seine Schokoladen zum ersten Mal auf dem Rostocker Martinsmarkt an

Die Schokolade stammt aus kontrolliert ökologischen Anbau in Peru und der Dominikanischen Republik. Wert legt der Experte für süße Leckereien auf das Bio-Siegel weniger aus sensorischen, sondern vielmehr aus Prestige-Gründen. „Man hat noch eine Kontrolle mehr“, erklärt Olaf Köller, der sich vor gut sieben Jahren auf die Produktion von Bio-Eis und später auch Bioschokolade spezialisiert hat.

Eine Pralinensorte mit cremiger Füllung aus Rosenblüten- und Himbeermus in dunkler Kuvertüre, nach einem aufwendigen französischen Rezept hergestellt, erfreut sich besonderer Beliebtheit. „Das ist doch toll, was da alles drin ist“, ruft eine Besucherin begeistert angesichts der vielen unterschiedlichen Zutaten. Mit Krokant, chinesischen Gojibeeren, Chili, Rosa Pfeffer, Macadamia, Haselnüssen, Zimt oder Nugat, ja selbst mit Goldstaub wurden die Tafeln verfeinert. Schokolade mit Gourmetsalzen aus Hawaii und Australien? „Man kann sich nicht vorstellen, dass Schokolade mit Salz gut schmeckt“, sagt eine weitere Besucherin etwas ungläubig, als sie einen Schokoladentaler probiert.

Wer jetzt selbst einmal probieren möchte oder auf der Suche nach originellen Geschenken ist, kann den Martinsmarkt in der Nikolaikirche noch morgen sowie am Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr besuchen.

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