Mayuko Miyata spielt Benefizkonzert für Japan an der HMT

Japanische Pianistin sammelt bei ihrer Kammermusikprüfung Spenden für die Opfer der Katastrophe ihres Heimatlandes

19. März 2011, von
Benefizkonzert für Japan in der HMT
Benefizkonzert für Japan in der HMT

Eigentlich sollte gestern Abend Mayuko Miyatas Kammermusikprüfung stattfinden. Seit November hatte sich die japanische Pianistin mit dem Cellisten Martin Smith und Mari Sakai, Violinenstudentin der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT), darauf vorbereitet.

Doch die Ereignisse in Japan, die Naturkatastrophen der letzen Woche mit ihren verheerenden Folgen für die japanische Bevölkerung in großen Teilen der Insel, ließen auch Mayuko Miyata wie viele andere auch hier in Deutschland nicht unberührt. Kurzerhand erklärte die 29-Jährige daher das lang geplante Prüfungskonzert zum Benefizkonzert und bat das Publikum um eine Spende für das Rote Kreuz Japan.

Martin Smith, Mari Sakai und Mayuko Miyata spielten für Japan
Martin Smith, Mari Sakai und Mayuko Miyata spielten für Japan

„Unser Hochschulalltag verbindet sich mit den aktuellen Schreckensereignissen. Wir alle fühlen uns in diesen Tagen sehr verbunden mit unseren japanischen Studierenden, ihren Familien und dem ganzen Land“, brachte Professor Stephan Imorde seine Gedanken zu Beginn des Konzertabends zum Ausdruck. Seit zwei Jahren unterrichtet er die aus der Nähe Tokios stammende Pianistin in ihrem Aufbaustudium mit dem Schwerpunkt Kammermusik.

Drei Klaviertrios aus unterschiedlichen Epochen von Haydn, Debussy und Schostakowitsch hatten die drei Musiker für diesen Abend einstudiert. Es war bereits der zweite Teil von Mayuko Miyatas Prüfungen.

Und wie haben sie die Ereignisse bei der Vorbereitung dieses Kammermusikabends beeinflusst? „Drei Tage konnten wir gar nichts machen und warteten auf Nachrichten“, erzählt Mayuko Miyata, deren Eltern südlich von Tokio leben.„Aber man muss halt machen, was man machen kann. Einige Freunde in Tokio können keine Benefizkonzerte geben wegen des Stromausfalls. Sie wurden abgesagt. Aber wir sind in der Lage das zu machen“, sagt die Musikerin.

Mayuko Miyata und Martin Smith
Mayuko Miyata und Martin Smith

Während des Vorspiels versuchte sich das Trio dann so gut es ging, auf die Musik zu konzentrieren. „Bei dem langsamen Satz bin ich dann doch mit den Gedanken woanders gewesen“, gab der gebürtige Australier Martin Smith zu. „Ich muss ehrlich sein, das wollte ich verstecken“, erwiderte die Pianistin nach dem Konzert.

Ein Erfolg war der Abend gleich in doppelter Hinsicht. Über 1.650 Euro und 6 Dollar kamen für das Rote Kreuz Japan zusammen und Mayuko Miyatas Vorspiel wurde mit der Bestnote 1,0 bewertet – Glückwunsch!

Auch morgen will Mayuko Miyata wieder gemeinsam mit Mari Sakai an der Geige für die Katastrophenopfer Japans spielen. Dann findet nämlich um 18 Uhr im Kammermusiksaal ein weiteres Benefizkonzert statt. Gestaltet wird es von den japanischen Studenten der Hochschule für Musik und Theater und den beiden japanischen Pianistinnen Wakana Yamazaki und Yasuko Sugimoto, die ebenfalls an der HMT tätig sind.

Nachtrag:

Dank der Konzertbesucher am 20. März ist eine weitere Spendensumme von mehr als 1.680 Euro und 5 Pfund zusammengekommen, die ebenfalls dem Roten Kreuz Japan zugute kommen soll.

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