Rostocks Museen - Bilanz und Ausblick auf die Ausstellungen 2017

Mehr als 180.000 Besucherinnen und Besucher zählten die Rostocker Museen vergangenes Jahr, 2017 sind wieder zahlreiche interessante Ausstellungen geplant

25. Januar 2017
Rostocks Museen - Bilanz und Ausblick auf die Ausstellungen 2017
Rostocks Museen - Bilanz und Ausblick auf die Ausstellungen 2017

Mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen haben Rostocks Museen im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher angezogen.

„Museum geht immer“, resümiert Dr. Michaela Selling, Leiterin des Amtes für Kultur, Denkmalpflege und Museen die gute Bilanz. „Der Publikumszuspruch fordert uns heraus, immer wieder mit interessanten Angeboten zu punkten“, unterstreicht sie. „Ein Museum lebt zwar vom Objekt, aber genauso wichtig ist dessen Inszenierung. Gern wollen wir unsere Gäste auch in diesem Jahr mit unterschiedlichen Offerten und Formaten überraschen.“

Im vergangenen Jahr zählte das Kulturhistorische Museum zählte 49.205 Gäste, das Heimatmuseum 12.245, das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum 38.000, die Societät Rostock maritim 22.500 und die Kunsthalle rund 60.165 Besucherinnen und Besucher.

Kulturhistorisches Museum

Auch 2017 wartet das Kulturhistorische Museum Rostock mit umfangreichen und spannenden Ausstellungsprojekten auf und spannt dabei den Bogen vom 16. bis in das 20. Jahrhundert. Daneben erwarten die Besucherinnen und Besucher in den eindrucksvollen Räumen der historischen Klausur Dauerausstellungen in einem breiten Spektrum von Niederländerischer Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts, Rostocker Stadtansichten aus zwei Jahrhunderten, über mittelalterliche Kunst aus Rostocker Kirchen und Klöstern, historisches Zinn, Silber, Porzellan, Keramik und Uhren, Münzen, Stadtansicht über Spielzeug aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts.

Den Beginn des Ausstellungsjahres 2017 gibt am 8. März 2017 die Ausstellung „Vorstadt der Bürger. Zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock“ (9. März 2017 bis 11. Juni 2017). Die Ausstellung widmet sich erstmals Rostocks Vorstadt im Süden zwischen Steintor und Hauptbahnhof. Sie lädt ein zu einem Spaziergang durch die im Wachsen begriffenen Straßen. Historische Fotografien und Dokumente bilden den Hintergrund für eine Reise in die Gründerzeit um 1900. Geschichten und Erinnerungen von Bewohnern und Besuchern ergänzen den Blick auf das Leben in den Villen und Wohnungen Rostocker Bürger und lassen die Vorstadt lebendig werden. Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Städte über ihre Mauern hinaus. Mit dem Entstehen der Bahnhöfe verloren die Wälle ihre Funktion und verschwanden allmählich. Auch Rostock dehnte sich ab 1850 nach Westen und Süden aus. Vor dem Steintor wuchsen anstelle von Gärten und Ackerbürgerhäusern Häuser zum Wohnen. Aus Feldwegen wurden Straßen. Schon bald zierten erste prächtige Villen die Neue Wallstraße. Mit der Eröffnung des Lloyd-Bahnhofs 1886 begann dann die Entwicklung einer Vorstadt aus bürgerlichen Villen und Wohnungen an breiten, großzügigen von Bäumen gesäumten Straßen und Plätzen. Um 1900 lebten in der neuen Steintor-Vorstadt bereits 6.970 Menschen in 784 Häusern. Aus dem Raum vor dem Steintor wurde das teuerste Viertel Rostocks.

Im Sommer steht die Reformation in Rostock, Mecklenburg und Nordeuropa im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Das Netz des neuen Glaubens: Rostock, Mecklenburg und die Reformation im Ostseeraum“ (7. Juli 2017 bis 5. November 2017) zeigt das Museum aus Anlass der Feiern zum 500. Jubiläum der Reformation die große Ausstellung zur Geschichte der Reformation in Rostock und Mecklenburg. Das kirchliche und religiöse Leben und der Glauben vor der Reformation, die Entwicklungen, die zu den Umbrüchen und Veränderungen führten und die Entwicklung der Landeskirche in Mecklenburg seit der Mitte des 16. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt. Rostock war damals nicht nur das geistige Zentrum der Reformation in Mecklenburg, sondern wurde schon in den 1520er Jahren zu einem außerordentlichen Multiplikator reformatorischen Gedankengutes. Dies ist einem der ersten evangelischen Prediger in Rostock zu verdanken – Joachim Slüter. Sein Gesangbuch wurde zu einem Bestseller und weit über die Grenzen Mecklenburgs verbreitet. Kirchenlieder aus Rostock prägten den evangelischen Gemeindegesang in Schweden und Dänemark, in England und Lettland. In der Ausstellung entsteht ein Gesamtblick auf die vielfältigen religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Prozesse im 16. und 17. Jahrhundert, auf die Reformation und die Gesellschaft des 16. Jahrhunderts.

Parallel dazu steht ein bedeutender deutscher Künstler im Fokus. Mit der Ausstellung „Christian Rohlfs (1849–1938). Fall der Fälle“ (9. Juni bis 24. September 2017) präsentiert das Museum einer bedeutenden deutschen Expressionisten des 20. Jahrhunderts. Farbenprächtige Gemälde und Grafiken des facettenreichen Künstlers Christian Rohlfs eröffnen eine Ausstellungsserie mit hochkarätigen Meisterwerken von Lyonell Feininger, Oskar Schlemmer, Rudolf Belling, Max Pechstein, Erich Heckel, Ernst Barlach und anderen deutschen Künstlern. Um 1900 brachen avantgardistische Künstler in ganz Europa mit der traditionellen Kunst und schufen die Klassische Moderne. Christian Rohlfs war einer von diesen „eigenartigen“ Individualisten. Mit dem traditionellen Repertoire von Formen und Farben erntete er erste Lorbeeren. Auf denen ruhte er sich nicht aus. Nie enden wollende Experimente prägten seine stilistische Entwicklung über Impressionismus zum Expressionismus. Die Zeit war aus den Fugen und er verdichtete sein Inneres zu symbolischen Zeichen. Die ungebändigte Naturverbundenheit bricht in seinem Spätwerk wieder hervor: Rohlfs‘ ganz eigener lyrischer Expressionismus betört mit farbintensiven Blumenbildern.

Das Ausstellungsjahr 2017 im Kulturhistorischen Museum Rostock wird mit einer Ausstellung zur Alltagsgeschichte der DDR abgeschlossen. „Von Ata bis Zentralkomitee. DDR-Alltag in Objekten“ (23. November 2017 bis 28. Februar 2018) präsentiert das Museum einfache und bekannte und weniger bekannte Objekte aus dem Alltagsleben in der DDR und erzählt anhand dieser Beispiele aus der Geschichte des DDR-Alltags zwischen Privatheit und staatlichem Einfluss. Dabei stehen Themen wie Familie, Schule und Studium, Beruf und Arbeit, Freizeit und Urlaub oder die gesellschaftliche Tätigkeit im Mittelpunkt. Die Objekte und ihre Geschichten ermöglichen eine Überprüfung, ob und wie der Staat auf das Leben der Menschen Einfluss nahm, wie der Alltag in der DDR gemeistert wurde.

Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum

Mit rund 38.000 Besucherinnen und Besuchern kann das Museum im IGA Park 2016 eine beachtliche Besucherzahl aufweisen. Da die aktuelle Sonderausstellung „Georg Büchner – Ein Schiff taucht wieder auf“ auf ein außerordentlich großes Interesse stößt, wird die Präsentation bis zum 5. März 2017 verlängert.

Einzigartig sind die Exponate der Ausstellung „Der Riesenkalmar Architeuthis – geheimnisvoller Gigant der Tiefsee“, die vom 28. Januar bis zum 2. April auf dem Museumsschiff zu sehen sind. Von dem selten beobachteten, bis zu zwölf Meter langen Kopffüßler werden unter anderem Tentakelteile und der hornartige Schnabel gezeigt.

Von März bis Mai wird das Traditionsschiff das maritime Rostock vorstellen. Welche Institutionen und Unternehmen sind heute noch auf „allen sieben Meeren zu Hause“ bzw. haben mit Schiffbau und Schifffahrt zu tun? Die Fotoausstellung „Afrika-Seereisen mit der Kamera“ zeigt von April bis Juni großformatige maritime Fotos des Rostocker Buchautors und ehemaligen Seemannes Hermann Winkler.

Am 10. Juni öffnet mit dem Titel „Willst Du mit mir segeln gehen?“ eine extra für Familien konzipierte Ausstellung ihre Pforten. Das Flensburger Schifffahrtsmuseum und das Kieler Kinderkulturbüro haben eigens für Kinder eine Mitmachausstellung entwickelt. Aber nicht nur Kinder, sondern die ganze Familie kann das Segeln erlernen. Rostocker Segelvereine sind Partnern der Ausstellung und der Veranstaltungen.

Mit dem Kunst- und Geschichtsprojekt „at the water’s edge“ – Erinnerungen aus der Zeit des Kalten Krieges rund um die Ostsee setzt das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum die internationale Zusammenarbeit zwischen den Kultureinrichtungen des Ostseeraumes fort.

Zum Jahresende 2017 rollen auf dem Traditionsschiff dann wieder die Murmeln. Dem Wunsch zahlreicher Museumsbesucher folgend, wartet Murmiland II mit neuen Murmelbahnen auf. Bis Ende Februar 2018 kann man dann wieder nach Herzenslust spielen.

Neben den Ausstellungen bietet das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum auch spezielle Aktionstage mit Programmen für die ganze Familie. Am 21. Mai beteiligt sich das Museum am Internationalen Museumstag. Am 17./18. Juni wird Museumgeburtstag gefeiert, gleichzeitig finden die „Tage der Industriekultur am Wasser“ statt. Am 12. August wird es wieder einen Hanse-Sail-Aktionstag geben, und im September begehen die Rostocker Seeleuten e.V. den 65. Geburtstag der Deutschen Seereederei (DSR) an Bord des Traditionsschiffes.

Heimatmuseum Warnemünde

Das Heimatmuseum Warnemünde konnte im vergangenen Jahr 12.245 Besucherinnen und Besucher verzeichnen. Obwohl die Zahl von über 13.000, wie im Jahr zuvor, leider nicht erreicht werden konnte, bleiben die Besucherzahlen weiterhin auf einem für das Museum hohen Niveau.

Zahlreiche Schenkungen erhielt der Verein 2016 für das Heimatmuseum Warnemünde, darunter ein Brockhaus-Konversationslexikon von 1898 in 16 Bänden und ein Warnemünder Adressbuch von 1935.

Zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen sind 2017 geplant, so am 17. Mai zur „Rostocker Hafengeschichte“, am 19. Juli zur Historie des Hotels „Neptun“ und am 16. August zum Warnemünder Leuchtturm. Die aktuelle Sonderausstellung „Wie die Technik nach Warnemünde kam“ wird noch bis zum 15. Juni 2017 zu sehen sein. Aufgrund der umfangreichen Planungen und Arbeiten für den Umbau der Dauerausstellung zwischen 2016 und 2018 wird es 2017 keine neue Sonderausstellung geben. Restaurierungen von Museumsgut werden im geplanten Umfang fortgesetzt.

Das 1. Quartal 2017 wird geprägt sein von der Suche nach einem neuen Museumsleiter/Museumsleiterin.

Kunsthalle Rostock

Die Kunst im Fokus und die Tradition im Blick: Die Kunsthalle Rostock ist ein Haus mit langjähriger Ausstellungsgeschichte. Der Pavillon am Schwanenteich hat sich seit der Eröffnung im Jahre 1969 als ein Zentrum für zeitgenössische und moderne Kunst in Norddeutschland etabliert. Das ursprünglich als reiner Ausstellungspavillon für die Biennale der Ostseeländer konzipierte Haus beherbergt inzwischen eine eigene Sammlung und präsentiert internationale und nationale Kunst. Aktuelle Positionen junger Künstlerinnen und Künstler finden Beachtung.

Malerei, Fotografie, Grafik und Plastik werden in den großzügigen Räumlichkeiten ausgestellt. Museumspädagogische Elemente sowie speziell auf die einzelnen Ausstellungen abgestimmte Führungen und Rahmenprogramme runden das Angebot ab. 60.165 Besucherinnen und Besucher haben das Haus im letzten Jahr besucht.

Ausstellungen in der Kunsthalle 2017

Sibylle – Die Ausstellung, vom 18.Dezember 2016 bis 17. April 2017

Die Sibylle, „Zeitschrift für Mode und Kultur“ war eine Frauenzeitschrift in der DDR, herausgegeben vom Modeinstitut Berlin. Sie erschien ab 1956 sechsmal jährlich in einer Auflage von nur 200.000 Exemplaren, war regelmäßig schnell vergriffen und galt als Ost-Vogue mit einem hohen kulturellen Anspruch. Die Macher waren ausschließlich Fashion-Designer und Fotografen. Insbesondere die Fotografie spielte eine stilprägende Rolle und war eher von Kunst, als von Mode beeinflusst. Die Kunsthalle Rostock untersucht das Phänomen Sibylle insbesondere aus künstlerischer, fotografischer Sicht, stellt aber auch soziale Implikationen heraus. Die Kunsthalle Rostock zeigt deutschlandweit erstmals eine umfassende Ausstellung zum Thema Sibylle.

Erzähl mir Märchen! vom 15. Januar 2017 bis 26. Februar 2017

Es war einmal… So beginnen viele Märchen, die bis heute in allen Kulturen als Wissensschatz bewahrt werden. In früheren Zeiten mündlich weitergegeben, begegnen dem Publikum die Geschichten heute meist bebildert in Büchern, Filmen und im Theater. Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock zeigen die Breite der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Märchen. Die Ausstellung gibt Gelegenheit, durch Bilder in die Welt der Märchen einzutauchen. Sie zeigt auch die Schwester der blonden Goldmarie und lässt Hase und Igel von Werner Schinko um die Wette rennen.

Rostock Kreativ, vom 9. März 2017 bis 19. März 2017

Die größte Hobbykunst-Ausstellung in Mecklenburg- Vorpommern. Auf rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden zum achten Mal mehrere hundert Hobbykünstler ihre Arbeiten zur Schau stellen. Als besonderes Genre wird auch wieder die Fotografie vertreten sein.

Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus, vom 30. April 2017 bis 18. Juni 2017

Die Ausstellung setzt sich in kritisch-analytischer Weise mit der Kunstpolitik im Nationalsozialismus auseinander, die für das Selbstbild des Regimes wesentlich war. Der Titel „Artige Kunst“ regt als Gegenbegriff zur diffamierenden NS-Terminologie der „entarteten Kunst“ dazu an, über das Verhältnis von Kunst und Politik sowie Widerständigkeit und Gehorsam nachzudenken. Gezeigt werden exemplarische Werke der offiziell geduldeten und geförderten Kunst der NS-Zeit, dazu in konfrontativer Gegenüberstellung Werke von verfolgten oder verfemten Künstlern, die ein kritisches Gegenbild zur überwiegenden Einfältigkeit der systemkonformen Kunst entwerfen.

Schüler stellen aus, vom 30. März 2017 bis 17. April 2017

Rostocker Schulen haben die Möglichkeit, eine Ausstellung in der Kunsthalle zu gestalten. Die besten Kunstwerke, die im Unterricht entstehen, werden ausgestellt. Von Malerei und Grafik bis hin zur Fotografie sind alle Sparten vertreten.

Wolfgang Mattheuer – Bilder als Botschaft, vom 2. Juli 2017 bis 17. September 2017

Anlässlich des 90. Geburtstags des Bildermachers und Mitbegründers der Leipziger Schule Wolfgang Mattheuer (1927-2004) zeigt die Kunsthalle Rostock eine mehr als 90 Gemälde umfassende Retrospektive. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden unter anderem die wichtigsten sinnbildhaften, oft großformatigen Gemälde, die seit 1965 entstanden sind. Daneben wird ein repräsentativer Querschnitt seiner Landschaftsgemälde gezeigt, die mehr als die Hälfte seines malerischen Oeuvres ausmachen. Parallel zur Ausstellung erscheint das Werkverzeichnis der Gemälde.

Markus Matthias Krüger – Hortus, vom 2. Juli 2017 bis 6. August 2017

Parallel zur Retrospektive von Wolfgang Mattheuer zeigt die Kunsthalle Rostock erstmalig Gemälde des jungen Leipziger Malers Markus Matthias Krüger (* 1981). Die etwa 40 in der Ausstellung versammelten Bilder sind allesamt Landschaften, doch klassische Landschaftsmalerei betreibt Krüger nicht. Vielmehr handelt es sich bei seinen Bildern um künstlich konstruierte Resonanzräume, die dem Künstler für die behutsame Auslotung von Form, Farbe, Licht und Schatten dienen und in denen er seine Bildformen sorgfältig arrangiert. Zurück bleibt beim Betrachter der Eindruck meditativer Schönheit.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Portfolio Berlin 03, vom 1. Oktober 2017 bis 3. Dezember 2017

Ab Oktober 2017 zeigt die Kunsthalle Rostock die Ausstellung Portfolio Berlin 03.

Auch die dritte Folge der Ausstellungsserie vereint in den ausgewählten künstlerischen Positionen ein medienübergreifendes Arbeiten, das traditionelle Gattungsgrenzen hinter sich lässt. Portfolio Berlin 03 präsentiert internationale, in Berlin lebende und arbeitende Künstler, die in dieser Kombination noch nie zu sehen waren. Während in den Ausstellungen Portfolio Berlin 01 und 02 der Malerei- und Skulpturbegriff als Bezugspunkt und Gegenstand der Diskussion diente, liegt der Schwerpunkt in der dritten Ausgabe bei Video, Performance und Fotografie.

Künstlergruppe Marfa, vom 17. Dezember 2017 bis 28. Januar 2018, Susanne Rast, Dirk Wunderlich, Malte Brekenfeld

Zu der Künstlergruppe Marfa gehören die beiden Bildhauer Susanne Rast und Dirk Wunderlich aus Kneese bei Sassnitz und der Maler Malte Breckenfeld aus dem nicht weit entfernten Repnitz. Die Gruppe wurde 2005 gegründet und bezieht sich auf den durch Donald Judd bekannten Ort in Texas. Obwohl alle drei Künstler sehr individuell arbeiten, wurde die Haltung des Amerikaners zu Architektur und Ordnung im Raum für die Gruppe anregend.

Die Schwerpunkte künstlerischer Zusammenarbeit bilden die Bereiche freie und angewandte Skulptur, skulpturale Installation und Objektdesign im Innen- und Außenbereich. Die Kunsthalle Rostock wird diese interessante Verknüpfung von Individualität und gemeinsamer Arbeit im Raum thematisieren und in einer entsprechenden Ausstellung anschaulich machen. Zur Ausstellung soll ein Katalog erscheinen.

Ausstellungen im Café

Im Café der Kunsthalle Rostock finden dieses Jahr erstmals monatlich wechselnde Ausstellungen statt. Die Reise durch den grafischen Bestand des Hauses spiegelt evident Sammlungsschwerpunkte des letzten Jahrhunderts wider. Die stilistisch ganz unterschiedlich und in verschiedensten Techniken geschaffenen Landschaften, Porträts oder Figurenbilder aus dem von gesellschaftspolitischen Ereignissen geprägten 20. Jahrhundert verweisen auf ein umfangreiches Spektrum der grafischen Sammlung der Kunsthalle Rostock.

Höhepunkt der kleinen Café-Ausstellungen wird die Präsentation zu Selbstbildnissen der Künstler Lovis Corinth, Fritz Cremer, Lea Grundig, Johannes Wüsten und anderen im Juni sein.

  • Januar: Hermann Glöckner (1889-1987) – Schablonendrucke
  • Februar: Hermann Naumann (*1930) – Variation I-VIII
  • März: Paul Müller Kaempff (1861–1941) – Ahrenshooper Landschaften
  • April: Künstlergruppe Clara Mosch (1977- 1982)
  • Mai: Griffelkunst/Kate Diehn-Bitt (1900-1978) – Zeichnungen
  • Juni: Selbstporträts von Anders Zorn, Lovis Corinth, Otto Niemeyer-Holstein, Lea Gundig, Fritz Cremer , Arno Mohr, Johannes Wüsten und anderen
  • Juli: Max Uhlig (*1937) – Landschaften
  • August: Sighard Gille (*1941) – Ein Schüler von Wolfgang Mattheuer
  • September: Fritz Koch-Gotha (1877-1956) – Illustrationen und Karikaturen
  • Oktober: Susanne Kandt-Horn (1914-1996) – Lithografien
  • November: Griffelkunst/Der Schwede Kurt Ullberger (1919-2008) – Farbholzschnitte
  • Dezember: Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) – Winterlandschaften

Societät maritim

Auch 2016 wurde das Gebäude in der August-Bebel-Straße 1 ehrenamtlich vor dem stetig schleichenden Verfall bewahrt. Viele Kulturgüter der Hansestadt Rostock konnten gezeigt werden, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich wären. Knapp 22.500 Besucherinnen und Besucher wurden 2016 in der August-Bebel-Straße 1 gezählt. Auf rund 1.200 Quadratmetern wurden und werden maritime Dauerausstellungen gezeigt. Wechselnde Sonder- und Wanderausstellungen hatten 2016 wieder ihren Platz im Haus gefunden.

Die immer aktuelle, sehr erfolgreiche Ausstellung „Schick, schräg und schaurig – Schätze aus der Geschichte der Universitätsmedizin Rostock“ wurde am 23. August 2016 eröffnet und findet nach wie vor großen Zuspruch. Die hauseigene kleine Bibliothek im unteren Geschoss wurde auch im Jahr 2016 mit Spenden und Nachlässen auf über 3.200 Bücher erweitert. Rund 40 Führungen und Projekttage, speziell für Schulklassen, begleitend zum Geschichtsunterricht wurden im letzten Jahr durchgeführt. Zur ehrenamtlichen Reparaturinitiative „Repair Café“ fanden sich 22 Mal Interessenten zusammen, um allein oder gemeinsam mit anderen eigene kaputte Gegenstände zu reparieren.

Aber auch anderen Vereinen und Institutionen wurde ein Zuhause geboten. Die mobile Bootsfahrschule nutzte wieder das ganze Jahr den „Klub der Fahrensleute“ für Kurse und Schulungen. Der Circus Fantasia und der Islamische Bund in Rostock e.V. nutzten das „Atrium“ als Winterquartier.

Wöchentlich wurde ein Kapitänstreffen und monatlich ein Treffen ehemaliger Hochseefischer veranstaltet. Die Initiative Bürgerbeteiligung Rostock, kurz Prolog und der Sozialverband VDK trafen sich ebenfalls regelmäßig. Der TV-Talk „Stadt-Streit-Kultur“ des TV-Senders MV1 wurde im Atrium der August-Bebel-Str. 1 sechs Mal aufgezeichnet. Die Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) probten hier für das Theaterstück „Spülsaum“. Seit September 2016 veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. Freitagskurse in den Räumlichkeiten. Dauerausstellungen widmen sich unter anderem den Themen „Handel und Schifffahrt der Hansezeit“, „Seenotrettung“ und „Dampfschifffahrt“.

Für 2017 sind sieben weitere Ausstellungen geplant, darunter „Skulpturen der Natur – Ich fand im Sand im Ostseestrand“ im April und im Mai eine Fotoexposition „Die ernsthafte Suche nach dem Heiteren“. Als Informations-, Bildungs- und Begegnungsstätte ist das Gebäude von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bereichert das Kulturangebot der Hansestadt Rostock.

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

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