Roland Methling stellt Ziele für seine zweite Amtszeit vor

Entschuldung, Theaterneubau und die Entwicklung der Stadt ans Wasser bilden die Schwerpunktthemen des wiedergewählten OB in den nächsten sieben Jahren

8. Februar 2012, von
Nach seiner Wiederwahl stellte Roland Methling die Ziele für seine zweite Amtszeit vor
Nach seiner Wiederwahl stellte Roland Methling die Ziele für seine zweite Amtszeit vor

Nach seiner Wiederwahl zum Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock stellte Roland Methling heute seine Ziele für die zweite Amtszeit vor. Schwerpunkte setzt der Verwaltungschef bei dem Schuldenabbau, der Entwicklung der Stadt zum Wasser sowie dem Theaterneubau.

Vollständige Entschuldung bis 2018

Was die Sanierung des Haushalts betrifft, möchte Methling die Hansestadt bis 2018 wieder komplett entschulden, um so „die volle Handlungsfähigkeit herzustellen, nicht mehr in Schwerin nachfragen zu müssen, wofür wir unser Geld ausgeben.“

40 Millionen Euro Altschulden konnten in den letzten Jahren abgebaut werden, weitere 180 Millionen lasten noch auf den Schultern der Rostocker. Bis 2018 sind jährlich 10 Millionen Euro für die Tilgung vorgesehen, die verbleibenden 110 Millionen sollen durch verschiedene im Haushaltssicherungskonzept (Hasiko) festgelegte Maßnahmen abgedeckt werden, etwa durch 14 Millionen Euro Entlastung bei der Grundsicherung, deren Kosten der Bund bis 2014 schrittweise übernehmen wird.

Nicht alle Punkte im Hasiko sind jedoch aus Sicht des Innenministeriums als oberste Aufsichtsbehörde ausreichend schlüssig und nachvollziehbar dargestellt. So stehe hinter den zusätzlichen Einnahmen aus den Konsolidierungs- und Kofinanzierungsfonds des Landes noch ein Fragezeichen.

Im aktuellen Haushaltsentwurf, der im nächsten Monat in der Bürgerschaft diskutiert werden soll, stehen für dieses Jahr fünf Millionen Euro Altschuldenabbau. Mit Blick auf die letzten Haushalte, die sich im Laufe der Jahre deutlich positiver entwickelt haben, sei er jedoch „guten Mutes“, dass auch 2012 mindest die vom Land geforderten 10 Millionen Euro in die Tilgung fließen, so Methling.

Entwicklung der Stadt ans Wasser, Rostocker Oval und Untertunnelung der L22

L22 am Stadthafen Rostock - fließt der Verkehr hier bald durch einen Tunnel?
L22 am Stadthafen Rostock - fließt der Verkehr hier bald durch einen Tunnel?

„Da ist ein Stückchen Versachlichung notwendig“, fordert Methling, als er auf seine Vision von der Querung der L22 zu sprechen kommt. Keine utopischen Summen, sondern acht bis zehn Millionen Euro würde eine etwa 340 Meter lange Überquerung der Straße Am Strande kosten. Ende des Monats sollen der Öffentlichkeit verschiedene Varianten – auch visuell – vorgestellt werden.

Zur Entwicklung der Stadt ans Wasser gehört auch das Rostocker Oval, das vom Kabutzenhof, über den Stadthafen, den Osthafen und die Deponie in Dierkow bis zur Gehlsdorfer Promenade das Gebiet um den inneren Breitling beleben soll.

Für den zentralen Bereich des Stadthafens ist ein Gestaltungswettbewerb geplant. „Völlig ergebnisoffen“, erklärt Methling und betont, dass die aus seiner Sicht dazugehörende Fußgängerbrücke von der Haedgehalbinsel zu den Segelsportvereinen bislang nur eine Vision sei.

Abgesehen von diesen Vorhaben und der Bebauung der Mittelmole sollen in den nächsten Jahren auch einige der noch vorhandenen Schandflecken verschwinden. Neben Hornschem Hof, Alter Molkerei und Eselföter Straße zählt Methling dazu ebenfalls den Glatten Aal. Auch wenn dieser, was die Bebauung betrifft, am schwierigsten werden dürfte, sei man im Gespräch mit Partnern. Bereits im Frühjahr werden hier zumindest Akzente gesetzt und einige Starkbäume gepflanzt. 200.000 Euro sind 2012 für die Pflanzung solcher Bäume im Stadtzentrum eingeplant.

Bei der Anker-Ruine in der Doberaner Straße soll dieses Jahr der Baustart erfolgen
Bei der Anker-Ruine in der Doberaner Straße soll dieses Jahr der Baustart erfolgen

Mehr Grün könnte auch der Kanonsberg vertragen. Mit der nach ihrer Sanierung kahl und trostlos wirkenden ehemaligen Stadtbefestigung konnten sich viele Einwohner nicht anfreunden. „Der Blick aufs Wasser soll frei bleiben“, stellt Methling klar, im hinteren Bereich könnten jedoch durchaus Bäume nachgepflanzt werden.

Und noch ein Schandfleck soll bald verschwinden. Bei der Anker-Immobilie in der Doberaner Straße ist der Baustart für dieses Jahr geplant. Dort wo früher Spirituosen gebrannt wurden, sollen künftig Wohnungen und Geschäfte ihren Platz finden.

Theaterneubau

Spätestens 2018 soll der Theaterneubau fertig sein
Spätestens 2018 soll der Theaterneubau fertig sein

„35 bis 40 Millionen wird das neue Theater kosten“, erklärt Methling, „egal ob es am Bussebart, am Stadthafen oder am Rosengarten gebaut wird.“ Neben dem fixen Kostenrahmen steht auch der Fertigstellungstermin für den Verwaltungschef außer Frage: „spätestens zum Stadtjubiläum am 24.06.2018“.

Auf die Bremse tritt Methling hingegen bei den laufenden Zuschüssen für das Volkstheater. Es gebe bis heute keine Entscheidung, „mit wie viel Geld wir Theater spielen wollen“. Bislang „drücken“ sich sowohl Theater und der zuständige Senatsbereich als auch die Bürgerschaft vor einer Aussage. Man müsse sich verständigen, ob es – so wie es sich zuletzt entwickelt hat – 18 oder doch nur 12 bis 14 Millionen seien sollen.

„Mit Blick auf die Gesamtinteressen der Hansestadt“ müsse das Theater eher mit der unteren Grenze zurechtkommen, erklärte Methling, betonte jedoch gleichzeitig, dass es mit ihm keine betriebsbedingte Kündigungen geben wird.

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1 Kommentar

  • Klaus sagt:

    Wenn das Geld den freien Trägern zugute kommt, wäre ich sehr dafür beim Etat des VTR die Daumenschrauben anzuziehen, gern auch mit abgespecktem Orchester – nur wird das praktisch und politisch kaum durchzusetzen sein.

    Goldenes Kalb halt und spätestens da endet bei allen dann wieder die so gern geforderte Bürgerbeteiligung…

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