Neue Ostsee-Ascher für kippenfreien Strand in Warnemünde

Fünf auffällige Aschenbecher und Hinweistafeln werben ab sofort am Warnemünder Strand für die umweltgerechte Entsorgung von Zigarettenresten

27. Juli 2016, von
Nardine Stybel, Kristin Plühmer und Matthias Fromm präsentieren den neuen Ostsee-Ascher am Strand von Warnemünde (v.l.n.r.)
Nardine Stybel, Kristin Plühmer und Matthias Fromm präsentieren den neuen Ostsee-Ascher am Strand von Warnemünde (v.l.n.r.)

Essensreste, Verpackungen, Kronkorken oder Scherben – bis zu drei Tonnen Müll fallen in der Hauptsaison täglich an den Ostseestränden der Hansestadt Rostock an. „Die Zigarettenkippen stellen das größte Problem dar“, erläutert Matthias Fromm, Tourismusdirektor von Rostock und Warnemünde. Nardine Stybel, Geschäftsführerin von EUCC – Die Küsten Union Deutschland e.V., kennt das Problem vom Spülsaummonitoring, dem regelmäßigen Erfassen von Müll an verschiedenen Küstenabschnitten. Trotz Strandreinigungsgerät, manueller Reinigung und kostenlos verteilter Strandascher verbleiben zahlreiche der kleinen Zigarettenstummel im Sand. Immerhin 20 bis 180 Kippen finden sich pro hundert Quadratmeter am Strand von Warnemünde – und zwar nach der Reinigung!

Besonders gefährlich sei der im Filter enthaltene Kunststoff Celluloseacetat, der viele Jahre braucht, bis er sich in kleine Teile zersetzt – komplett aufgelöst wird er gar nicht. „Wir können nicht fünf Jahre warten, bis die Zigarettenkippen verschwunden sind oder immer kleiner werden, wir müssen jetzt etwas tun“, erläutert Stybel, wie es zum „Ostsee-Ascher“ kam. Abgeschaut haben sie sich die Idee von Großbritannien, wo die „Ballot Bins“ bereits seit einigen Jahren zum Straßenbild gehören. Nun sollen sie auch die Raucher am Warnemünder Strand „humorvoll zu einer Verhaltensänderung bewegen“, hofft die Geschäftsführerin der Küsten Union.

Die Ostsee-Ascher am Strand von Warnemünde bieten Platz für rund 500 Kippen
Die Ostsee-Ascher am Strand von Warnemünde bieten Platz für rund 500 Kippen

„Auf interessante, charmante Art und Weise soll der Ostsee-Ascher dazu animieren, die Kippen nicht mehr in den Sand zu schmeißen, sondern hier zu entsorgen“, ergänzt Matthias Fromm. Ein Abstimmungssystem soll einen zusätzlichen Anreiz schaffen. Möwe oder Spatz, Berge oder Meer – je nachdem, was man lieber hat, wirft man seine Kippe in den linken oder rechten gläsernen Behälter. Immerhin gut 30 Zigarettenstummel haben so seit gestern Abend bereits ihren Weg in einen der neuen Ascher gefunden.

Am Rettungsturm 3, unterhalb des Teepotts sowie bei den Feuerstellen sind die insgesamt fünf neuen Ostsee-Ascher zu finden. Nicht ohne Grund, liegen hier doch die „Kippen-Hotspots“, wie Nardine Stybel aus ihren Erhebungen weiß. Vorerst gibt es die Ascher allerdings nur während der Saison, da aufgrund des Hochwasserschutzes zwischen Oktober und März keine Aufbauten am Strand zulässig sind, begründet Tourismusdirektor Fromm. Während des Warnemünder Turmleuchtens oder Wintervergnügens stehen die neuen Ostsee-Ascher somit nicht am Strand.

Bis zum Saisonende sollen Standorte und Akzeptanz getestet und Raucher direkt befragt werden, erklärt Nardine Stybel. Vielleicht bekommen die Ascher künftig auch einen dauerhaften Platz auf der Warnemünder Promenade.

Weitere Projekte zur Müllvermeidung folgen in den nächsten Jahren, erläutert Kristin Plühmer, die sich seit dem 1. Juni als neue Mitarbeiterin der Tourismuszentrale um die Bereiche Umweltmanagement und -erziehung kümmert. „Möglichst ohne erhobenen Zeigefinger“ sollen Einheimische und Touristen dazu bewogen werden, den Strand sauber zu halten, so Plühmer.

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