Neues Strandreinigungsgerät für Warnemünde

Mit einer neuen Reinigungsmaschine soll der Warnemünder Strand schneller und besser von Plastikmüll, Zigarettenkippen, Scherben, Kronkorken und Seetang befreit werden

24. Mai 2016, von
Umweltsenator Holger Matthäus (links) und Tourismusdirektor Matthias Fromm zeigen, was die neue Strandreinigungsmaschine aus dem Sand filtert
Umweltsenator Holger Matthäus (links) und Tourismusdirektor Matthias Fromm zeigen, was die neue Strandreinigungsmaschine aus dem Sand filtert

„Erschreckend“ sei es, so Umweltsenator Holger Matthäus, „wie trotz Umweltbildung mit Abfall umgegangen wird“. Das zeigt sich auch am Warnemünder Strand, wo in der Saison neben Essensresten und Verpackungen auch Zigarettenkippen, Kronkorken oder Scherben einfach liegen bleiben. Würde jeder seinen Müll wieder mitnehmen und ordnungsgemäß entsorgen, gäbe es kein Problem.

Doch die Realität sieht leider ganz anders aus, wie regelmäßige Strandreinigungsaktionen zeigen. Obwohl ausreichend Behälter zur Mülltrennung und -entsorgung vorhanden sind, fallen in der Saison täglich bis zu drei Tonnen Müll an den Stränden der Hansestadt an. „Das glaubt man gar nicht“, zeigt sich Tourismusdirektor Matthias Fromm schockiert und bestätigt, dass der Müll hauptsächlich von den Strandbesuchern stammt.

Behälter zur Mülltrennung und -entsorgung am Strand von Warnemünde (Foto: Archiv)
Behälter zur Mülltrennung und -entsorgung am Strand von Warnemünde (Foto: Archiv)

Besonders die oft achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen sind Ärgernis und Problem zugleich. Gefährlich für Kleinkinder, die gern alles in den Mund nehmen, problematisch für die Natur, da die Stummel aus Celluloseacetat biologisch nur schwer abbaubar sind.

Seit drei Jahren gibt es im Ostseebad kostenlose Strandascher, die Aktion soll auch in dieser Saison fortgesetzt werden, informiert Matthäus. Zudem gibt es in Warnemünde und Markgrafenheide je einen Strandabschnitt, der Nichtrauchern vorbehalten ist.

„Die Hauptmotivation nach Warnemünde zu kommen, sind Meer und Strand“, erläutert Fromm, daher sehe sich die Tourismuszentrale in der Verantwortung, diese Gaben der Natur zu schützen und perspektivisch zu bewahren. Zur Müllvermeidung sollen die Strandbesucher besser für das Thema sensibilisiert werden, Poster und Postkarten sollen noch stärker auf das weltweite Müllproblem im Meer hinweisen.

Plastikmüll, Kronkorken und Zigarettenkippen filtert das neue Strandreinigungsgerät in Warnemünde aus dem Sand
Plastikmüll, Kronkorken und Zigarettenkippen filtert das neue Strandreinigungsgerät in Warnemünde aus dem Sand

„Erst als letzte Instanz“ nach der Müllvermeidung kommt die mechanische Strandreinigung zum Zuge, erläutert Umweltsenator Matthäus. Kleinere Gegenstände, wie Kronkorken oder Zigarettenstummel, konnten mit der bisherigen Technik jedoch nur unzureichend eingesammelt werden. Um die Strände künftig schneller und besser zu reinigen, hat die Tourismuszentrale eine neue Maschine angeschafft.

Beim patentierten Verfahren des neuen Strandreinigungsgeräts, einer Beach Tech 2000 von der Firma Kässbohrer, kommt eine Rechen, Sieb- und Mixtechnik zum Einsatz, die sowohl bei trockenem als auch bei feuchtem Sand funktioniert. „Mit dieser Maschine sind wir in der Lage, Zigarettenkippen, Kronkorken, Scherben, Treibgut, Seetang und den so gefährlichen Plastikmüll aus dem Sand zu filtern“, erläutert Fromm.

Neues Strandreinigungsgerät für Warnemünde
Neues Strandreinigungsgerät für Warnemünde

Bei einer Arbeitsbreite von 1,85 Meter können pro Stunde 22.000 Quadratmeter gereinigt werden – bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern. 15.000 Euro wurden für das gebraucht gekaufte Gerät investiert, neu hätte es das Vierfache gekostet.

Auch wenn das neue Strandreinigungsgerät mehr Unrat aus dem Sand filtert, soll dies keinesfalls als Einladung verstanden werden, seinen Abfall einfach liegenzulassen. „Nie etwas hinwerfen oder verbuddeln“, appelliert der Senator an Urlauber und Einheimische ihren Müll nach dem Strandbesuch wieder mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen.

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