„Peterchens Mondfahrt“ - Premiere am Volkstheater Rostock

Wunderschönes Weihnachtsmärchen mit Musik für Kinder ab 5 Jahren im Theaterzelt

25. November 2011, von
Der Empfang bei der Nachtfee
Der Empfang bei der Nachtfee

Ungeduldiges Gemurmel. Man spürt die Spannung im gut gefüllten Theaterzelt des Rostocker Volkstheaters. Es ist Premierenzeit, jedoch nicht wie sonst am Abend, sondern pünktlich um 10 Uhr. Das diesjährige Weihnachtsmärchen „Peterchens Mondfahrt“ steht in den Startlöchern und will die Zuschauer mit auf eine Reise zum Erdtrabanten nehmen. Die ersten kritischen Gäste waren Kindergarten- und Vorschulkinder aus Einrichtungen Rostocks und der Umgebung.

Ab fünf Jahren ist das Stück geeignet und das war auch der ungefähre Altersdurchschnitt beim Premierenpublikum, wobei auch etwas kleinere Kinder und junggebliebene Erwachsene mit auf die erste Reise gingen. Schon vor Beginn gab es Applaus und mein junger Nebenmann sagte zu mir: „Du musst mitklatschen, sonst kommen die nicht raus!“

Die Blitzhexe kämpft mit Eismario
Die Blitzhexe kämpft mit Eismario

Das erste Mal aufgeführt wurde das Märchen von Gerdt von Bassewitz, einem mecklenburgischen Adligen, vor 99 Jahren in Leipzig und seitdem hat es als Buch, Hörspiel oder Film viele Kinder begeistert. Für die Neuinszenierung haben Regisseur Alexander Flache und Dramaturgin Anne Krey ganz tief in die Theatertrickkiste gegriffen. So gibt es neben dem klassischen Schauspiel Gesang und Tanz, Licht- und Schattenspiele und eine sehr schön von Petra Linsel ausgestattete Bühne.

Jörg Schulze. Björn-Ole Blunck und Laura Bleimund
Jörg Schulze. Björn-Ole Blunck und Laura Bleimund

Alles beginnt im Zimmer von Pitt (Jörg Schulze) und seiner Schwester Anne (Laura Bleimund). Die beiden streiten sich mal wieder, was in einer Kissenschlacht endet, die für viele Lacher im Publikum sorgt. Als der Streit vorbei ist und beide im Bett liegen, betritt auf einmal der Maikäfer Herr Sumsemann (Björn-Ole Blunck) den Raum. Er hat ein Problem: Der Mondmann (Stephan Fiedler) hat ihm sein sechstes Bein gestohlen. Die Kinder freunden sich mit ihm an und machen sich im Bettmobil auf die Reise, das verlorene Körperteil zurückzuholen.

Clemens Riegler, Petra Gorr, Björn-Ole Blunck, Jörg Schulze, Stephan Fiedler, Laura Bleimund und Teresa Lucia Forstreuter
Clemens Riegler, Petra Gorr, Björn-Ole Blunck, Jörg Schulze, Stephan Fiedler, Laura Bleimund und Teresa Lucia Forstreuter

Doch bevor sie sich dem Mondmann stellen können, treffen sie auf ihrem Abenteuer noch viele interessante Personen. Da ist zum Beispiel die übergroße Nachtfee (Teresa Lucia Forstreuter). Mit ihrer gebieterischen Art und Stimme brachte sie nicht nur die Kinder auf der Bühne, sondern auch im Zuschauerraum zum ehrfürchtigen Staunen. Dann gab es da noch den Eismario (Clemens Riegler) und die Windliese (Petra Gorr), die Pitt, Anne und Sumsemann auf der Reise unterstützen.

Im Zentrum der Bühne stand das Zimmer der Geschwister. Für die Reise zum Mond wurden dann einfach die Wände heruntergeklappt und so eine Rampe zur Kraterlandschaft im Hintergrund gelegt. Und immer dann, wenn die Theatermagie gezeigt wurde, haben die Augen der Kinder besonders geleuchtet. Da ist der große Bär, der die Kinder im Schatten zur Mondkanone bringt, es gibt zwei Spotscheinwerfer als tanzende Sterne, Tänzer auf Rollschuhen, Seifenblasen und noch viele weitere kleine Details.

Das Premierenpublikum bei Peterchens Mondfahrt im Theaterzelt
Das Premierenpublikum bei Peterchens Mondfahrt im Theaterzelt

Am Ende gab es nicht nur immer wieder Szenenjubel und helfendes Mitschreien („Da links ist Herr Sumsemann!“), sondern auch ganz viel Applaus und trampelnde Fußpaare. Es wurde sogar eine Zugabe verlangt, sodass die Schauspieler dreimal das Abschiedslied singen mussten. In diesem ist auch die Botschaft des wirklich gelungenen Stückes enthalten: „Lebe diesen Traum weiter.“

Peterchens Mondfahrt ein traumhaftes Theaterstück nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die immer noch gern träumen und die einfach mal wieder Theatermagie spüren wollen.

Fotos (1-3): Dorit Gätjen, VTR

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1 Kommentar

  • Monika Siepert sagt:

    Ich war auch eine Glückliche mit Premierenkarte! :)
    Ja wirklich ein gelungenes Stück! Es war eine ganz tolle Atmosphäre im Zelt mit all den kleinen „großen“ Gästen!
    Mir persönlich gefiel vor allem das Zusammenspiel von Bühne und Musik.
    Deshalb finde es ein wenig schade, daß die Musik von Marco Seeling garnicht erwähnt wird?! Ein Versehen? Trotzdem danke für den schönen Artikel und macht weiter so!

    lg Monika

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