Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Rostock für 2013

Für 2013 verzeichnet die Polizeiinspektion Rostock einen weiteren Rückgang der registrierten Straftaten auf insgesamt 19.059 Fälle

4. April 2014
Anzahl der registrierten Straftaten in Rostock von 2007 bis 2013
Anzahl der registrierten Straftaten in Rostock von 2007 bis 2013

Nachdem in den vergangenen Jahren ein kontinuierlicher Rückgang der registrierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Rostock zu verzeichnen war, setzte sich dieser positive Trend auch im Jahr 2013 fort.

Die Zahl der registrierten Straftaten lag im vergangenen Jahr mit 19.059 erstmals unter der Grenze von 20.000, was gleichzeitig den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre darstellt.

Mit dem Rückgang der Fallzahlen sank auch die Kriminalitätsbelastung, die in der sogenannten Häufigkeitszahl angegeben wird. Die „Häufigkeitszahl“ gibt das Verhältnis zwischen bekannt gewordenen Straftaten berechnet auf 100.000 Einwohner an. Sie sank von 10.081 Straftaten im Jahr 2012 auf nunmehr 9.358 Straftaten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2013.

„Vor dem Hintergrund einer stetig steigenden Einwohnerzahl, ist der Rückgang der registrierten Straftaten und der damit verbundenen Kriminalitätsbelastung besonders bemerkenswert und zeigt ganz deutlich, dass das Leben in der Hansestadt Rostock immer sicherer wird“ konstatiert Polizeioberrat Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock in einem ersten Statement. Die Aufklärungsquote von 54,6% liegt unter dem Vorjahresniveau (2012 – 56,5%). Hier gilt es in den nächsten Jahren durch Optimierungen in der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung die Aufklärung zu steigern und dem Landesdurchschnitt (58,3%) anzupassen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für Rostock zeigt, dass es erhebliche Rückgänge im Bereich der Diebstahlshandlungen, bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sowie im Bereich der Straßenkriminalität gibt. Wie schon in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Diebstähle (2013 – 7.042 Fälle / 2012 – 7.317 Fälle) zwar stetig abnehmend, dennoch stellt diese Straftatengruppe mit 36,9% immer noch den größten Anteil an der Gesamtkriminalität.

Während die Fälle des Diebstahls an/aus Kraftfahrzeugen ganz erheblich zurück gingen (2013 – 926 Fälle / 2012 – 1.180 Fälle) zeigt die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen einen gegenläufigen Trend. Hier ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 55 Fälle auf jetzt 229 Wohnungseinbruchsdiebähle zu verzeichnen. Da insbesondere Wohnungseinbrüche langfristig das Sicherheitsempfinden der Betroffenen beeinträchtigen, wird die Polizeiinspektion Rostock zukünftig in diesem Bereich verstärkt tätig werden. Dabei geht es nicht nur darum, Ermittlungen zu intensivieren und so die Täter dingfest zu machen. Auch mit verschiedensten Präventionsangeboten will die Polizei Wohnungseinbrechern zukünftig den Kampf ansagen.

Auch die Straßenkriminalität, die eine Vielzahl von Delikten zusammenfasst, die in der Öffentlichkeit, auf Straßen, Wegen und Plätzen begangen werden, wirkt sich maßgeblich auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung aus. Neben Raubstraftaten und Körperverletzungen zählen hierzu auch Sachbeschädigungen, wie z.B. Graffiti sowie ein Großteil der Straftaten rund um das Kraftfahrzeug. Die Zahlen im Bereich der Straßenkriminalität sanken um 547 Fälle auf nunmehr 4.622 Fälle im Jahr 2013. Sie hat damit einen Anteil von 24,3% an der Gesamtkriminalität. Bezogen auf den Anteil an der Gesamtkriminalität nehmen die Vermögens- und Fälschungsdelikte mit einem Anteil von 23,7% ebenfalls einen großen Stellenwert ein. Die Zahl der registrierten Straften sank hier von 5.120 Fällen im Jahr 2012 um 595 Fälle. In diesem Kriminalitätsfeld ist das Entdeckungsrisiko besonders hoch. So konnten von den 4.525 Fällen im vergangenen Jahr 84,8% der Fälle aufgeklärt werden.

Die Fallzahlen bei Rohheitsdelikten, wie beispielsweise Raub, gefährliche und schwere Körperverletzungen sind ebenfalls leicht zurückgegangen. Während die Rostocker Polizei im Jahr 2012 noch 481 gefährliche bzw. schwere Körperverletzungen bearbeitete, waren es im Folgejahr 459 vergleichbare Körperverletzungen bei einer Aufklärungsquote von 79,1% (2012 = 71,5%). Ein leichter Anstieg hingegen ist bei den Raubstraftaten festzustellen. Lag hier die Zahl im Jahr 2012 noch bei 170, wurden im vergangenen Jahr 184 Raubstraftaten registriert. Dabei ist allerdings die Anzahl der Fälle von Handtaschenraub fast identisch (2012 – 15 Fälle / 2013 – 14 Fälle).

Weitere Details der Polizeilichen Kriminalstatistik 2013:

  • Im Jahr 2013 wurden insgesamt 7.070 Tatverdächtige (5.231 Männer / 1.839 Frauen) ermittelt. Im Jahr 2012 waren es noch 7.629 Tatverdächtige.
  • Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren betrug im letzten Jahr 1291 und ging damit im Vergleich zum Jahr 2012 um 186 zurück.
  • Zu verzeichnen ist eine leichte Abnahme der ermittelten nichtdeutschen Tatverdächtigen von 905 (2012) auf 859 (2013).
  • Die Zahl der Straftaten gegen das Leben bewegt sich mit 11 Straftaten auf dem Niveau des Vorjahres (2012 – 12).
  • Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg von 505 (2012) auf 551 (2013). Bei Rauschgiftdelikten handelt es sich um sogenannte „Kontrolldelikte“, die fast ausschließlich durch polizeiliche Ermittlungen vom Dunkel- ins Hellfeld geholt werden. Die Zunahme der Delikte in diesem Bereich zeigt sehr deutlich, wie professionell die Rostocker Polizei in diesem Bereich arbeitet. So liegt die Aufklärungsquote dementsprechend auch bei 94,7% (2012 – 95,4%).

„Die Polizeiliche Kriminalstatistik stellt der Polizeiinspektion Rostock insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Damit diese Entwicklung weiter anhält, setzt die Polizeiinspektion Rostock zukünftig noch stärker auf Prävention“ erklärte der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, POR Michael Ebert.

Quelle: Polizeiinspektion Rostock

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2 Kommentare

  • Klaus sagt:

    Was man diesen Statistiken leider nicht entnehmen kann, ist Bereitschaft und Intensität krimineller Aktivitäten – ganz abgesehen von der generellen Dunkelzahl ergo nicht registrierte Delikte.

    Insofern kann man doch sehr im Zweifel sein, ob im das Leben in Rostock erwähnenswert sicherer geworden ist … gerade auch angesichts der schlimmen Meldungen, die in den letzten Monaten hier auf rostock-heute.de zu lesen waren!

  • Antiquaru sagt:

    Moin,… seit wann – und warum – sollen denn die mit derartigen Delikten befassten Behörden in die ‚Glaskugel‘ schauen ? Aus Statistiken kann man nur Trends und Wahrscheinlichkeiten ableiten – besonders unter dem Aspekt der „großen Zahl“. Erst diese Erkenntnisse führen zu neuen Planungsansätzen – die ,logischerweise, immer den aktuellen Geschehen hinterher hinken werden.
    Präventiv lässt sich natürlich eine Menge planem, was ja auch geschieht. Hierzu siehe auch die Statistiken des LKA-MV und der FH (Polizei)… an der Verwaltungshochschule… in Güstrow.
    Mfg. antiquaru

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