Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 für die Hansestadt Rostock

Mehr Diebstähle, weniger Wohnungseinbrüche und eine leicht gesunkene Aufklärungsquote bei annähernd gleichbleibender Gesamtzahl an Delikten – Leben in Rostock wird immer sicherer, so die Polizei

24. Mai 2016
Kriminalstatistik Rostock 2015 vorgestellt: Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen haben deutlich zugenommen, Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock und Oberbürgermeister Roland Methling bei einer Aktion gegen Autoknacker vor fünf Jahren (Foto: Archiv)
Kriminalstatistik Rostock 2015 vorgestellt: Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen haben deutlich zugenommen, Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock und Oberbürgermeister Roland Methling bei einer Aktion gegen Autoknacker vor fünf Jahren (Foto: Archiv)

Gemeinsam stellten heute der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, PD Michael Ebert, und der Leiter des Kriminalkommissariats, PR Sebastian Schütt, sowie der amtierende Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Rostock, EKHK Gisbert Prestel die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Berichtsjahr 2015 vor.

Dem Landestrend folgend ist auch in Rostock die Gesamtzahl der erfassten Delikte auf Vorjahresniveau. So wurden im Bereich der Hansestadt im Jahr 2015 insgesamt 20.022 Straftaten registriert und bearbeitet.

Das sind 33 Fälle weniger als im Jahr 2014 (20.055 Fälle). Die Aufklärungsquote blieb mit 57,3 % unter dem Vorjahreswert (2014 – 59,4 %). Eine deutliche Zunahme ist im Bereich Diebstahl (+5,9 %) zu verzeichnen. Im Berichtszeitraum 2015 wurden allein im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte 387 Straftaten weniger als im Jahr 2014 registriert und bearbeitet worden. Die Fallzahlen in den anderen Hauptgruppen, wie Straftaten gegen das Leben, die sexuelle Selbststimmung sowie bei den Rohheitsdelikten sind rückläufig.

„Gerade unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzsatzgeschehens in der Hansestadt im zurückliegenden Jahr belegen die vorliegenden Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik, dass das Leben in der Hansestadt immer sicherer wird“, betonte Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock.

Deutlich ablesbar ist diese Entwicklung an der Häufigkeitszahl, einem Index mit dem das Verhältnis zwischen bekannt gewordenen  Straftaten je 100.000 Einwohner bezeichnet wird. Diese Belastungszahl sank innerhalb der letzten 10 Jahre von 12.111 Straftaten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2006 auf nunmehr 9.718 im Jahr 2015.

Die größte Straftatengruppe stellt nach wie vor der Diebstahl dar. Hier ist mit 7.410 Fällen (2015) im Vergleich zum Jahr 2014 mit 6.997 Fällen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Der Anteil dieser Straftaten an der Gesamtkriminalität beträgt 37 % und liegt damit knapp zwei Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Bezogen auf den Anteil an der Gesamtkriminalität folgen den Diebstählen die Vermögens- und Fälschungsdelikte mit einem Anteil von 22,3 %. Hier verringerte sich die Zahl der registrierten Straftaten um 387 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Kriminalitätsfeld ist das Entdeckungsrisiko besonders hoch, denn von den 4.470 Fällen im vergangenen Jahr konnte durch die Rostocker Kriminalpolizei 86,4 % aufgeklärt werden.

Die Fallzahlen bei Rohheitsdelikten, wie beispielsweise Raub, gefährliche und schwere Körperverletzungen sind ebenfalls zurückgegangen. Während die Rostocker Polizei 2014 noch 2.237 dieser Straftaten registrierte, waren es im vergangenen 1.994, was einen Rückgang von 11 % bedeutet.

Die positive Tendenz setzt sich allerdings nicht im Bereich Straßenkriminalität fort. Mit der Straßenkriminalität wird eine Vielzahl von Delikten bezeichnet, die in der Öffentlichkeit, auf Straßen, Wegen und Plätzen begangen werden und die sich maßgeblich auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung auswirken. Dazu gehören neben den bereits genannten Körperverletzungen und Raubstraftaten auch Sachbeschädigungen, wie Graffiti sowie ein Großteil der Kriminalität rund um das Kraftfahrzeug.

Die Summe der Straftaten in diesem Bereich stieg von 4.184 Fällen (2014) auf 4.476 im Jahr 2015. Der Anstieg resultiert insbesondere aus der Zunahme von Diebstählen an und aus Kraftfahrzeugen (2014 – 812 Fälle / 2015 – 1.133 Fälle) sowie aus einer Zunahme von Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (+ 85 Fälle) und Diebstählen von Mopeds und Krafträdern (+ 84 Fälle).

Weitere Details der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015:

  • Im Jahr 2015 wurden insgesamt 7.700 Tatverdächtige (5.746 Männer / 1.954 Frauen) ermittelt. Im Jahr 2014 waren es noch 8.036 Tatverdächtige.
  • Zu verzeichnen ist eine Zunahme der ermittelten nichtdeutschen Tatverdächtigen von 1.278 (2014) auf 1.570 (2015). Diese Entwicklung entspricht dem Landestrend.
  • Die Zahl der Straftaten gegen das Leben liegt mit 9 Straftaten unter dem Niveau des Vorjahres (2014 – 13). Die Aufklärungsquote in diesem Bereich beträgt 100 %. Ebenfalls rückläufig sind die erfassten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2015 = 150 Fälle / 2014 = 174 Fälle).
  • Deutlich angestiegen ist die Zahl der Rauschgiftdelikte von 604 (2014) auf 820 (2015). Rauschgiftdelikte spiegeln als sogenannte Kontrolldelikte sehr deutlich die Intensität polizeilicher Ermittlungen wieder. Damit einher geht eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote, die in diesem Deliktbereich im vergangenen Jahr 96,0 % betrug (2014 = 94,9 %).
  • Rückläufig ist die Zahl von Wohnungseinbruchsdiebstählen. Wurden im Jahr 2014 noch 223 Fälle registriert, waren es im Bereich der Hansestadt Rostock im letzten Jahr 156. Allerdings sank hier auch die Aufklärungsquote um 10 % auf 16,0 % im Jahr 2015.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 stellt der Rostocker Polizei gerade vor dem Hintergrund der zusätzlichen Herausforderungen durch die Flüchtlingsproblematik insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Die PKS zeigt aber auch, dass solche zusätzlichen Belastungen nicht ohne Auswirkungen bleiben.

Quelle: Polizeiinspektion Rostock

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