Wettbewerbsstart für Rathausanbau

RGS bereitet Architekturwettbewerb für geplante Rathauserweiterung am Neuen Markt vor

17. März 2017, von
Der Rathausanbau soll erweitert werden. Im Vordergrund die Nordkante des Neuen Markts
Der Rathausanbau soll erweitert werden. Im Vordergrund die Nordkante des Neuen Markts

Das gläserne Treppenhaus am nördlichen Ende des Rathausanbaus soll bald mit einem neuen Verwaltungsgebäude verbunden werden. Schon lange bevor der städtebauliche Wettbewerb zur Bebauung der Nordkante des Neuen Marktes vor einigen Jahren Fahrt aufgenommen hat, lagen die Pläne mit definierten Baufeldern in der Schublade. Das Treppenhaus wurde damals vorausschauend so angelegt, dass darüber ein Zugang zu einem Erweiterungsbau erfolgen kann. „Der Wettbewerb hat uns kalt erwischt“, berichtet Sigrid Hecht, die mittlerweile Geschäftsführerin der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) ist, die den Wettbewerb für die Entwicklung des Quartiers am Neuen Markt verantwortet. Als Leiterin des Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und –entwicklung (KOE) ist sie gleichzeitig Bauherrin für die zwei Verwaltungsgebäude, die hinter dem Rathaus entstehen sollen.

Nachdem in einem ersten, städtebaulichen Wettbewerb die Baumassen für den Bereich nördlich des Neuen Marktes und des Rathauses auf fünf Baufelder festgelegt wurden, sollen nun die unmittelbar an das Rathaus angrenzenden Baufelder vier und fünf ein Gesicht, sprich eine Architektur bekommen. Die RGS bereitet dafür derzeit einen zweistufigen Hochbauwettbewerb vor, der Ende März EU-weit bekanntgegeben wird. Für Anfang Oktober ist die Preisgerichtssitzung angedacht, sodass ab November – wenn alles gut geht – schon mit dem Planen begonnen werden könnte, so die zuständige RGS-Mitarbeiterin Odett Freiberg.

Hinterseite des Rathausanbaus
Hinterseite des Rathausanbaus

Bei dem Bauvorhaben gehe es ausschließlich darum, den akuten Bedarf an Verwaltungsflächen abzudecken. 530 Mitarbeiter sollen hier zukünftig ihren Arbeitsplatz haben, in Ämtern mit teilweise hohen Publikumsverkehr. Ein Bürgerschaftssaal und ein barrierefreier Hochzeitsraum mit großzügigem Vorraum sollen ebenfalls in den neuen Gebäuden Platz finden.

Gerade auch die Arbeitsweise in der Verwaltung befinde sich im Umbruch. „Es geht nicht um ein Bürogebäude, sondern es geht um ein Gebäude für eine öffentliche Verwaltung im Herzen der Stadt“, formuliert Sigrid Hecht ihre Ansprüche. Die Gestaltung solle daher entsprechend auf Bürgerfreundlichkeit, Offenheit und Transparenz eingehen. Mit Blick auf die beiden großen Standorte der Stadtverwaltung in dem denkmalgeschützten Gebäude in der St-Georg-Straße und im Haus des Bauens am Holbeinplatz sei das der erste Neubau von so einem großen Verwaltungskomplex in Rostock. „Da erwarte ich von den Architekten ein paar Vorschläge, wie wir uns als öffentliche Verwaltung besser darstellen können.“ Insbesondere in den Wartebereichen und Innenräumen. „Da sind wir in Rostock extrem schlecht aufgestellt.“

 Das Wiro-Baufeld am Neuen Markt
Das Wiro-Baufeld am Neuen Markt

Für die beiden Verwaltungsgebäude soll die 3.400qm große Grundfläche weitgehend überbaut werden. Bis zur Traufe sind vier Vollgeschosse vorgesehen. Beide Gebäude sollen durch eine „Brücke“ verbunden werden. Aus historischen Gründen soll ein Doppelgiebel zum Platz am Schilde, der dort wieder entstehen soll, gestaltet werden. Die alte Straßenführung an der Hege soll erhalten bleiben. Als Besonderheit weist Odett Freiberg auf den großen Höhenunterschied des Areals von rund sechs Metern hin, was etwa zwei Geschossen entspricht. Für eine Tiefgarage sei das durchaus ein baulicher Vorteil.

Geplant ist eine gemeinsame Tiefgarage mit den Baufeldern zwei und drei, die die Wiro entwickeln wird. „Da wir mit den Baumaßnahmen die ersten an dieser Stelle sind, werden wir mit dem Gebäude bereits eine Tiefgarage bauen müssen, um den Bedarf abzudecken“, erläutert Odett Freiberg. Als Zwischenlösung kündigt sie eine Zufahrt aus der Kleinen Wasserstraße an, solange die Verbindung zur Tiefgarage der Baufelder zwei und drei und damit eine Zufahrt über Vogelsang und Krämerstraße noch nicht erfolgen kann.

„Die Wiro weiß, dass wir es für dringend geraten halten, dass zeitnah der zweite Wettbewerb für Baufeld zwei und drei kommt. Nicht nur, weil es sich bei der Parkhauszufahrt nur um eine temporäre Lösung handeln kann, sondern auch weil es um eine Gestaltung geht. Es soll sich schließlich eine harmonische Wahrnehmung des Gesamtensembles ergeben“, betont Sigrid Hecht. Sie informiert, dass die Wiro beabsichtigt einen eigenen Wettbewerb ohne die RGS durchzuführen. Die Voraussetzung für eine Auslobung seien hier bereits gegeben.

Anders als in Baufeld eins, der direkten Nordkante des Neuen Marktes. Hier seien noch Untersuchungen des Baugrundes notwendig, bevor der dritte Hochbauwettbewerb – dann voraussichtlich wieder unter der Federführung der RGS – ausgeschrieben werden kann.

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