Neue Sonderausstellung im Kulturhistorischen Museum

Reisen & Erobern. Die Attraktion der Fremde im 19. Jahrhundert

Kulturhistorisches Museum Rostock
Kulturhistorisches Museum Rostock

Das Kulturhistorische Museum Rostock wirft mit seiner neuen Sonderausstellung unter dem Titel „Reisen & Erobern. Die Attraktion der Fremde im 19. Jahrhundert“ ein weiteres Mal einen Blick auf die Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der Blick auf das „Fremde“, das bis heute die gesellschaftliche Debatte herausfordert, hat seine Wurzeln zum großen Teil im 19. Jahrhundert. Verbesserte Transportmittel, Straßen- und Eisenbahnbau weiteten in dieser Zeit den Horizont der Deutschen enorm. Wer bislang kaum einmal seine Heimatstadt verlassen hatte, dem öffnete sich durch Eisenbahnen und Dampfschiffe nun die Welt.

Darüber hinaus kreierte das neue industrielle Zeitalter als Kehrseite streng geregelter Arbeitszeiten nun erstmalig den Begriff der Freizeit, des Urlaubs und eröffnete damit allmählich breiteren Schichten die Möglichkeit des Reisens. Und wer selbst nicht reiste, den erreichten die faszinierenden fremden Kultureindrücke mit Hilfe des neuen Mediums Fotografie nun auch mitten in seinem heimischen Alltag. Überraschende Bilder des Fremden und Fernen waren bald regelmäßiger Gegenstand in Medien, Ausstellungen und Werbung.

Die Sonderausstellung „Reisen & Erobern – die Attraktion der Fremde im 19. Jahrhundert“ im Kulturhistorischen Museum Rostock versucht die museale Aufarbeitung einer Zeit wachsender regionaler Weltoffenheit, einer bis dahin ungekannten Vielzahl neuer, fremder Kulturkontakte aber auch starker imperialer wie kolonialer Ambitionen Deutschlands. Themen wie der neue Reiz des Reisens, das Bild des Fremden in Alltag und Medien der Zeit oder Deutschland als Kolonialmacht, aber auch Beispiele völkerkundlicher Sammlungen, wie sie im 19. Jahrhundert auch in Rostock entstanden und präsentiert wurden, werfen ein deutliches Licht auf die tiefe Ambivalenz dieses so plötzlich wachsenden Interesses am Fremden. Das zeittypische Bildmedium des Kaiserpanoramas vermittelt dabei in originaler historischer 3D-Präsentation ein ungewöhnlich sinnliches Bild des Fremden am Ende des 19. Jahrhunderts.

Ein Vortragsprogramm, Führungen sowie wechselnde Bilderreisen im Kaiserpanorama laden zum Mehrfachbesuch der Ausstellung ein, die vom 16. September 2011 bis 19. Februar 2012 zu sehen sein wird. Das Kulturhistorische Museum Rostock hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

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