Rostock Seawolves besiegen LOK Bernau mit 82:79 (35:31)

Befreiungsschlag für die Rostock Seawolves: Im dritten Saisonspiel feierten die Basketballer gegen LOK Bernau vor 1.750 Zuschauern in der Stadthalle Rostock ihren ersten Sieg

8. Oktober 2016
Rostock Seawolves besiegen LOK Bernau: Ivo Slavchev hebt ab in Richtung Korb (Foto: Sylvia Funk)
Rostock Seawolves besiegen LOK Bernau: Ivo Slavchev hebt ab in Richtung Korb (Foto: Sylvia Funk)

Die Rostock Seawolves feiern im dritten Saisonspiel den ersten Sieg. Mit 82:79 (35:31) gewinnen die Hanseaten das Ost-Derby gegen den Tabellenführer LOK Bernau. Der Aufsteiger aus Brandenburg musste nach 43 ligaübergreifenden Siegen in Folge das Parkett erstmals wieder als Verlierer verlassen. Vor 1.750 Zuschauern in der Stadthalle Rostock bewiesen die Seawolves Kampfgeist, Herz und Leidenschaft bis zur letzten Sekunde. Jarvis Davis erzielte die letzten neun Punkte für die Rostocker, davon sechs in den letzten zehn Sekunden. Nach Spielende war der US-Guard mit 21 Punkten bester Korbjäger der Gastgeber, gefolgt von André Murillo (19) und Franz Winkler (14). Bei den Gästen aus Brandenburg kam Pierre Bland auf 18 Punkte und sechs Korbvorlagen.

Es knisterte schon vor Spielbeginn in der Stadthalle Rostock. Wie würden die Seawolves nach der deutlichen Niederlage in Wedel, dem Trainerwechsel – unter der Woche bat Coach Sebastian Wild um seine Vertragsauflösung, Co-Trainer Andreas Barthel übernahm das Amt des Cheftrainers – und der Spielerentlassung von Mario Moody auftreten? Für Gesprächsstoff vor der Partie war gesorgt, nun waren 1.750 Zuschauer in die Wolfshöhle gekommen, um Antworten zu finden. Und sie sollten nicht enttäuscht werden.

Unmittelbar vor dem offiziellen Spielbeginn bedankte sich Hallensprecher André Jürgens bei Sebastian Wild, der nicht anwesend war, für die aufopferungsvollen Jahre als Seawolves-Trainer und die erfolgreichen Verdienste für den Rostocker Basketball. Und erntete dafür anerkennenden Beifall von den Rängen.

Kurz darauf jubelten die Zuschauer über den ersten Korb der Partie; Franz Winkler traf nach 14 Sekunden einen Mitteldistanzwurf zur 2:0-Führung. Im direkten Gegenangriff antwortete der Bernauer Routinier Robert Kulawick mit einem trockenen Dreier, kurz darauf zischte ein Dreier von Luka Buntić durch die Reuse. Diese erste Szenen waren der Prolog eines offenen und intensiven Schlagabtauschs, der die Fans im weiteren Spielverlauf fesseln sollte.

Die Gäste aus Brandenburg, unterstützt von 20 mitgereisten Fans, erwischten dennoch den besseren Start. Von den ersten acht Distanzwürfen waren vier erfolgreich, so dass sie sich in der 8. Minute mit 9:16 absetzen konnten – die höchste Gästeführung des Abends. LOK-Youngster Ferdinand Zylka zeigte früh sein Können und erzielte acht seiner insgesamt 15 Punkte im ersten Viertel, das Bernau mit fünf Punkten gewann (13:18). Die Seawolves trafen im ersten Abschnitt nur 23 Prozent ihrer Würfe. Das musste sich steigern, um dem Aufsteiger die Stirn bieten zu können.

Ab dem zweiten Viertel lief es in der Offensive besser für die Wölfe, die nun ihr Revier unbedingt verteidigen wollten. Ein 9:0-Lauf, bei dem Winkler zwei Dreier versenkte, sorgte für die erneute Führung der Gastgeber (22:20, 13.). Die Halle peitschte ihr Team nach vorn, es entwickelte sich eine spannende Basketballpartie, in der sich beide Teams nichts schenkten. Vor der Halbzeit wechselte die Führung insgesamt fünf Mal, ehe Winkler mit seinem dritten Dreier des Spiels das 35:31-Halbzeitergebnis herstellte. Die Seawolves strotzten vor Energie und Siegeswillen, die Fans unterstützten lautstark von den Rängen.

Nach dem Seitenwechsel kontrollieren die Seawolves zunächst das Spielgeschehen. Im Angriff lief der Ball gut durch die eigenen Reihen, in der Defensive bereiteten die Wölfe Bernau mit ihrer Zonenverteidigung Kopfschmerzen und erzwangen schwere Würfe. Buntić erhöhte in der 23. Minute per Dreier auf 42:34. Bernau antwortete mit schnellen Punkten, doch als Jarvis Davis in der letzten Sekunde der Angriffszeit einen Dreier traf, bebte die Arena (45:39, 25. Min.). Die Zuschauer spürten, dass die Wölfe diesen Sieg unbedingt erbeuten wollten. Doch Bernau war da anderer Meinung und glich kurz darauf aus (45:45, 26. Min). Erst ein 12:0-Lauf der Seawolves zum Ende dritten Durchgangs brachte wieder etwas Erleichterung. Mit einem 61:53-Vorsprung für die Hausherren ging es in den letzten Durchgang.

Neun Minuten vor Schluss versenkte Kapitän Tim Vogt einen Korbleger zur zweistelligen Führung (65:55, 31. Min). Sollte dieser Vorsprung halten, um den Tabellenführer zu stürzen? In der Schlussphase war die Spannung kaum auszuhalten, da Bernau sich mit aller Kraft wehrte, um auch im 44. ligaübergreifenden Pflichtspiel in Folge als Sieger das Parkett zu verlassen. Das Punktepolster schmolz innerhalb kürzester Zeit auf drei Punkte (74:71, 38.). Als Center Daniel Lopez 78 Sekunden vor dem Ende seinen Gegenspieler austanzte und einen Korbleger wie ein Oberkellner zum 76:71 verwandelte, stand die Halle Kopf. Der Sieg war zum Greifen nah. Bernau antwortete daraufhin mit Würfen aus der Distanz, doch der Nervenstärke von US-Guard Jarvis Davis in der Schlussphase war es zu verdanken, dass die Seawolves den ersten Saisonsieg unter tosendem Applaus feiern konnten. Dieses Basketballspiel wird noch lange in Erinnerung bleiben und für Gesprächsstoff sorgen.

Die Seawolves trafen 15 ihrer 17 Freiwürfe (Bernau: 7/10 FT) und kontrollierten die Rebounds (45:36). Hervorzuheben war dabei Ivo Slavchev, der elf Rebounds pflückte. Daniel Lopez kam auf acht Rebounds. In der Offensive erzielten André Murillo und Jarvis Davis zusammen 40 Punkte. Franz Winkler (14 Punkte) und Luka Buntić (6) verwandelten insgesamt sechs von neun Dreiern. Bei den Gästen punkteten vier Spieler zweistellig, angeführt von Pierre Bland (18 Punkte, 6 Assists) und Ferdinand Zylka (15).

„Wir können zufrieden sein mit einem Sieg gegen Bernau. Ich muss mich bei der Mannschaft bedanken, dass es mehr ein Charakterspiel war als ein basketballerischer Leckerbissen. Das hat wohl jeder Zuschauer gesehen“, bilanzierte der neue Cheftrainer Andreas Barthel nach der Partie.

Am 15. Oktober spielen die Seawolves auswärts um 19:30 Uhr bei den Iserlohn Kangaroos. Das nächste Heimspiel in der Stadthalle Rostock steht am Sonntag, den 23. Oktober, um 16:00 Uhr auf dem Programm. Dann sind die Herzöge Wolfenbüttel zu Gast. Karten gibt es auf http://tickets.Seawolves.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Viertelstände (HRO-LOK):
13:18, 22:13, 26:22, 21:26

Punkteverteilung der Rostock Seawolves:
Buntić (6), Davis (21), Hellmann (4), Lange (nicht eingesetzt), Lopez (5), Murillo (19), Rivers (7), Slavchev (2), Vogt (4), Winkler (14)

Quelle: Rostock Seawolves, Foto: Sylvia Funk

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