14. Sporttag in der City und Rostocker Skaternight 2011

Rostocker Sportvereine stellen sich auf dem Universitätsplatz vor – Skater rollen auf den Straßen durch die Innenstadt bis zum Südring

11. September 2011, von
Rieke und Antje bei der Skaternight
Rieke und Antje bei der Skaternight

Mal dort lang düsen, wo sonst nur die Autos fahren dürfen. Aus diesem Grund nahmen gestern Abend Antje und Rieke an der Rostocker Skaternight 2011 teil. Normalerweise sind die beiden 14-Jährigen auf ihren Rollen in der Südstadt oder am Neuen Friedhof unterwegs. Die eine „schon ewig“ auf Inlineskates und die andere seit Neuestem auf einem Longboard.

Für die zweimal acht Kilometer lange Strecke vom Universitätsplatz bis zum Südring und zurück schlossen sie sich den etwa 300 Skatern der Skaternight an. „Wir sind nicht so die Raser. Wir werden uns eher hinten aufhalten“, stimmten die beiden das Tempo zuvor miteinander ab.

Rostocker Skaternight
Rostocker Skaternight

Um 18.30 Uhr fiel der Startschuss und die Inlineskater, Skateboarder und alles, was sonst noch Rollen unter den Füßen hatte, setzten sich bei langsam untergehender Sonne und wummernder Musik vom DJ in Bewegung.

Auf abgesperrten Straßen geleitete eine kleine Polizeieskorte den Pulk sicher von der Langen Straße über den Schröder- und Goetheplatz hinauf zum Südring und über die August-Bebel-Straße zum Universitätsplatz wieder zurück.

Zwei Krankenwagen und ein Bus folgten der rollenden Gruppe, um verletzte oder ermüdete Skater aufzunehmen. Sicher ist sicher! Auffallend leider, dass sich viel zu viele Ordner der Skaternight eher unzureichend mit Protektoren schützten. Gerade für die vielen jungen Skater, die teilweise noch recht unsicher auf den Rollen standen, hätten sie ein gutes Vorbild abgeben können.

Die Skaternight, die in der Vergangenheit auch schon über 1000 Teilnehmer lockte, war krönender Abschluss des 14. Sporttages in der City.

Luftsprünge der Turner beim Sporttag auf dem Universitätsplatz
Luftsprünge der Turner beim Sporttag auf dem Universitätsplatz

Das mittlerweile schon zur Tradition gewordene Ereignis soll „die ganze Vielfalt und Breite des Rostocker Sports in der Öffentlichkeit präsentieren. Häufig finden sie ja in Turnhallen statt, wo man sie nicht spürt“, so Dr. Roland Bothe, Vereinsberater beim Stadtsportbund.

An Informationsständen konnten Passanten den Sporttag rund um den zentral gelegenen Universitätsplatz nutzen, um mit verschiedenen Vereinen ins Gespräch zu kommen und sogar einige Sportarten ausprobieren.

Pauline demonstriert ihr Können mit dem Fußball
Pauline demonstriert ihr Können mit dem Fußball

Vor allem junge Sportler präsentierten hier ihr Können. Die achtjährige Pauline jonglierte ihren Fußball gekonnt direkt auf der Straße. Seit einem Jahr trainiert sie dreimal pro Woche beim SV Hafen Rostock, erzählt sie stolz.

Tänzer, Turner, Artisten und Kampfsportler nutzten die Bühne, um mit unterhaltsamer Musik Einblick in ihre Sportart zu gewähren und das Publikum zu begeistern.

184 Sportvereine sind unter dem Dach des Rostocker Stadtsportbundes vereint. Mit fast 41.000 Mitglieder entspricht das einem Organisationsgrad von etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Rostocks. „Landesweit sind wir damit ganz vorne“, weiß Roland Bothe.

Die Santinis jonglieren
Die Santinis jonglieren

85 verschiedene Sportangebote umfasst das Spektrum. Die beliebtesten Sportarten der Rostocker sind Fußball, Turnen und Gymnastik, Schwimmen, Handball und Segeln.

Seit letztem Jahr wird in unserer Hansestadt sogar – ganz trendy – American Football gespielt. Auch dem Bereich des gesundheitsorientierten Sports widmen sich immer mehr Vereine, zeigt Bothe aktuelle Entwicklungen auf.

Grundlage für derartige Entwicklungen seien geeignete Sportstätten. Trotz guter Sportstättenstruktur „haben wir eigentlich immer Mangel“, beklagt der Sportfachmann. So fehlen beispielsweise gerade auch im Hinblick auf den Gesundheitssport überdachte Wasserflächen. Neben einer zweiten Schwimmhalle steht auch ein zweites Eisstadion auf seiner Wunschliste. „Eishockey, Shorttrack und Eiskunstlauf müssen sich eine Fläche teilen, die viel zu klein ist“, macht Bothe auf Engpässe der Sportler aufmerksam.

Fotos vom 14. Sporttag und der Rostocker Skaternight 2011:

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