15. Sporttag in der City und Rostocker Skaternight 2012

Universitätsplatz in der Hand der Vereine – Skaternight bringt Rostock unter die Räder

15. September 2012, von
Das gesamte Teilnehmerfeld der Rostocker Skater- und Boardernight 2012
Das gesamte Teilnehmerfeld der Rostocker Skater- und Boardernight 2012

Endlich kommt mal was ins Rollen in Rostock. Nämlich 250 Skater, Boarder und Biker, die den heutigen Tag nutzten, um einmal die Straßen zu befahren, die sonst nur von Blechlawinen bevölkert werden. „Alles was rollt – auf die Straße“ hieß das Motto der diesjährigen Boarder- und Skaternight, die zusammen mit dem Sporttag auf dem Universitätsplatz für aktive Stimmung in der Innenstadt sorgte.

Auch im 15. Jahr sorgte der Sporttag wieder für viel Begeisterung und erstaunte Blicke. 20 Vereine mit insgesamt 400 Mitgliedern stellten ein buntes Bühnenprogramm, aber auch Möglichkeiten zum selber aktiv werden, zusammen. Das Spektrum reichte von Schach über Akrobatik bis hin zum Pop Tanz. „Es ist eine tolle Möglichkeit für die Vereine, sich massenwirksam zu präsentieren. Gerade Sportarten mit Showcharakter sind heute sehr gefragt“, erzählt Dr. Roland Bothe, der Vereinsberater vom Stadtsportbund.

Bouncer Marc Dargusch
Bouncer Marc Dargusch

Besonders imposant und heiß begehrt waren in diesem Jahr die Bouncer vom Verein Trendsport und Bounceclub. Unter den Füßen haben Bouncer die sogenannten Siebenmeilenstiefel befestigt, mit denen es wirkt, als würden sie auf Sprungfedern gehen. Seit 2009 besteht der Verein, momentan jedoch noch nicht von staatlicher Seite gefördert. „Man braucht eine Mindestanzahl an Mitgliedern, besonders im Jugendbereich. Seitdem aber Samuel Koch bei ‚Wetten Dass..?‘ seinen schlimmen Unfall hatte, haben die Eltern zu große Angst um ihre Kinder“, berichtet der Vereinsgründer Marc Dargusch.

Die Bouncer in Aktion beim Sporttag auf dem Universitätsplatz
Die Bouncer in Aktion beim Sporttag auf dem Universitätsplatz

Dabei ist das Bouncen, richtig ausgeübt, gar nicht gefährlicher als andere Sportarten auch. Davon überzeugten sich auch viele Rostocker. Erst ganz vorsichtig und noch von zwei Begleitern gehalten, konnten die meisten schon nach zehn Minuten die ersten Schritte alleine zurücklegen. Bis man jedoch wie die Profis springen und rennen kann, müssen einige Trainingsrunden absolviert werden. „Es ist schon sehr anstrengend. Eine Stunde bouncen ist wie fünf Stunden joggen.“

Sportakrobatik
Sportakrobatik

Insgesamt sind 42.000 Rostocker in einem der 186 Sportvereine der Stadt als Mitglied eingeschrieben. „Ein großer Trend ist das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Besonders die Rückenschulen und Wassergymnastik erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit“, berichtet Dr. Roland Bothe. Auch der Abstieg vom FC Hansa in die dritte Liga wirkte sich nicht negativ auf die Begeisterung für die verschiedenen Fußballvereine der Stadt aus.

Seit einem halben Jahr kann auch in den Vereinen der Hansestadt der sogenannte Bildungskredit eingelöst werden. Dadurch soll Kindern in sozial schwachen Familien auch die Möglichkeit gegeben werden, aktiv zu werden. Leider wurde die sehr gute Idee nicht konsequent zu Ende gedacht. „Die Vereine sind zwar froh über jedes neue Mitglied, doch ist es für sie ein enormer bürokratischer Aufwand“, so Bothe.

Uwe Richter von den Lederhexen
Uwe Richter von den Lederhexen

Ein neues Angebot gibt es ab Oktober bei den Lederhexen, die auch für das Flußbad am Mühlendamm zuständig sind. Von der erfolgreichen Meisterschaft motiviert, können Kinder und Jugendliche dort Teil des ersten Rostocker Kanupolovereins werden. „Wir sind in den letzten fünf Jahren von 200 auf 900 Mitglieder angewachsen, da ist es wichtig, immer wieder auch etwas Neues anzubieten“, ist sich Vereinsvorstand Uwe Richter sicher. Besonders beliebt bei den Lederhexen ist das Kleinkinderschwimmen, während die Wasserballer Nachwuchssorgen plagen.

Skater und Boarder auf dem Südring
Skater und Boarder auf dem Südring

Das Wasser blieb heute zum Glück aus, obwohl es zeitweise doch bedrohlich dunkel am Himmel wurde. Doch auch wenn niemand surfen musste, ging die Teilnehmerzahl bei der Skaternight 2012 im Vergleich zum letzten Jahr etwas zurück. Trotzdem war es beeindruckend, die 250 Zwei-, Drei- und Vierräder am Universitätsplatz starten zu sehen.

Die Familien Unger, Kutschera und Fittkau von den Nasenbären
Die Familien Unger, Kutschera und Fittkau von den Nasenbären

Unter ihnen waren auch die Familien Unger, Kutschera und Fittkau. Ihnen kam die Idee ganz spontan beim Training, denn die Kinder spielen gemeinsam bei den Nasenbären Skatehockey. Somit waren die 16 Kilometer für sie mehr oder weniger ein verlängertes Ausdauertraining. Für Tom, Eric und Caja war es die erste Skatenight, während Bjarne und Kjell schon im letzten Jahr dabei waren. Ihr Highlight war ganz klar: „Es ist richtig cool, über jede rote Ampel fahren zu können, ohne anhalten zu müssen.“

Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern führte sie der vom Musiktruck angeführte Rundkurs über die Lange Straße, den Vögenteich, den Südring entlang und nach einer Wende am Südstadtklinikum über die August-Bebel-Straße zurück zum Uniplatz. Nach etwa 50 Minuten war die Strecke zum ersten Mal absolviert und inzwischen war es auch dunkel geworden, sodass die zweite Runde wirklich in der Nacht absolviert werden konnte. Doch durch die gute Organisation ging niemand verloren und es war wie immer ein Spaß für Groß und Klein.

Weitere Impressionen vom Sporttag und der Skaternight 2012 in Rostock:

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