Sarah Kuttner stellt ihr Buch „Wachstumsschmerz“ vor

Autorin gibt sich und der Uni bei der Lesung im Audimax eine zweite Chance

27. April 2012, von
Sarah Kuttner liest aus ihrem Buch "Wachstumsschmerz"
Sarah Kuttner liest aus ihrem Buch "Wachstumsschmerz"

Das Paar Sarah Kuttner und Universität hatte bisher wenig gemeinsames Glück. Gerade mal eine Woche war sie Studentin, irgendwas mit Germanistik. „Ich hatte eine 3,0 im Abi, da hat man nicht mehr sehr viel Auswahl.“ Selbst die eigene Exmatrikulation musste dann ein Freund übernehmen. Aber alles im Leben hat eine zweite Chance verdient, so auch Sarah und die Uni. Gestern haben sich die beiden wiedergesehen, denn die Autorin stellte ihr aktuelles Buch im Rahmen der Kulturwoche im Audimax vor.

Ein voller Audimax bei der Lesung von Sarah Kuttner
Ein voller Audimax bei der Lesung von Sarah Kuttner

Es gibt eigentlich kaum etwas, das Sarah Kuttner in ihrem Berufsleben im Medienbereich noch nicht gemacht hat in den letzten Jahren. Sie war Moderatorin im Radio und auf Messen, hatte mehrere eigene Fernsehsendungen, wurde für den Playboy fotografiert und war Kolumnistin für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress. Die Kolumnen wurden dann in zwei Büchern veröffentlicht und vor drei Jahren schrieb die Berlinerin mit „Mängelexemplar“ auch ihren ersten eigenen Roman.

Im letzten Jahr folgte diesem dann das Buch „Wachstumsschmerz“. Darin wird die Geschichte von der Herrenschneiderin Luise erzählt, die kurz davor steht, das erste Mal mit einem Mann zusammenzuziehen. Doch die Frau zweifelt – an der Beziehung, an ihrem Freund Flo und auch an sich selbst. Sie brennt einfach nicht, hat keine richtigen Ziele im Leben. Ihre Wachstumsschmerzen sind nicht körperlich, sondern mental, denn Luise realisiert, dass sie nicht ewig so tun kann, als wäre sie mit 30 noch nicht so richtig erwachsen.

Sarah Kuttner bei der Lesung im Rahmen der Kulturwoche
Sarah Kuttner bei der Lesung im Rahmen der Kulturwoche

Auch ohne das Buch zu kennen, bekam man gestern bei der Lesung einen sehr guten Eindruck davon, wie die Protagonistin tickt und welche Probleme sie hat. Gut vorbereitete Textstellen machten es einfach der Handlung zu folgen und gleichzeitig ihre verschiedenen Stimmungen mitzuerleben. Es wurde viel gelacht, mal peinlich berührt und mal ganz natürlich. Besonders die Memos – eingestreute Blicke in die Zukunft von Luise – offenbarten den ernsten und teilweise bedrückenden Grundton der Geschichte.

Durchzogen wurde die Lesung von vielen komischen Momenten und persönlichen Anekdoten der Berlinerin. „Sorry, dass ich so ulkig bin, aber ich bin echt müde, weil ich im Moment so viel arbeiten muss“, entschuldigte sie sich bei den 500 Gästen im Audimax. Aber gerade das machte die Lesung erst so unglaublich unterhaltsam und toll. So kündigte sie zum Beispiel zu Beginn an, dass es keine Pause geben werde, um dann nach einer Stunde zu eröffnen: „Tut mir Leid Rostock, aber ich muss echt dringend auf die Toilette. Ist es okay, wenn wir zehn Minuten Pause machen?“

Sarah signierte im Anschluss an die Lesung noch Bücher
Sarah signierte im Anschluss an die Lesung noch Bücher

Im Anschluss der Lesung durften dann noch Fragen gestellt werden. „Ich weiß ja, dass heute die Lange Nacht der Wissenschaften ist, daher werde ich alles wie ein strenger Professor beantworten“, kündigte sie zu Beginn des Abends an. Als es dann soweit war, hatten sie und die Uni sich aber längst versöhnt und so war sie auch bei der Beantwortung der teils sehr komischen Fragen charmant, witzig und spontan. Allerdings wäre sie wohl keine gute Dozentin geworden, denn sie wich auch hier immer wieder von den eigentlichen Fragen ab und ließ sich von ihrem vibrierenden Handy aus dem Konzept bringen. Aber wer braucht schon Dozenten, wenn man mit einer unterhaltsamen Lesung auch den Hörsaal bis auf den letzten Platz füllen kann?

Julia und Anne waren begeistert
Julia und Anne waren begeistert

Bei der anschließenden Gelegenheit sich die Bücher von der Autorin signieren zu lassen, reihten sich auch Julia und Anne in die lange Schlange ein. Den beiden Studentinnen der Politikwissenschaft gefiel die Lesung richtig gut. Für Anne war es besonders schön, da die Karte eine Geburtstagsüberraschung der Freundin war. „Es war einfach eine geniale Situationskomik“, erzählt sie. Und auch Julia war davon angetan: „Das ganze Drumherum war super, wie schnell und lustig sie auf die ganze Situation reagiert hat.“

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