Schandmaul zu Gast im M.A.U. Club

Eine musikalische Traumreise mit Narren, Hexen und Vampiren

28. Januar 2012, von

Verhaltet euch mucksmäuschenstill! Irgendwo hier versteckt sich das Wesen und will euch in seinen geheimnisvollen Turm entführen. Vielleicht steht es gerade schon hinter dir?

Vorband Burn
Vorband Burn

Halt, keine Angst. Das, was ich gerade geschildert habe, war ein Stück aus dem Lied „Gebt Acht!“ der Band Schandmaul. Diese waren gestern zu Gast im M.A.U. Club und hatten zum Glück keine mysteriösen Geschöpfe dabei. Dafür aber tolle Instrumente, spannende Geschichten und ganz viel gute Laune.

Ungefähr eine halbe Stunde musste man in der Kälte stehen, bevor man endlich in den Club konnte. 700 Fans waren gekommen und standen teilweise mehrere Meter an der Warnow entlang, so lang war die Schlange. Doch zum Glück war schon die Vorband bereit, um alle wieder aufzuwärmen. Einen passenderen Namen als Burn hätten sich die vier Münsteraner dazu wohl kaum geben können. Mit ihren elektronisch angehauchten Popklängen brachten sie auch die ersten Gäste zum Tanzen, jedoch war klar: Die Fans wollten Schandmaul sehen.

Schandmaul - Traumtänzer-Tour 2012 im M.A.U. Club
Schandmaul - Traumtänzer-Tour 2012 im M.A.U. Club

Traumtänzer heißt das aktuelle Album der Münchener. Und passend dazu stand der Abend gestern auch unter dem Motto einer musikalischen Traumreise. Musik und Texte der Band erzählen Geschichten von fernen Ländern und aufregenden Kulturen und so wurde der M.A.U. Club kurzerhand in ein Traumschiff verwandelt. Doch nicht nur geographisch wurde gereist, sondern auch zeitlich. Sänger Thomas versprach, neben aktuellen Liedern, auch „viele olle Kamellen“ zu präsentieren.

Ally und Gitarrist Martin
Ally und Gitarrist Martin

Die Crew für Rostock war etwas verändert, denn sowohl Violinistin Anna als auch Flötistin Birgit erwarten Nachwuchs. Und während Birgit die Tour noch bis zum Ende spielen will, steht bei Anna das „Schandmäulchen“ schon kurz vor der Geburt, sodass ein Ersatz hermusste. Ihre Vertreterin war zur Freude des Publikums ein Kind der Stadt: Ally von der Band Ally the Fiddle, die auch schon mit Stumpen im M.A.U. auf der Bühne stand.

Dann hieß es endlich Leinen los, schließlich stand eine weite Reise bevor. In blaues und weißes Bühnenlicht getaucht, passend zur Reise auf dem Meer, ging es zuerst in den Orient, wo das Leben einer Assassine geschildert wurde. Zurück in Europa, in Barcelona bei Nacht, wurde es dann romantisch. Eine Liebe zwischen Mensch und Vampir, die nur „Bis zum Morgengrauen“ bestehen kann. Im dritten Hafen, Osteuropa, wurde dann gemeinschaftlich Polka getanzt und die letzte Station war der Brocken, wo zusammen mit Hexen und Zauberern die „Walpurgisnacht“ gefeiert wurde.

Schlagzeuger Stefan
Schlagzeuger Stefan

Da auch eine Traumreise manchmal Animateure braucht, haben sich Sänger Thomas und Gitarrist Martin ein besonderes Spiel einfallen lassen. Beim „Trinklied“ versuchten sie, beim anderen Fehler zu provozieren. Zum Beispiel verstimmte Thomas während des Songs die Gitarre, in der Hoffnung Martin würde aufhören zu spielen. Doch dieser machte einfach weiter, was so schief klang, dass Thomas heftig zu Lachen anfing und dabei den Text vergaß. Man merkte wirklich, dass die Musiker auf der Bühne viel Spaß hatten.

Die Fans Michael und Peter
Die Fans Michael und Peter

Dass sich dieser auch auf das Publikum übertrug, bestätigte Fan Michael. Auch er fand den Wettkampf der beiden sehr lustig. Für den Vierzehnjährigen war es ein besonderer Abend, war es doch sein erstes richtiges Konzert. Zusammen mit Bruder Peter war er extra aus Lübz angereist, um die Band zu sehen. „Es war alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte – richtig toll. Besonders das Tanzen mit der Band hat Spaß gemacht“, erzählte er begeistert. Wie viele andere kaufte er im Anschluss noch ein T-Shirt, um ein Erinnerungsstück an sein erstes Konzert zu haben.

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