Schönheit pur. Mecklenburg von 1900 bis 1945

„Schönheit pur. Mecklenburg – ein Land für Künstler 1900-1945“ – Ausstellungseröffnung im Kulturhistorischen Museum Rostock

28. Mai 2010, von

Ausstellung „Schönheit pur. Mecklenburg – ein Land für Künstler 1900-1945“ Mecklenburg bietet und bot einzigartige Motive für künstlerisches Arbeiten. In einem Gemeinschaftsprojekt wollen nun das Kulturhistorische Museum Rostock, das Max Samuel Haus Rostock und die Ernst Barlach Stiftung Güstrow erstmals einen Überblick über die Kunstlandschaft Mecklenburgs zwischen der Wende zum 20. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs geben. Aus diesem Anlass wurde gestern die Ausstellung „Schönheit pur. Mecklenburg – ein Land für Künstler 1900-1945“ eröffnet.

Dr. Heidrun Lorenzen „Ziel ist es der Mecklenburger Kunst ihren Platz in der regionalen, nationalen und internationalen Kunst zuzuweisen“, so Dr. Heidrun Lorenzen, Kuratorin und Leiterin des Kulturhistorischen Museums über das Anliegen des Projektes. Dafür wurde eine Fülle von Exponaten zusammengetragen, die das Können und die vielfältigen Ausdrucksweisen bekannter und weniger bekannter Künstler der Region darstellen. Zu sehen sind sie bis zum 22. August in drei Häusern.

Das Kulturhistorische Museum konzentriert sich auf die Malerei und zeigt 100 Werke unter anderem aus mecklenburgischen Künstlerkolonien. Das Max-Samuel-Haus ermöglicht einen Blick auf die Grafiken zahlreicher Kunstrichtungen in Mecklenburg. In der Ernst Barlach Stiftung werden Plastiken und Grafiken gezeigt, die die Entwicklung der Bildhauerei abbilden.

Schönheit pur. Mecklenburg - ein Land für Künstler 1900-1945 „Die bildende Kunst hat in Mecklenburg eine eigenständige Entwicklung genommen. Bahnbrechendes, mit Ausnahme von Barlach, ist jedoch eher selten. Dennoch wurde die Moderne reflektiert, was an zahlreichen stilistischen Einflüssen zu erkennen ist“, fasst Heidrun Lorenzen die Ergebnisse der Forschungsarbeit zusammen, die der Ausstellung vorausgingen und auch in einem umfassenden Begleitbuch erschienen sind.

Bei der Aufarbeitung des Archivs konnten einige wertvolle Schätze geborgen werden. Zum Beispiel die Malerin Elsbeth Huther, die sowohl mit großformatiger Landschaftsmalerei, als auch mit einem gänzlich abstrakten Aquarell vertreten ist. Für die Kuratorin eine Sensation: „Bereits in den frühen 20er Jahren gab es Künstler in Mecklenburg, die abstrakt gemalt haben. Das war uns bislang nicht bekannt.“ Ebenfalls unbekannt war die kulturhistorische Entdeckung, dass es bereits im Jahre 1908 in Rostock eine Ausstellung mit Werken der einflussreichen Künstlergruppe „Brücke“ gegeben hat.

Dr. Volker Probst Auch Dr. Volker Probst, Leiter der Ernst Barlach Stiftung kann auf einen spannenden Fund verweisen. Zwei Kohlezeichnungen von Ernst Barlach, die in der Zeit des Nationalsozialismus als entartete Kunst beschlagnahmt wurden und als verloren galten, konnten wieder aufgespürt und in die Ausstellung aufgenommen werden.

Ausstellung im Kultuhistorischen Museum Die ersten Besucher der Ausstellung im Kulturhistorischem Museum sind schon mal begeistert.

„Die Auswahl und die Ausleuchtung haben mir sehr gut gefallen. Das Thema entartete Kunst und die Zeitepoche finde ich sehr interessant,“ schwärmt Herr Göseke.

Auch das Ehepaar Schmidt aus Magdeburg ist sehr von der Ausstellung angetan: „Wir haben die Werke aus der Künstlerkolonie Schwaan wiedererkannt. Als eher konservative Kunstbetrachter finden wir es toll, dass diese Zeit aufgearbeitet wurde.“

Schönheit pur Herr und Frau Pitann besuchen oft Ausstellungen und freuen sich über bekannte Sachen, aber auch über Neues. So haben sie ein Porträt von Kate Diehn-Bitt entdeckt, das sie zuvor noch gar nicht kannten.

Am 30. Mai finden die Ausstellungseröffnungen im Max-Samuel-Haus und in der Ernst Barlach Stiftung Güstrow statt. Begleitet wird die Dreifach-Schau von einer Reihe von Vorträgen, die sich einzelnen Aspekten der Kunstgeschichte Mecklenburg widmen.

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