7. Landesmesse für Schülerfirmen in MV 2010

Unternehmernachwuchs präsentiert sich in der Stadthalle Rostock

7. Oktober 2010, von
Laura und Desiree von der Schülerfirma A & O Modedesign
Laura und Desiree von der Schülerfirma A & O Modedesign

Kreativität, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und vieles mehr wird heutzutage in der Arbeitswelt erwartet. Früh übt sich, wer ein Meister werden will, heißt es ja so schön. Warum also nicht einmal „unternehmenslustig“ sein und sich schon während der Schulzeit in einer Schülerfirma ausprobieren?

Jennifer und Christine von Baltic Drums Rostock
Jennifer und Christine von Baltic Drums Rostock

Landesweit sind über 1000 Schüler unternehmerisch tätig. Mehr als 140 Schülerfirmen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern bereits.

80 von ihnen haben sich am Mittwoch in der Rostocker Stadthalle auf der 7. Landesmesse für Schülerfirmen mit dem Titel „Unternehmenslustig“ präsentiert. Auch schwedische Schüler der Häganas Schule in Almhüt stellten ihre beiden Unternehmen vor. Bundesweit ist die Schülerfirmenmesse das größte Zusammentreffen des schulischen Unternehmernachwuchses. Alle zwei Jahre findet sie statt.

Unterstützt werden Schülerfirmen in Mecklenburg-Vorpommern durch ein Programm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern. In den letzten sieben Jahren sind 3,4 Millionen Euro in dieses Projekt geflossen.

Jürgen Seidel am Stand von ChocoLoco
Jürgen Seidel am Stand von ChocoLoco

Neben den Schülern ließen es sich daher auch die beiden Minister Jürgen Seidel und Henry Tesch nicht nehmen, sich unters Messevolk zu mischen. Für Jürgen Seidel ein spannender und lohnender Termin. „Ich habe mir Pralinen mitgenommen, die sich angeblich nicht auf der Hüfte legen“, erzählt der Wirtschaftsminister und ist begeistert von dem unternehmerischen Geschick, welches viele Jugendliche bereits zeigen.

Henry Tesch zieht den Hut vor den Schülerfirmen
Henry Tesch zieht den Hut vor den Schülerfirmen

Von der Idee, über die Planung und Produktion bis zum Verkauf – alles wird von den Schülern selbst entwickelt. Dabei orientieren sie sich an den Strukturen und Abläufen konventioneller Unternehmen. Dennoch sind Schülerfirmen in erster Linie pädagogische Projekte mit begrenztem Umsatz und Gewinn.

„Was wir hier machen ist moderner Unterricht“, sagt Henry Tesch. Dem Bildungsminister ist wichtig, dass durch derartige Methoden fächerübergreifendes Lernen nicht nur eine Phrase bleibt, sondern in die Schulkultur eingebunden und von der Schulleitung mitgetragen wird.

Auch die Presse wird auf erfolgreiche Firmen wie die HOBI-SAG aufmerksam
Auch die Presse wird auf erfolgreiche Firmen wie die HOBI-SAG aufmerksam

Zur Anerkennung des besonderen Engagements der Lehrer, die den unternehmerischen Nachwuchs beraten und begleiten, wurde auf der 7. Landesschülerfirmenmesse deshalb auch zum ersten Mal die Auszeichnung „Schülerfirmenfreundlichste Schule“ verliehen. Von 35 Bewerbern konnte sich schließlich die Warnowschule in Papendorf über diesen Preis freuen.

Bereits im Schuljahr 2001/2002 wurde hier die Honigbiene Schüler-Aktiengesellschaft (HOBI-SAG) gegründet. Arbeitsteilig stellen die Schüler ab der fünften Klasse seither Honig, aber auch Marmelade und Kräuterprodukte, her und verkaufen sie erfolgreich. Dabei werden sie von vier Lehrern unterstützt.

Felix Jahn
Felix Jahn

Dass sich die Arbeit in einer Schülerfirma auch für den zukünftigen Lebensweg lohnt, beweist Felix Jahn. Heute ist er Auszubildender im zweiten Lehrjahr bei der Liebherr MCCtec Rostock GmbH. In seiner Bewerbung konnte er nicht zuletzt auch wegen seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der HOBI-SAG überzeugen, erzählt Personalleiterin Anja Schiller.

Und was bringt er aus seinen Erfahrungen mit der Schülerfirma in die tägliche Arbeit mit ein? „Dass man das Ziel nicht aus den Augen verliert“, antwortet er ganz klar.

Auch Arbeitsminister Jürgen Seidel stellt fest, „dass Schüler, die in Firmen tätig waren, bisher bessere Chancen in der Ausbildung haben. Das ist ein Effekt, den man gar nicht hoch genug schätzen kann.“

Sanitätsdienst Autsch!
Sanitätsdienst Autsch!

Aber auch schon jetzt machen sich Einfallsreichtum und Fleiß der jungen Unternehmer bezahlt. Der Gewinn, den sie erwirtschaften, wird wieder in die Firma investiert, einem guten Zweck zugeführt oder das Team unternimmt mit dem Geld etwas gemeinsam.

Mit dem Besuch der Messe konnten viele Schülerfirmen ebenfalls ihr Budget aufbessern. Denn für die Besten unter ihnen gab es Preisgelder im Gesamtwert von 6000 Euro zu gewinnen.

Circus Barley Jr.
Circus Barley Jr.

Den ersten Preis in der Kategorie „Gymnasien, Gesamtschulen und berufliche Schulen“ errang „Circus Barley jr.“, eine Schülerfirma vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Bützow. Ihre zirzensischen Darbietungen können für die unterschiedlichsten Anlässe gebucht werden. Mit ihrer Show haben sie es sogar schon einmal zu einem Auftritt im Zirkus Krone gebracht.

Schülerfirma "Picturebook"
Schülerfirma "Picturebook"

Den ersten Preis in der Kategorie „Regional-, Grund- und Förderschule“ erhielt „Picturebook“ von der Greenhouse-School in Graal-Müritz. Julius und Alexander haben diese Firma erst vor wenigen Monaten gegründet und erstellen nun für ihre Kunden Foto- und Jahrbücher.

Der Publikumspreis ging an SchulBedarfHummer aus Hagenow, die ihre Mitschüler mit Schulkleidung und Schreibzeug versorgen.

Die Verbesserung des Schullebens stellt bei vielen Schülerfirmen das Hauptziel ihrer unternehmerischen Tätigkeit dar.

Schülerfirmenmesse
Schülerfirmenmesse

Außerordentlich beliebt dabei ist die Versorgung der Mitschüler mit Pausensnacks, meist natürlich ganz gesund und frisch zubereitet. Dafür müssen die Mitarbeiter auch schon mal früher aufstehen oder die Pausen durcharbeiten, erzählt der 15-jährige Nils von der „Potato-Tomato-S-Genossenschaft“ aus Demmin. Wie auch viele andere Schüler-Catering-Firmen hatten er und seine Mitarbeiter Kostproben ihres Angebots mitgebracht.

Ob Schulbekleidung, Reinigungsdienste, Kino, Sanitätsdienst oder Touristenführer – die Geschäftsideen der Nachwuchsunternehmer waren vielfältig. Auf der Messe hatten die Schüler Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen und sich inspirieren zu lassen.

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