Unimedizin Rostock: Serbische Pflegekräfte unterstützen das Team

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, stellt die Unimedizin Pflegepersonal aus dem Ausland ein – sechs Krankenpfleger aus Serbien verstärken seit November das Team der Unimedizin Rostock

13. Januar 2017
Unimedizin Rostock: Serbische Pflegekräfte unterstützen das Team - auf der Intensivstation wird Marija Njegovan von ihren Kollegen in den Dienstalltag eingearbeitet
Unimedizin Rostock: Serbische Pflegekräfte unterstützen das Team - auf der Intensivstation wird Marija Njegovan von ihren Kollegen in den Dienstalltag eingearbeitet

In der Anästhesie, Herzchirurgie und in der Intensivpflege packen die serbischen Pflegekräfte mit an. „Aufgrund des demografischen Wandels verzeichnen wir einen Fachkräftemangel an unserem Klinikum“, sagt Pflegevorstand Annett Laban. Um den Bedarf an Pflegekräften zu decken, hat sie sich dazu entschieden, Fachpersonal aus einem anderen Land zu holen, in dem es ein deutliches Überangebot an Pflegekräften gibt. Das ist in Serbien der Fall. Dort seien derzeit rund 15 000 Krankenpfleger und Krankentechniker arbeitslos gemeldet. Anfang des Jahres werden zwei weitere Serben ihren Dienst antreten.

„Die Ausbildung in Serbien ist fachlich der in Deutschland sehr ähnlich“, erklärt sie. Somit hätten die Fachkräfte kaum Anpassungsschwierigkeiten. Zunächst durchlaufen die serbischen Mitarbeiter ein einjähriges Anerkennungsverfahren. In diesem Zeitraum arbeiten sie als Krankenpflegehelfer und assistieren dem Fachpersonal auf den Stationen. „Jedem ist ein fester Mentor zugeteilt“, so Laban. Erst wenn sie die Abschlussprüfung beim Landesamt für Heilberufe bestanden haben und ihr einjähriges Visum verlängert wird, dürfen sie ihren gelernten Beruf ohne Einschränkungen ausüben.

Die größte Barriere ist derzeit noch die Sprache. „Die Serben können sich bisher mit den Patienten und Kollegen einigermaßen verständigen. Damit die Kommunikation künftig schneller und reibungsloser abläuft, besuchen sie zweimal pro Woche eine Sprachschule“, erzählt Laban. Dafür werden sie von ihrem Dienst freigestellt. Die sechs Serben sollen sich in Rostock schnell heimisch fühlen. Das Team des Pflegevorstands ist ihnen daher bei Behördengängen, beim Kontoeinrichten und bei der Wohnungssuche behilflich. Für Neuankömmling Predrag Smanja aus der Anästhesie organisiert der Pflegevorstand sogar die Mitgliedschaft in einem örtlichen Basketballclub. Der Serbe ist begeistert von der Unimedizin: „Es gibt hier viel mehr medizinisches Material und moderne Technik.“ Auch die Hansestadt als Wohnort gefalle ihm sehr.

Quelle: Universitätsmedizin Rostock

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