Starlink-Satelliten: Lichterkette am Nachthimmel

Die Starlink-Satelliten von SpaceX sorgen derzeit auch über Rostock für ein besonderes Himmelsschauspiel – an dem Projekt gibt es jedoch Kritik von Astronomen

21. April 2020, von
Vier Starlink-Satelliten haben auf diesem Foto ihre Leuchtspur auf dem Nachthimmel über Rostock hinterlassen (Aufnahmezeitpunkt 20. April 2020 21:43, Belichtungszeit 8 Sekunden)
Vier Starlink-Satelliten haben auf diesem Foto ihre Leuchtspur auf dem Nachthimmel über Rostock hinterlassen (Aufnahmezeitpunkt 20. April 2020 21:43, Belichtungszeit 8 Sekunden)

Nein, es sind weder Flugzeuge noch Drohnen und auch keine Meteore oder gar Ufos, die derzeit wieder hell leuchtend am Nachthimmel über Rostock vorüberziehen.

Bei den ungewohnten Lichtpunkten, die sogar mit bloßem Auge gut am Firmament zu beobachten sind, handelt es sich vielmehr um Satelliten. Sie sollen schnelles Internet bis in die entferntesten Ecken der Erde bringen.

Tausende Satelliten für Hochgeschwindigkeitsinternet aus dem All

Am 24. Mai 2019 wurden die ersten 60 der gut 250 Kilogramm schweren Kommunikations-Satelliten ins All geschickt, inzwischen ziehen 360 auf ihren Umlaufbahnen um die Erde.

Doch das ist nur der Anfang eines gigantischen Projekts, hinter dem der Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk steht. Mit dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX will er in der ersten Ausbaustufe bis zu 1.584 Kommunikationssatelliten ins All bringen, später könnten es 12.000 oder sogar 40.000 werden.

Satelliten stören Astronomen

Die Starlink-Satelliten überstrahlen nicht nur etliche mit bloßem Auge sichtbare Sterne, bei einer Langzeitbelichtung wird ihre Bewegung zudem als Leuchtspur auf Fotos sichtbar. Teilweise kommt es auch zu sogenannten Flares, einem hellen Aufleuchten, das durch die Reflexion des Sonnenlichts entsteht.

Was für die einen technischen Fortschritt bedeutet, ist für andere eine gigantische Lichtverschmutzung oder gar das Ende des Nachthimmels, wie wir ihn kennen.

Astronomen befürchten, dass die große Anzahl von Satelliten ihre Beobachtungen nachhaltig stören könnte. Im Internet gibt es inzwischen mehrere Online-Petitionen gegen das Projekt. Starlink hat auf die Kritik zumindest etwas reagiert und im Januar testweise einen speziell beschichteten dunklen Satelliten auf die Reise ins All geschickt.

Morgen weiterer Start geplant

Am Mittwoch, dem 22. April 2020, soll eine Falcon-9-Rakete mit weiteren 60 Starlink-Satelliten starten. In der ersten Zeit nach dem Aussetzen fliegen die Erdtrabanten besonders dicht hintereinander und ziehen wie an einer Perlenkette aufgereiht über den Himmel. Im Englischen wird diese als „Starlink Train“ (Starlink-Zug) bezeichnet.

Die künstlichen Erdtrabanten lassen sich auch in den nächsten Nächten gut über Deutschland beobachten. Wann und wo genau sie vorüberziehen, erfahrt ihr auf den folgenden Webseiten:

Video von den Starlink-Satelliten über Rostock:

Schlagwörter: Astronomie (14)Starlink (1)

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1 Kommentar

  • nico ettrich sagt:

    darf man sich da auch was wünschen

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