Häftling bei Arztbesuch entwischt

Mit einem Großaufgebot fahndet die Rostocker Polizei nach einem Strafgefangenen, der heute früh aus der HNO-Klinik in Rostock geflüchtet ist

9. März 2015
Häftling bei Arztbesuch entwischt
Häftling bei Arztbesuch entwischt

Aktualisierung, 20.03.2015:
Der bei einem Klinikbesuch entflohene Ralf J. wurde heute Abend in Berlin gefasst.

Nach einem entwichenen Strafgefangenen, der heute früh kurz nach 07:00 Uhr während eines Arztbesuches aus der HNO-Klinik in der Doberaner Straße in Rostock geflüchtet ist, fahndet die Rostocker Polizei mit einem großen Kräfteaufgebot.

Der 49-jährige Mann, der seit September 2014 wegen bewaffneten Raubüberfalls und gefährlicher Körperverletzung Patient des Maßregelvollzuges in der Forensischen Klinik Rostock war, wird als gewalttätig eingeschätzt.

Er ist zeitweise Brillenträger und kann wie folgt beschrieben werden:

  • 2,00 Meter groß, kräftige Gestalt
  • kurze Haare
  • Narben an beiden Unterarmen und auf dem rechten Handrücken
  • graugrüne Jacke und blaue Jeans

Wer den Gesuchten antrifft, sollte ihn nicht ansprechen oder festhalten, sondern umgehend die Polizei über den Notruf 110 informieren.

Aktualisierung, 10.03.2015:
Die Fahndungsmaßnahmen nach dem 49-jährigen Mann, der gestern früh während eines Arztbesuches aus der HNO-Klinik in Rostock geflüchtet ist, werden auch heute fortgesetzt.

Bereits gestern und auch in der vergangenen Nacht hat die Polizei mit einem Großaufgebot in und um Rostock nach dem Flüchtigen gesucht. Insgesamt waren an den Suchmaßnahmen bisher 160 Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei beteiligt. Auch ein Polizeihubschrauber und neun Fährtenhunde kamen dabei zum Einsatz.

Seit Veröffentlichung des Fahndungsfotos gingen bei der Polizei mehr als 50 Hinweise aus der Bevölkerung ein, die sich nicht nur auf die Hansestadt Rostock und das Umland, sondern auf Orte in ganz Mecklenburg-Vorpommern und auch auf das angrenzende Brandenburg bezogen. Der entscheidende Hinweis war bisher nicht dabei.

Wer Hinweise zum möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten geben kann, sollte die Polizei umgehend über den Notruf 110 informieren. Von einem Ansprechen oder Festhalten des als gefährlich eingeschätzten Mannes rät die Polizei dringend ab.

Quelle: Polizeiinspektion Rostock, Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales

Schlagwörter: Flucht (7)Polizei (3878)

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8 Kommentare

  • Pia sagt:

    Man sollte mal besser auf die Gefangenen
    Im Gefängnis aufpassen wenn man sie raus lässt ._. Die armen Kinder die den sehen -.- SCHOCK FUERS LEBEN !!

  • Karl sagt:

    Fehler passieren Pia und die Kinder die ihn sehen werden, werden höhst warscheinlich nichtmal merken das er ein Entflohener ist…

  • birgit sagt:

    Ich frage mich, warum der arzt nicht in den Vollzug fährt. Wäre wohl sicherer und kostengünstiger. Alle die an der Suche beteiligt sind, müßen auch morgen früh wieder ihrenm job nachgehen. Vielen Dank an alle die dort beteiligt sind und für unsere Sicherheit sorgen

  • Manfred sagt:

    Weil er operiert werden sollte? Stimmt, man könnte den ganzen Operationssaal umsiedeln, wird günstiger???

  • Manuel sagt:

    Weil bspw. eine OP sicher nicht in der forensischen Klinik durch einen simplen Arztbesuch durchgeführt werden kann, Birgit. Wir können noch froh sein, dass wir hier in Rostock in der Forensik nicht die Sexualstraftäter oder geistig komplett gestörten haben, sondern meist „nur“ schwer kriminell gewordene Ex-Suchtkranke. In Stralsund sieht das noch ein bisschen anders aus!

  • Christiane Lange sagt:

    Warum gibt es kein komplett Foto. Was trägt er.sportliche blaue Sachen

  • Im Namen des Gefangenen sagt:

    An Alle!
    Es stimmt – er ist gefährlich – wie jeder von uns, wenn man nur lange genug in die Ecke getrieben wird!
    Damit will ich seine schweren Straftaten nicht entschuldigen oder rechtfertigen, denn ich war selbst sehr fassungslos darüber, was er bei seiner letzten Straftat getan hat und das verurteile ich auf das Schärfste !!

    KEINES SEINER DELIKTE HATTE JE IM GERINGSTEN ETWAS MIT KINDERN ZU TUN !!
    ER HASST DIESE KINDER“FIFFIES“ UND HATTE EINEN SCHON MAL RICHTIG IN DER MANGEL !

    Ich kenne diesen Menschen jedoch seit September 2004 persönlich, habe ihn mehrfach besucht und und regen Schriftverkehr mit ihm gehabt und weiß, dass er auch eine ganz liebenswürdige Seite hat, besonders seiner Frau gegenüber, die ihn über alles liebt und die er auch über alles liebt.

    Doch von den Gründen, die ihn zur jetzigen Flucht getrieben haben mögen, ist kein einziges Wort darüber zu finden. „Warum bloß?“ frage ich mich, denn bis Jemand, der seit langer Zeit in einer festen Beziehung ist und der sich gerade auf diese Therapie einlassen wollte, weil er erkannte, dass das seine letzte Chance ist, um überhaupt noch einmal in seinem Leben glücklich zu werden, fehlt mir sein Motiv !
    Fakt ist, dass es in der JVA Bützow (Juni 2012 – Sept 2014) über einen Zeitraum von ca. 24 Monaten, zu unzähligen Übergriffen des Vollzugspersonals ggü. Ralf J. gekommen ist. Dies geschah überwiegend unter der Anstaltsleiterin Fr. M., die im Okt. 2013 als Anstaltsleiterin in die JVA Lübeck wechselte, weil u.a. auch meine Eingaben und Beschwerden für Unruhe gesorgt haben könnten.
    In der JVA Lübeck ist sie seit Anfang März 2014 auch nicht mehr, weil sie eine Geiselnahme in der JVA Lübeck nicht sofort gemeldet und weitergeleitet hat. Sie versuchte diese sogar noch zu vertuschen und behinderte die Aufklärung. Nach Presseangaben sollen sogar darauf hin Notizen und Meldebucheinträge verschwunden sein.
    In Bützow saß Ralf J. ein 3/4 Jahr lang und wegen gesundheitlich Verschlechterung seines Gesundheitszustandes in einem Rollstuhl, dem man ihm schikanös immer wieder entzog. Man brachte ihn in einem Haftraum unter, der am weitesten entfernt von dem Stationsbüro lag und wo die Wände noch mit Kotanhaftungen verschmiert waren.
    Er hatte über diesen Zeitraum mindestens 18, zum Teil schwere epileptische Anfälle, wo er sich während dieser Anfälle selbst verletzte und sich fast die halbe Zunge abbiss. Vom Vollzugspersonal wurde meist kein Rettungswagen gerufen und ein Arzt war oft auch nicht zugegen.
    Er wurde wegen seiner Hilflosigkeit in dieser Zeit, 2 x von Mitgefangenen zusammengeschlagen und ausgeraubt.
    Besonders mit zwei Vollzugsbeamten (ein Mann und eine Frau), die ihn auf’s Übelste schikaniert, ignoriert und beleidigt haben, hat er sich zur Wehr gesetzt.
    Es wurde der Bürgerbeauftragte informiert, der eine Stellungnahme der JVA anforderte, der nur widerwillig und mehrfach angemahnt nur sehr zögerlich nachgekommen wurde.
    Während der Zeit in einem Kamera überwachten Haftraum, wurde seine Intimsphäre nicht gewahrt und verletzt, weil es jedem Mitgefangenen möglich war, den Überwachungsmonitor problemlos einzusehen.
    Verweigerungen von notwendigen Schmerzmitteln sowie die Besuchsbegehren seines Rechtsanwaltes waren an der Tagesordnung, sowie das unmöglich machen der gesetzlich verankerten Freistunden.
    Diese Alltagswillkür ihm ggü. endete mit einem Selbsttötungsversuch, der nur auf Grund des Einschreitens seines Rechtsanwaltes und mir verhindert werden konnte (deshalb die Narben an den Handgelenken).
    Darauf hin wurden von mir die Bundesjustizministerin, die Justizministerin von MV, der Oberstaatsanwalt Rostocks, die zuständige Vollzugsrichterin, die Presse (BILD, NORDKURIER) und die SAT1 Sendung Akte 2014 und AMNESTY INTERNATIONAL in KENNTNIS gesetzt – , aber Niemand rührte auch nur einen Finger.
    Seit Okt. 2014 ist Dr. Jörg S., ein jangjährig, erfahrener Volljurist Anstaltsleiter der JVA Bützow und stellte unverzüglich viele Mißstände ab. Dafür ist ihm auch heute noch zu danken.

    Doch leider war der Gipfel die körperliche Attacke eines Vorführbeamten des Vollzugsdienstes, der Ralf J. zu zum Prozeß ins Gericht fahren sollte:
    Am 02.06.2014 stieß dieser Beamte, den wehrlosen Ralf J., zuerst aus den Rollstuhl und weil es ihm nicht zügig genug ging, dass Ralf J. in das bereitgestellte Fahrzeug einstieg, versetzte er Ralf J., unter den Augen des zweiten Kollegen und einer weiteren Zeugin (Sozialarbeiterin) einen Schlag auf eines seiner Ohren. Dadurch wurde das Trommelfell verletzt und deshalb waren vielfache Arztbesuche notwendig. Von mir persönlich wurden der Anstaltsleiter, die zuständige Abteilungsleitung und der Rechtsbeistand informiert. Der letzte Besuch am Montag 09.03.2015 sollte der OP-Vorbereitung dienen.

    Nach der Verlegung Ralf J. in die Klinik für forensische Psychatrie Gehlsdorf wurde es mit Ralf J. immer besser. Über Monate kämpfte er sich aus dem Rollstuhl heraus, machte Sport und alles entwickelte sich gut. Besuche und Telefonate waren kein Problem.
    Erst mit der Verlegung in eine höhere Behandlungsstufe Anfang Jan. 2015 eröffnete man ihm, dass er weder eine entsprechende Therapie noch die entsprechenden Lockerungen bekäme. Erneut kam es nun zu zunehmenden Schwierigkeiten.
    Mehrfach täglich und wiederholt drängte die Klinik Gehlsdorf nun darauf, dass Ralf J. die Therapie abbrechen sollte und begann ihn immer wieder zu provozieren und versagte ihm wiederholt Unterstützung. Haltlose Sätze Seitens der Klinik haben Ralf J. zunehmend weiter in eine ausweglose Lage gebracht. Dabei sollen Sätze von ihm gefallen sein, die Gegenstand einer Strafanzeige Seitens der Klink sind und dann automatisch zu einer Rückverlegung in den geschlossenen Vollzug führen.
    Leider darf ich diese hier nicht benennen, weil Gegenstand eines Verfahrens gegen die Klinik sein werden und hier leider NICHT genannt werden dürfen.
    Mit ausschlaggebend für die am Montag, 09.03. begangene Flucht ist mit aller Wahrscheinlichkeit der Beschluss der richterlichen Vollzugsanhörung vom 05.03. gewesen, in der Ralf J. eröffnet wurde, dass die Rückverlegung in den geschlossenen Vollzug unausweichlich ist und damit all seine Hoffnung auf Beendigung der Therapie zunichte wurden.
    WER WÜRDE DA NICHT FLIEHEN WOLLEN ?!!!!!

    Wer will kann sich auf der Facebookseite „Ralf Jott“ unter den Fotos einen ersten Eindruck verschaffen, was noch alles, während des Vollzuges passiert ist.
    Bei diesem Bericht besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit und ist mehr ein Gedächtnisprotokoll unter Zuhilfenahme von bereits bestehenden Aufzeichnungen unter irrtümlichen Vorbehalt!

  • Pia sagt:

    Ich war halt sauer sry..

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