Neue Strand-Regeln in Warnemünde geplant

Weniger FKK, mehr Platz für Hunde und Reiter, Drohnen und Shishas werden verboten – das Seebad Warnemünde bekommt eine neue Strandsatzung

13. Mai 2021, von
Neue Strand-Regeln in Warnemünde geplant (Foto: Archiv)
Neue Strand-Regeln in Warnemünde geplant (Foto: Archiv)

Warnemünde soll eine neue Strandsatzung bekommen. Am Dienstagabend wurde die aktualisierte „Satzung über die Ordnung im Strandgebiet der Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ im Ortsbeirat Warnemünde vorgestellt.

Weniger reine FKK-Bereiche am Strand von Warnemünde

Nackt oder doch lieber mit dem Badeanzug in die Ostsee springen? Das wird in Warnemünde künftig weniger klar getrennt. Die reinen „Effi“-Bereich werden etwas kleiner, dafür gibt es einen großen gemeinsamen Abschnitt für Textil und FKK.

„Der Hintergrund ist einfach, dass sich im Laufe der Jahrzehnte das Verhalten der Badegäste in Warnemünde etwas verändert hat“, erläutert Steffen Herrmann, Bereichsleiter zentrale Steuerung bei der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde. Viele, insbesondere touristische, Gäste möchten Badebekleidung am Strand tragen. „Dem wollen wir mit der Modifikation der Satzung gerecht werden“, so Herrmann.

Gab es in Warnemünde in der bisherigen Strandsatzung von 2006 zwei große FKK-Bereiche zwischen den Strandzugängen 18 und 23 sowie 25 und 38, ist den Anhänger der Freikörperkultur künftig nur noch der Bereich zwischen den Zugängen 18 und 22b vorbehalten. Zwischen den Zugängen 23 und 38 ist ein großes Mischgebiet für Strandgäste mit oder ohne Bekleidung vorgesehen.

Im Bereich Hohe Düne/Markgrafenheide liegen die FKK-Strände zwischen den Strandzugängen 4 und 18 sowie 32 und 34.

Mit Hund und Pferd an den Strand

Die Hundestrände werden etwas mehr in Richtung Ortsmitte verlagert. Zwischen den Strandzugängen 8 und 10 sind Hunde künftig von 21 Uhr abends bis 9 Uhr morgens erlaubt. Zwischen den Zugängen 27 und 31 sowie 36 und 37 in Diedrichshagen sind Hunde ganztägig gestattet.

In Hohe Düne können Hunde zwischen den Zugängen 10 und 12 mit an den Strand genommen werden. In Markgrafenheide sind sie zwischen den Strandzugängen 24 und 25 von 21:00 bis 9:00 Uhr gestattet.

Die neue Strandsatzung erlaubt künftig auch das Reiten am Strand, allerdings ausschließlich im Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende April und nur mit Sondererlaubnis.

Drohnen und Shisha-Pfeifen verboten

Neu ist ein generelles Drohnenverbot am Strand. Gerade im FKK-Bereich seien in den vergangenen Jahren zunehmend Drohnen mit Videokameras im Tiefflug über die Badegäste hinweggeflogen und haben „höchstwahrscheinlich auch FKK-Gänger gefilmt“, so Herrmann. Das soll mit dem Verbot unterbunden werden, Einzelgenehmigungen für kommerzielle Luftaufnahmen sind möglich.

Auch Wasserpfeifen sind am Strand nicht mehr erlaubt. Das Shisha-Rauchen (mit Kohle oder anderen fossilen Brennstoffen) wird ohne Ausnahme verboten, erläutert Herrmann. „Vor dem Hintergrund des Natur- und Umweltschutzes, aber auch des Waldbrandschutzes ist dieses nicht statthaft.“

An den Strandabschnitten 12 in Warnemünde und 8 in Markgrafenheide ist das Rauchen komplett verboten.

Kontrolliert und durchgesetzt werden sollen die Regelungen vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), der auch den Strandvogt stellt, dem Bäderdienst der Polizei sowie einem privaten Sicherheitsunternehmen.

Ortsbeirat fordert weiterhin kostenlosen Strandbesuch

„Jede Person hat das Recht auf kostenlosen Besuch des Badestrandes“, hieß es bislang in der Strandsatzung. In der neuen Version ist das Wort „kostenlos“ entfallen. Das störte den Ortsbeirat Warnemünde gewaltig.

Nachdem gerade erst die Kurabgabe erhöht wurde, dürfe nicht noch eine Strandnutzungsgebühr für Tagesgäste folgen. „Das kann nicht der Wille von uns sein“, forderte Alexander Prechtel (CDU) vom Strukturausschuss, das Wort „kostenlos“ wieder einzufügen, der Ortsbeirat beschloss einen entsprechenden Änderungsantrag.

Beschließt die Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 19. Mai die neue Strandsatzung, würden die Regelungen voraussichtlich ab dem 1. Juni 2021 gelten. Die Beschilderung an den Strandaufgängen wird angepasst.

Aktualisierung 19.05.2021:

Die Bürgerschaft hat die Beschlussvorlage 2021/BV/1885 über die geänderte Strandsatzung vertagt.

Schlagwörter: Drohne (4)Hund (38)Reiten (10)Strand (182)Warnemünde (1083)

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5 Kommentare

  • Thomas Wiedmann sagt:

    Tolle Sache – jetzt also offiziell einen großen Mischbereich für die geneigten Spanner … weil sich das Verhalten der „Badegäste“ geändert hat. Hiermit soll wohl einfach die Tatsache legitimiert werden, dass niemand kontrollieren will. Unglaublich.

  • G.Fälltmirnicht sagt:

    Dass der Umgang mit Drohnen reglementiert wird ist toll. Ansonsten sind die Neuerungen gerade für Frauen die allein den FKK Strand nutzen möchten eine zusätzliche Erschwernis. Persönlich habe ich schon häufiger auf den Strandbesuch verzichtet wenn ich keine Begleitung hatte. Wenn man nach der Arbeit am Strand eindöst und trotz genügend Alternativen zuuufällig an der „Pole Position“ unnötig dicht ein neuer, bekleideter, zuuufälig mit dem Handy beschäftigter Strandgast neben einem liegt…einfach nicht cool. Mittlerweile kann man den dann nicht mal mehr auf die Besonderheiten des Strandabschnittes hinweisen .. Ohnehin war für mich der Strandbesuch an dieser Stelle zumeist beendet. Nicht nur ich fühle mich als Einheimische Freundin der FK-Kultur schon länger verdrängt und es zudem extrem schade dass Textilbaden zur Regel zu werden scheint.
    Ich finde auch, dass sich eher die Touristen den örtlichen Gepflogenheiten anpassen sollten und nicht umgekehrt.

  • Dr. K. Kraus sagt:

    Lt. OZ von 02.06.21: Im Rahmen einer Be-richterstattung aus dem letzten Jahrzeigte sich, dass sich FKK-Badende in Warnemünde häufig durch die Menschen in Textil belästigt fühlen.
    „In den letzten Jahren kam es ver-mehrt zu Beschwerden und Anmer-kungen von Gästen hinsichtlich be-kleideterPersonen im FKK-Bereich.
    Was denn nun Herr Fromm? Warum dann eine Ausweitung des Mischbereiches? Gibt es keine anderen Themen in Warnemünde? Neuerdings wieder: nächtlicher Lärm, beschädigte
    Autos, zerbrochene Schnappsflaschen z. B. in der Fritz Reuter Str.

  • Zwiebl Bauer sagt:

    Ich finde es eine Frechheit das „wir“ FKK`ler keinen Platz/Möglichkeiten finden/haben einfach mal nackig am Strand zu liegen ohne begafft zu werden ( ob Männlein oder Frau) echt traurig für eine Region in der die FKK Kultur dazu gehört!!!!
    Lieber alles schön aalglatt machen für die Touristen, die ja auch wichtig sind.
    AAAAber sollten sich die Besucher nicht an unserer Strandkultur anpassen und nicht umgekehrt?!
    Naja alles wie immer …….
    Einen schönen Sommer wünsche ich!?.

  • Paul Paulsen sagt:

    Alles,was Spaß macht,wird nicht mehr erwünscht.Wer noch nie FKK erlebt hat,der weiß auch nicht was er versäumt hat.Die Gesellschaft wird prüde.Alles was zählt ist das Geld der Touristen. Einen schönen Sommer wünsche ich

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