Tag des offenen Denkmals 2011 in Rostock

„Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ unter diesem Motto wird am 11. September 2011 Einblick in historische Gebäude Rostocks gewährt

7. September 2011, von
Baustelle Uni Hauptgebäude
Baustelle Uni Hauptgebäude

Kein Zutritt! Schon seit 2009 bleibt der Eingang des Hauptgebäudes der Universität im Herzen der Stadt den Studenten, Professoren und Gästen verschlossen. Denn hier wird gebaut. Bis Ende 2012 sollen die Sanierungsarbeiten im Inneren abgeschlossen sein, so der Plan. Am kommenden Sonntag machen die Mitarbeiter der Bau- und Handwerksfirmen aber erst einmal Pause. Dann dürfen ausnahmsweise neugierige Besucher einen Blick ins Innere werfen und sich von zehn bis 13 Uhr im Foyer über den Stand der Sanierungsarbeiten informieren.

Und nicht nur das 1870 fertiggestellte Universitätshauptgebäude kann am 11. September, am Tag des offenen Denkmals, in Rostock besichtigt werden. Auch andere historische Gebäude werden ihre Pforten öffnen, vor allem solche, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, dem Jahrhundert von „Romantik, Realismus, Revolution“, so der thematische Schwerpunkt in diesem Jahr.

Uta Jahnke
Uta Jahnke

„Es gibt kaum ein vergleichbares Jahrhundert, in dem so viele sichtbare Veränderungen in Deutschland passiert sind“, sagt Uta Jahnke vom Rostocker Amt für Kultur und Denkmalpflege. „Rostock sprengte nach 600 Jahren seine mittelalterlichen Grenzen und man bewegte sich deutlich über die Stadtgrenze hinaus. So wurde vom Steintor bis zur Schwaanschen Straße die Stadtmauer geschliffen, der Wallgraben zugeschüttet und man hat dort Prachtbauten aufgereiht. Landesherr und Bürgerschaft wollten den gigantischen Aufschwung zeigen. Damals wie heute hat man das in Form von Architektur gemacht.“

Der letzte dieser Prachtbauten war das Theater, das heute nicht mehr steht. Dafür schmücken aber noch die Societät und das Ständehaus den Bereich um den Rosengarten. Beide Häuser werden am Tag des offenen Denkmals für Besucher offen sein.

Ehemaliges Botanisches Institut
Ehemaliges Botanisches Institut

Zum ersten Mal seit Langem wird auch das ehemalige Botanische Institut für den Tag des offenen Denkmals wieder zugänglich gemacht. Bei den Nachbarn der Doberaner Straße 143 löst diese Ankündigung Skepsis und Ungläubigkeit aus. „Das ist doch total Schrott!“, höre ich am Eingang der Uniklinik. Lange stand das an einem Berghang gelegene, zwischen alten Gewächshäusern und hohen Bäumen versteckte Gebäude ungenutzt da. Kinder waren vor einigen Monaten einmal dort eingebrochen, um darin zu spielen. Doch es tut sich etwas. Der Nutzer hat gewechselt. Die ruinöse Villa wird saniert und soll demnächst Verwaltungszecken dienen, informiert Uta Jahnke. „Wir haben spannende Erkenntnisse im Rahmen der Bauforschung erhalten. Der Restaurator Jörg Schröder wird dazu Tafeln präsentieren“, macht die Denkmalpflegerin neugierig.

„Natürlich haben wir auch Objekte aus dem 19. Jahrhundert, die wir nicht zeigen können. Viele technische Denkmäler, die zurzeit entwickelt und hoffentlich auch gerettet werden können“, schränkt Uta Jahnke ein. Sie weist daraufhin, dass die Umnutzung technischer Denkmäler, nachdem sich die Industrie immer weiter daraus zurückzieht, in ganz Europa ein zentrales Thema beim Denkmalschutz sei.

Portal der Marienkirche
Portal der Marienkirche

In Rostock zählen die Hallen auf dem Gelände der Neptunwerft und auch der Anker, eine frühere Spirituosenfabrik, in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Botanischen Garten dazu. Letzter hat sich zum Sorgenkind der Hansestadt entwickelt und zerfällt zusehends. Betreten ist hier derzeit nicht möglich.

Dafür bieten insgesamt 16 Anlaufpunkte die Möglichkeit, hinter die Kulissen der historischen Gebäude zu schauen. Welche es genau sind und wann sie geöffnet sein werden, darüber informiert die Website: http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/mv/243/10156/

Initiiert wird dieser bundesweite Tag von der Stiftung Denkmalschutz, die sich in Rostock insbesondere für den Erhalt der Marienkirche einsetzt, für die im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 10. September um 19:30 Uhr ein Benefizkonzert von HMT-Studenten im Katharinenstift veranstaltet wird.

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