Holz ist das Thema des Tags des offenen Denkmals 2012

Rostocker Heide, Warnemünde, Innenstadt – bei 19 Angeboten zum Tag des offenen Denkmals am 9. September 2012 dreht sich dieses Jahr vieles um das Thema Holz

7. September 2012, von
Holzschnitzarbeit: der Rochusaltar in der Marienkirche
Holzschnitzarbeit: der Rochusaltar in der Marienkirche

Brüche und Risse in den 15 Meter hohen Gewölben machen der Marienkirche zu schaffen, Denkmalschützer haben an den Seitenschiffen und im Kapellenkranz mit Restaurierungsmaßnahmen begonnen. Ein Teil der beeindruckenden Ziegelsteingewölbe ist deshalb hinter einer Einrüstung verschwunden. Doch für den Besucher gibt es natürlich noch andere, teils Jahrhunderte alte Schätze in diesem Gotteshaus zu entdecken.

Beim Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag bietet sich dafür wieder eine geeignete Gelegenheit. Wissbegierige können dann nämlich nicht nur historisch wertvolle Gebäude besichtigen, sondern sich auch bei Vorträgen und Führungen von Experten informieren.

Holz unterm Dach: Das Gebälk der Turmspitze von St. Petri
Holz unterm Dach: Das Gebälk der Turmspitze von St. Petri

Das Schwerpunktthema in diesem Jahr ist: Holz. „Im Turmdach, Glockenstuhl und in der Orgel der Marienkirche wurde dieser Baustoff in herausragendem Umfang verwandt, wie die Führungen im Turm und in der Orgel zeigen werden“, teilt Hannelore Holzerland vom Förderverein Stiftung St. Marien mit. Ein echter Hingucker ist wegen seiner filigranen Schnitzarbeit der Rochusaltar in der südöstlichen Chorkapelle, der älteste Altar in St. Marien aus vorreformatorischer Zeit.

Doch nicht nur in der Marienkirche öffnen sich die alten Holztüren. Insgesamt 19 Angebote gibt es für die Besucher am Tag des offenen Denkmals in Rostock. Einige, wie das Kulturhistorische Museum im Kloster zum Heiligen Kreuz, das Heimatmuseum in Warnemünde, das Kröpeliner Tor, das Peter-Weiss-Haus, Krahnstöver oder das Hausbaumhaus, können zwar auch zu anderen Zeiten besichtigt werden, haben aber mitunter ein besonderes Programm oder ungewöhnliche Einblicke für den Tag vorbereitet. Andere Gebäude wiederum sind sonst so gut wie gar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Dazu gehören in diesem Jahr zum zweiten Mal das Botanische Institut in der Doberaner Straße 143, dessen Sanierung im letzten Jahr erst Fahrt aufgenommen hatte, die ehemalige Ausspanne am Beginenberg 2, das Haus der Musik in der Wallstraße 1, das Kuhtor und, solange die Sanierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, auch das Hauptgebäude der Universität.

Holz im Keller: Der Hausbaum des Hausbaumhauses in der Wokrenterstraße steht auf einem Granitfindling im Keller
Holz im Keller: Der Hausbaum des Hausbaumhauses in der Wokrenterstraße steht auf einem Granitfindling im Keller

Musikinstrumente, Möbel, Kirchenausstattungen, Türen und Tore, Fenster, Treppen, Parkettböden, Holzdecken und Wandvertäfelungen, Werkzeuge, Webstühle – es ist kaum möglich, alles aufzuführen, was aus Holz gefertigt wurde und wird. Bei fast allen Objekten, die anlässlich des Tages des offenen Denkmals geöffnet haben, wird es etwas zum Thema „Holz“ zu erzählen geben.

Wie die Geschichte vom großen Brand, der 1252 in Rostock wütete. Zum Wiederaufbau kaufte die Stadt damals jedoch nicht nur das Holz, sondern gleich den ganzen Wald. Mit 6000 Hektar Rostocker Heide zählt die Hansestadt heute zu einem der fünf größten kommunalen Waldbesitzer in Deutschland. Genug Platz also, für weitere historische Anlaufpunkte zum Thema Holz, wie die Heideortschaft Hinrichshagen, den Schinkenkrug, Meyers Hausstelle und natürlich auch den Forst- und Köhlerhof in Wiethagen.

Wer die Orte im waldreichen Nordosten Rostocks mit dem Fahrrad erkunden will, kann sich dem ADFC anschließen. Um 12 Uhr startet die gut 20 Kilometer lange Radtour vom Universitätsplatz zu den geöffneten Denkmälern in der Rostocker Heide.

Eine Übersicht über alle Angebote des Tages des offenen Denkmals in Rostock befindet sich auf dieser Website.

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