Universität Rostock weiht neue Laborhalle ein

Maschinenbauer und Schifffahrtstechniker bekommen viel Platz für Arbeit und Forschung

13. April 2012, von
Auch die Alfred-Leder-Halle der Universität Rostock sucht Mitwisser
Auch die Alfred-Leder-Halle der Universität Rostock sucht Mitwisser

Die Universität Rostock taucht ab. 6000 Meter unter dem Meeresspiegel werden zukünftig Strömungsverhalten und Materialeigenschaften untersucht. Direkt nebenan wird kurzerhand die Akustik einer Wüste simuliert, ganz ohne Sand und Sonnenbrand. Möglich macht das eine neue Laborhalle, die heute offiziell eingeweiht wurde und in der zukünftig sechs Lehrstühle der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik forschen und arbeiten können.

Hauptverantwortlich für den Neubau war Professor Dr. Alfred Leder. Er war von 2004 bis 2008 Dekan der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik an der Universität Rostock und setzte sich sehr dafür ein, gute Räumlichkeiten für die Studenten zu bekommen. Gemeinsam mit Mathias Brodkorb, dem heutigen Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, kämpfte er um das Gebäude, sogar ohne einen Platz für den eigenen Lehrstuhl der Strömungsmechanik darin zu beanspruchen.

Alfred Leder und Mathias Brodkorb
Alfred Leder und Mathias Brodkorb

Im Juni 2010 wurde dann der Grundstein gelegt. Drei Millionen Euro hat der Bau gekostet, hauptsächlich getragen durch das Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung. Dass es sich dabei um eine lohnende Investition handelte, machte auch Alfred Leder bei der Einweihung deutlich: „Ich denke, der Bau wird sich in drei bis vier Jahren komplett amortisiert haben.“ Da auch Unternehmen in Zusammenarbeit mit den hiesigen Forschern und Studenten Studien anfertigen können, werden hohe Drittmittel eingeworben. Insgesamt entstünden durch die neue Laborhalle 100 Arbeitsplätze, so Leder.

Als Anerkennung seiner Bemühungen hatte Wissenschaftsminister Brodkorb dann auch ein ganz besonderes Einweihungsgeschenk mitgebracht. „Die Halle sollte Alfred-Leder-Halle heißen und ich gebe hiermit den Dienstauftrag dieses Namensschild auch hier anzubringen. Ich habe sogar die passenden Schrauben dabei.“ Auch wenn Rektor Wolfgang Schareck ankündigte, dass dies erst im Rektorat besprochen werden müsse, klang er sehr zuversichtlich für die Namensgebung.

Mathias Brodkorb übergibt den symbolischen Schlüssel an Wolfgang Schareck und Egon Hassel
Mathias Brodkorb übergibt den symbolischen Schlüssel an Wolfgang Schareck und Egon Hassel

Schlüsselmeister der Alfred-Leder-Halle ist der Dekan der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Professor Dr.-Ing. Egon Hassel. Auch wenn sein Studiengang, die technische Thermodynamik, ebenfalls nicht direkt von der Halle profitiert, sieht er das Gebäude doch als Investition in die Zukunft des Landes und der Hochschule. Nutzen werden den 572 Quadratmeter großen Neubau die Lehrstühle für Fertigungstechnik, Konstruktionstechnik/CAD, Konstruktionstechnik/Leichtbau, Meerestechnik, Schiffstechnische Konstruktion und Strömungsmaschinen.

Portalpresse
Portalpresse

Die konkreten Anwendungsgebiete sind sehr unterschiedlich. Der Lehrstuhl für Schiffstechnische Konstruktion arbeitet mit einer gefährlich aussehenden, blauen Portalpresse an Grobblechen. Durch die Umformung wird versucht, eine Optimierung der Leistung zu erreichen. Mit einer speziellen Druckkammer können die Meerestechniker künftig Wassertiefen von bis zu 6000 Metern simulieren, um so Materialien und ihre Haltbarkeit effektiver und günstiger zu testen, als unter echten Bedingungen.

Schallmessraum
Schallmessraum

Ein besonderes Highlight in der Laborhalle ist einer der größten Schallmessräume Europas. Über einen integrierten Flüssigkeitskreislauf sind außerdem besondere Akustikuntersuchungen möglich, die ein europaweites Alleinstellungsmerkmal ausmachen. „Allein das Schallquellenortungsgerät hat einen Wert von über 100.000 Euro und kann Geräusche bis zu einer Lautstärke von 10 Dezibel genau lokalisieren“, erzählt Prof. Hendrik Wurm vom Lehrstuhl für Strömungsmaschinen begeistert.

Einweihung der neuen Laborhalle der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Einweihung der neuen Laborhalle der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik

Neben Unternehmen wie Nordex und Porsche, die bereits großes Interesse an den neuen Möglichkeiten der Universität Rostock gezeigt haben, können natürlich auch die 1500 Studenten der Fakultät die Halle nutzen. „Die Studenten können nicht nur eigene Ideen und Abschlussarbeiten hier umsetzen, sondern auch an den Aufträgen aus der Industrie teilhaben“, berichtet Dekan Egon Hassel.

Doch die Alfred-Leder-Halle ist nur der Anfang, denn das Konzept sieht einen weiteren 900 Quadratmeter großen Bauabschnitt vor. Dieser soll an das jetzige Gebäude anschließen und weitere spannende Möglichkeiten bieten. Jedoch steht noch nicht fest, wann die Finanzierung grünes Licht bekommt. Bei dem erwarteten Erfolg des ersten Abschnittes dürfte dies allerdings nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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