
Die Idee dazu entstand vor etwa vier Jahren. „Wir waren total unzufrieden damit, dass, was Literatur angeht, in Rostock zu wenig passiert. Wir haben angefangen, die wildesten Ideen zu entspinnen, was wir alles machen könnten, um Literatur präsenter zu machen und dann sind wir relativ schnell bei der Zeitschrift gelandet“, fasst Redaktionsmitglied Ole Krüger die Entstehung von WAS zusammen.

Beim Durchblättern der weißen Seiten fällt schon einmal auf, dass neben den schwarzen Texten auch Bilder eine bedeutende Rolle spielen. Diese haben es in sich, sind sie doch weit mehr als bloße visuelle Auflockerung und Dekoration. Gezielt auf die Texte zugeschnitten, sollen sie diese in einem anderen Licht beleuchten, aber nicht darin eingreifen. Sie stehen sowohl illustrativ als auch für sich allein neben dem geschriebenen Wort. Eine ganze Bildergeschichte fand in der neuen Ausgabe Platz. Und auch für die „Photosynthese“ in der Mitte des Heftes wurde viel Arbeit für ein aufwendiges Setting am Strand hineingesteckt.
Im Mittelpunkt des Interesses von WAS steht aber ohne Zweifel das Wort. Bei der Auswahl der Texte geht es immer um Wagnisse, sowohl thematisch als auch sprachlich, sagt Steffen Dürre. Beides treffe auf Eckard Sinzig zu, der mit einem Auszug aus seinem Roman „Die Jungfrauenhatz. Eine Horrorburleske“ vertreten ist. „Sinzig ist interessant, weil er teilweise sehr akademisch erzählt. Aber unter der Oberfläche ist er ein massiv anstrengender, bösartig moderner Zeitgenosse“, stimmt der Chefredakteur schon einmal auf die Lektüre ein.
Mit 82 Jahren fällt Sinzig jedoch aus dem eigentlichen Alterskanon heraus, dem sich WAS vorwiegend widmet. Denn der Anspruch der Redaktion ist es, junge und experimentelle Literatur zu fördern. Doch „es geht uns primär nicht um junge Autoren, sondern um junge Sprache. Es geht um jungen Esprit, den die Sprache ausstrahlt; ob der etwas zu sagen hat“, macht Steffen Dürre deutlich.
Diesen jungen Esprit glauben die sieben Redaktionäre in Gedichten von Klavki, Michael Zoch oder Robert Monat gefunden zu haben. Aber nicht nur Lyrik, auch Prosa und Essays werden in der WAS abgedruckt.
So hat der Jungdramatiker Oliver Kluck der Rostocker Literaturzeitschrift einen theoretischen Text überlassen. Darin gibt er Einblick in seine Ideen, wie man das Theater verändern müsste, um es für das Publikum attraktiver zu machen. Nicht ganz uninteressant, wenn man an die jüngsten Erfolge seiner Aufführungen denkt, für die er mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Der letzte Gewinner dieses Preises Wolfram Lotz konnte übrigens ebenfalls für die neueste WAS Ausgabe gewonnen werden.

Martin Stegner ist nur einer davon. Vor drei Jahren wurde er auf einer Lesebühne entdeckt und gehört nun zum WAS-Team, das nicht nur gern liest, sondern auch selbst Texte verfasst. „Ich fühle mich extrem gefördert. Das hier ist eine Anlaufstelle für Leute, die Lust haben über Literatur zu diskutieren und sich über Texte austauschen wollen, die sie selbst geschrieben haben“, schwärmt der junge Autor und studierte Zoologe.
Auch Martin Badenhoop, Zweiter bei der letzten Rostocker Lyriknacht, verstärkt die Redaktion der Literaturzeitschrift und ist mit dem Gedicht „Wahlweise gestern“ im neuen WAS-Heft zu finden.

Für vier Euro könnt ihr die Zeitschrift in der anderen Buchhandlung, in der Universitätsbuchhandlung Weiland, im Literaturhaus, im Pressezentrum oder in der Produzentengalerie artquarium erwerben. Auf der WAS-Website ist es zudem möglich, sich die Zeitschrift per Post direkt nach Hause zu bestellen.
Die nächste Ausgabe ist übrigens für den Sommer geplant. Die Veröffentlichung soll dann wieder mit einem Textfest gefeiert werden. Bereits im letzten Jahr fand dieses unter dem Titel „drinnen=draußen“ großen Anklang.